Nachlieferung: Ursachen, Ablauf und Kosten
Nachlieferung in der Logistik: Ursachen wie Fehlmengen und Transportschäden, Ablauf von der Reklamation bis zur Zustellung und wer die Kosten trägt.
Nachlieferung in der Logistik: Ursachen wie Fehlmengen und Transportschäden, Ablauf von der Reklamation bis zur Zustellung und wer die Kosten trägt.
Eine Nachlieferung ist die nachträgliche Lieferung von Ware, die in einer Sendung gefehlt hat, beschädigt war oder falsch geliefert wurde. Sie kann geplant sein, wenn ein Auftrag bewusst aufgeteilt wird, oder Folge eines Fehlers. Für den Transport entsteht ein eigener Auftrag mit Bezug zur ursprünglichen Lieferung.
Eine Nachlieferung schließt eine Lücke zwischen bestellter und gelieferter Ware. Sie folgt der ursprünglichen Sendung zeitlich nach und bezieht sich auf denselben Kundenauftrag. In Lieferscheinen und Warenwirtschaftssystemen kann sie daher mit der ursprünglichen Auftrags- oder Lieferscheinnummer verknüpft werden. Bestätigte Positionen, die mangels Bestand erst später geliefert werden können, heißen auch Rückstand oder Backorder.
Von ähnlichen Begriffen ist die Nachlieferung so abzugrenzen:
Das hängt von der Ursache ab. Liegt ein Mangel der Kaufsache vor, wozu auch eine Falschlieferung zählt, trägt der Verkäufer nach § 439 Abs. 2 BGB die für die Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten. Bei einem Schaden oder Verlust während der Beförderung haftet der Frachtführer nach § 425 HGB für die Zeit zwischen Übernahme und Ablieferung, allerdings der Höhe nach begrenzt. Wurde eine Teillieferung vereinbart, regelt der Vertrag, wer die zusätzlichen Frachtkosten zahlt.
Für die Spedition ist eine Nachlieferung ein neuer Auftrag, der kurzfristig eingehen und eilig sein kann. Kleine Mengen können als Stückgut oder per Express laufen. Wichtig ist eine eindeutige Referenz auf die ursprüngliche Sendung, damit Empfänger, Abrechnung und gegebenenfalls die Schadensbearbeitung die Vorgänge zuordnen können.
Ein Beispiel: Ein Großhändler liefert Fliesen an eine Baustelle, eine Palette fehlt. Der Bauleiter vermerkt die Fehlmenge auf dem Lieferschein. Der Großhändler stellt fest, dass die Palette im Lager stehen geblieben ist, und schickt der Spedition per E-Mail einen neuen Auftrag mit Hinweis auf die erste Lieferung und einem festen Liefertermin.
Solche Nachlieferungsaufträge kommen häufig als E-Mail oder PDF. GM-DocuStream liest Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und E-Mail-Texten und gleicht Adressen mit den Stammdaten des TMS ab. Der Disponent prüft und gibt jeden Auftrag frei, bevor er an das TMS übergeben wird.
Das hängt davon ab, ob die Ware vorrätig ist und welche Versandart gewählt wird. Ist die Ware am Lager, kann sie wie eine normale Sendung oder per Express verschickt werden. Muss sie erst beschafft oder produziert werden, dauert es entsprechend länger.
Beim Handelskauf verlangt § 377 HGB eine unverzügliche Rüge gegenüber dem Verkäufer. Gegenüber dem Frachtführer muss ein äußerlich erkennbarer Verlust oder Schaden nach § 438 HGB spätestens bei der Ablieferung angezeigt werden, ein nicht erkennbarer innerhalb von sieben Tagen.
Backorder, auf Deutsch Rückstand, ist eine bestätigte Auftragsposition, die mangels Bestand nicht mit der ersten Sendung geliefert werden kann. Sie wird nachgeliefert, sobald die Ware verfügbar ist.
Eine Nachlieferung ergänzt fehlende Ware. Eine Ersatzlieferung ersetzt Ware, die zwar geliefert wurde, aber mangelhaft oder beschädigt ist.