Disponent: Aufgaben, Ausbildung und Abgrenzung
Disponent in der Spedition: welche Aufgaben er im Tagesgeschäft hat, welche Ausbildung und Weiterbildung üblich sind und was einen Verkehrsleiter ausmacht.
Disponent in der Spedition: welche Aufgaben er im Tagesgeschäft hat, welche Ausbildung und Weiterbildung üblich sind und was einen Verkehrsleiter ausmacht.
Ein Disponent ist in einer Spedition oder einem Transportunternehmen für die Planung und Steuerung der Transportaufträge zuständig. Er teilt Aufträge Fahrzeugen und Fahrern zu, kauft bei Bedarf Frachtraum bei Subunternehmern ein und ist Ansprechpartner für Kunden, Fahrer und Empfänger. Eine geschützte Berufsbezeichnung ist Disponent nicht.
Ein Disponent plant und steuert den Einsatz von Fahrzeugen, Fahrern und Laderaum. Der Begriff geht auf das lateinische disponere zurück, das einteilen oder anordnen bedeutet. In Speditionen ist der Disponent die Stelle, an der Aufträge, Fahrzeuge und Termine zusammenlaufen. Je nach Unternehmen gibt es unterschiedliche Schwerpunkte:
In Industrie und Handel gibt es außerdem den Material- oder Einkaufsdisponenten. Er plant Bestände und Bestellungen und hat mit der Transportdisposition wenig gemeinsam.
Der Disponent ist die Person, die Disposition ist die Tätigkeit beziehungsweise die Abteilung, in der Disponenten arbeiten. Wer wissen will, welche Planungsaufgaben und Arten der Disposition es gibt, findet das dort. Dieser Eintrag beschreibt das Berufsbild.
Arbeitswerkzeug ist das Transport Management System (TMS). Darin sieht der Disponent offene Aufträge, plant Touren und übermittelt sie an die Fahrer. Positionen und Ankunftszeiten liefert zum Beispiel die Telematik der Fahrzeuge.
Disponent ist kein eigener Ausbildungsberuf. Ein Weg ist die duale Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, die drei Jahre dauert. Auch andere kaufmännische oder logistische Ausbildungen, etwa zur Fachkraft für Lagerlogistik, führen in die Disposition. Daneben gibt es den Quereinstieg, etwa von Berufskraftfahrern mit Erfahrung im Straßengüterverkehr, und Studiengänge mit Schwerpunkt Logistik.
Zur Weiterbildung bieten Industrie- und Handelskammern und Bildungsträger Lehrgänge für Disponenten an. Ein anerkannter Aufstiegsabschluss ist zum Beispiel der Geprüfte Verkehrsfachwirt. Wer Verkehrsleiter werden will, braucht die fachliche Eignung, die in Deutschland durch die Fachkundeprüfung bei der IHK nachgewiesen wird.
Ein Nahverkehrsdisponent plant am Nachmittag die Touren für den nächsten Tag. Über Nacht kommen weitere Abholaufträge per E-Mail hinzu, die am Morgen erfasst und den Touren zugeordnet werden. Gegen Mittag meldet ein Fahrer einen Stau. Der Disponent prüft, welche Termine gefährdet sind, informiert den Empfänger und verschiebt eine Abholung auf ein anderes Fahrzeug. Am Abend kontrolliert er, ob alle Sendungen für den Hauptlauf im Depot angekommen sind.
Die Vergütung hängt vor allem von der Berufserfahrung, der Region, der Größe des Unternehmens, einer Tarifbindung und dem Aufgabenbereich ab.
Nein, die Bezeichnung ist nicht geschützt und es gibt keine eigene Ausbildungsordnung. Ein möglicher Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung. Quereinsteiger lernen die Tätigkeit im Betrieb oder in Lehrgängen.
Ja, das ist ein möglicher Quereinstieg. Fahrer kennen Strecken, Ladestellen und die Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten aus eigener Erfahrung. Kaufmännische Kenntnisse und der Umgang mit dem TMS werden im Betrieb oder in einer Weiterbildung ergänzt.
Der Verkehrsleiter ist nach der Verordnung (EG) Nr. 1071/2009 für Unternehmen des gewerblichen Güterkraftverkehrs vorgeschrieben und leitet deren Verkehrstätigkeit. Er muss seine fachliche Eignung nachweisen. Der Disponent plant das Tagesgeschäft; er kann zugleich Verkehrsleiter sein, muss es aber nicht.