Geteilte Zustellung: Teillieferung und Split Delivery
Geteilte Zustellung (Split Delivery): Gründe für Teillieferungen, Abrechnung der Teilsendungen, Abliefernachweis je Teil und Abgrenzung zur Nachlieferung.
Geteilte Zustellung (Split Delivery): Gründe für Teillieferungen, Abrechnung der Teilsendungen, Abliefernachweis je Teil und Abgrenzung zur Nachlieferung.
Eine geteilte Zustellung ist die Auslieferung eines Auftrags in mehreren Teilsendungen statt in einer einzigen Sendung. Die Teile erreichen den Empfänger zu unterschiedlichen Zeitpunkten, von verschiedenen Standorten oder mit verschiedenen Verkehrsmitteln. Gebräuchlich sind auch die Begriffe Teillieferung, Split Delivery und Split Shipment.
Bei einer geteilten Zustellung wird ein Auftrag, der eigentlich als eine Sendung gedacht war, in zwei oder mehr Teilsendungen aufgeteilt. Jede Teilsendung wird für sich abgeholt, befördert und zugestellt. Im Handel spricht man auch von Teillieferung, im englischen Sprachgebrauch von Split Delivery oder Split Shipment.
Wichtig sind die Abgrenzungen zu ähnlichen Begriffen:
Für die Spedition ist jede Teilsendung eine eigene Sendung. Sie erhält eine eigene Sendungsnummer, eigene Packstückkennzeichnungen wie die NVE und eigene Papiere. Damit der Bezug zum ursprünglichen Auftrag erhalten bleibt, tragen alle Teile dieselbe Kundenreferenz, etwa mit einem Zusatz wie „Teil 1 von 2“. Für jede Teilsendung wird ein eigenes Avis an den Empfänger geschickt.
Fehler können schon bei der Auftragserfassung entstehen. Steht der Hinweis auf die Teilung nur im Freitext einer E-Mail, wird der Auftrag leicht als eine Sendung angelegt. Im TMS sollten die Teilsendungen deshalb als getrennte Sendungen mit gemeinsamer Referenz erfasst werden.
GM-DocuStream liest Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und dem Freitext von E-Mails und gleicht die Adressen mit den Stammdaten des TMS ab. Der Disponent prüft jeden Auftrag und gibt ihn frei, bevor er an das TMS übergeben wird.
Wird jede Teilsendung als eigene Sendung abgerechnet, gelten Mindestgewichte und Mindestfrachten je Teilsendung. Details dazu stehen unter Mindestgewicht. Abweichende Regelungen, etwa eine gemeinsame Berechnung aller Teile, müssen mit dem Auftraggeber vereinbart sein.
Wer die Mehrkosten trägt, ist eine Frage des Kaufvertrags zwischen Verkäufer und Käufer. Nach § 266 BGB ist der Schuldner zu Teilleistungen nicht berechtigt. Teillieferungen setzen daher eine Vereinbarung oder die Zustimmung des Käufers voraus.
Jede Teilsendung braucht einen eigenen Abliefernachweis (POD). Der Empfänger quittiert nur die Packstücke, die er tatsächlich erhalten hat. Ein Vermerk wie „Teillieferung, Rest folgt“ verhindert, dass später Unklarheit über offene Mengen entsteht.
Auch Schäden und Verluste werden je Teilsendung angezeigt. Nach § 438 HGB müssen äußerlich erkennbare Schäden spätestens bei der Ablieferung angezeigt werden, äußerlich nicht erkennbare innerhalb von sieben Tagen. Fehlt die Anzeige, wird vermutet, dass das Gut vollständig und unbeschädigt abgeliefert wurde.
Ein Maschinenbauer bestellt bei einem Händler Ersatzteile und Paletten mit Verbrauchsmaterial. Die Verbrauchsmaterialien sind sofort lieferbar, ein Ersatzteil kommt erst eine Woche später vom Hersteller. Der Käufer stimmt der Teillieferung zu. Der Händler beauftragt seine Spedition mit zwei Sendungen unter derselben Bestellnummer. Die Spedition stellt beide Teile getrennt zu, avisiert jeden Teil und legt dem Händler zwei Abliefernachweise vor.
Split Delivery ist der englische Begriff für eine geteilte Zustellung oder Teillieferung. Ein Auftrag wird dabei in mehreren Teilsendungen ausgeliefert, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder von verschiedenen Standorten beim Empfänger ankommen.
Nach § 266 BGB ist der Schuldner zu Teilleistungen nicht berechtigt. Ohne Vereinbarung oder Zustimmung muss der Käufer eine Teillieferung daher grundsätzlich nicht akzeptieren.
Das richtet sich nach dem Kaufvertrag. Maßgeblich ist, was Verkäufer und Käufer zu Versandkosten und Teillieferungen vereinbart haben.
Eine Teillieferung ist eine geplante Aufteilung des Auftrags vor dem Versand. Eine Nachlieferung schließt eine Lücke, nachdem eine Lieferung unvollständig angekommen ist, etwa wegen Fehlmengen oder Verwechslungen.