Die Einhaltung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten ist eines der zentralen Themen im Arbeitsalltag von Berufskraftfahrern und Disponenten. Diese Regelungen dienen primär der Verkehrssicherheit, dem Arbeitsschutz der Fahrer und dem fairen Wettbewerb innerhalb der europäischen Logistikbranche. Verstöße gegen diese Vorschriften werden in Deutschland streng durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) kontrolliert und können sowohl für den Fahrer als auch für das Unternehmen (im Rahmen der Halterhaftung) empfindliche Bußgelder nach sich ziehen. Eine präzise Transportplanung, die diese Zeiten berücksichtigt, ist daher die Basis für eine zuverlässige Transportkette.
Die Vorschriften für LKW-Fahrer (Fahrzeuge über 3,5 t zGG) sind in der EU-Verordnung (EG) Nr. 561/2006 und dem Fahrpersonalgesetz (FPersG) festgeschrieben.
Die tägliche Lenkzeit darf grundsätzlich 9 Stunden nicht überschreiten. Zweimal pro Woche ist eine Verlängerung auf 10 Stunden zulässig.
Nach einer Lenkdauer von 4,5 Stunden muss der Fahrer eine Pause von mindestens 45 Minuten einlegen. Diese kann in zwei Abschnitte gesplittet werden: zuerst mindestens 15 Minuten, gefolgt von mindestens 30 Minuten.
Die tägliche Ruhezeit beträgt im Regelfall 11 Stunden innerhalb eines 24-Stunden-Zeitraums. Sie kann unter bestimmten Bedingungen auf 9 Stunden verkürzt werden (maximal dreimal zwischen zwei wöchentlichen Ruhezeiten).
[Image: A clear table/infographic showing: Driving (4.5h) -> Break (45 min) -> Driving (4.5h) -> Daily Rest (11h). Plus a visual for the "splitting" rule of breaks.]
Für Disponenten bedeutet die Berücksichtigung der Lenk- und Ruhezeiten eine komplexe Rechenaufgabe, die direkten Einfluss auf die ETA (voraussichtliche Ankunftszeit) beim Kunden hat.
Moderne Telematik-Systeme übermitteln die aktuellen Lenkzeit-Daten des Fahrers in Echtzeit an die Zentrale. So kann die Disposition sofort reagieren, falls ein Stau die restliche Lenkzeit aufbraucht, und den Kunden proaktiv über Verzögerungen informieren.
Die Lenk- und Ruhezeiten sind kein Hindernis, sondern eine notwendige Leitplanke für eine sichere und faire Logistik. Sie schützen den Fahrer vor Übermüdung und das Unternehmen vor rechtlichen Konsequenzen. Durch den Einsatz moderner Software und eine vorausschauende Planung lassen sich die gesetzlichen Vorgaben nahtlos in die operativen Abläufe integrieren. Wer die Zeiten im Griff hat, sorgt nicht nur für die Sicherheit auf den Straßen, sondern auch für die Stabilität und Professionalität seiner gesamten Lieferkette.