Güterverkehrszentrum (GVZ): Aufbau und Funktion
Güterverkehrszentrum (GVZ): Merkmale, KV-Terminal, Abgrenzung zum Güterverteilzentrum, Vor- und Nachteile sowie Beispiele aus Deutschland.
Güterverkehrszentrum (GVZ): Merkmale, KV-Terminal, Abgrenzung zum Güterverteilzentrum, Vor- und Nachteile sowie Beispiele aus Deutschland.
Ein Güterverkehrszentrum (GVZ) ist ein Gewerbegebiet, in dem sich Speditionen, Logistikdienstleister und logistikintensive Industrie- und Handelsbetriebe als eigenständige Unternehmen ansiedeln. Es verknüpft mindestens zwei Verkehrsträger, meist Straße und Schiene. Viele GVZ verfügen über ein Terminal des kombinierten Verkehrs.
Ein Güterverkehrszentrum, abgekürzt GVZ, ist ein geplanter Standort für Transport- und Logistikbetriebe. Anders als ein normales Gewerbegebiet ist es auf den Güterverkehr ausgerichtet und an mindestens zwei Verkehrsträger angebunden, in der Regel Straße und Schiene, teils zusätzlich an eine Wasserstraße. Kern vieler GVZ ist eine Umschlaganlage des kombinierten Verkehrs (KV-Terminal). Typische Merkmale sind:
Im KV-Terminal werden Container, Wechselbrücken und kranbare Sattelauflieger zwischen Zug und Lkw umgeschlagen, ohne dass die Ware selbst umgepackt wird. Den intermodalen Transport ergänzt die Straße: Im Vorlauf bringt der Lkw die Ladeeinheit zum Terminal, im Nachlauf holt er sie am Zielterminal ab und stellt sie zu. Die im GVZ angesiedelten Speditionen bündeln zudem Sendungen für den Fernverkehr und verteilen ankommende Ware in der Region. Weil viele Betriebe nah beieinander liegen, sind die Wege für den Umschlag und den Austausch von Ladungen kurz.
Die Begriffe werden oft verwechselt. Ein Güterverteilzentrum ist ein Distributionszentrum eines einzelnen Unternehmens, etwa einer Handelskette oder einer großen Spedition. Es kann einen eigenen Gleisanschluss haben, ist aber nicht für andere Betriebe offen und hat in der Regel kein öffentliches KV-Terminal. Logistikzentrum ist ein allgemeiner Begriff für größere Lager- und Umschlaganlagen. Ein Gewerbegebiet nur für Transportunternehmen ohne Terminal und ohne koordinierende Stelle gilt ebenfalls nicht als GVZ. Das Güterverkehrszentrum verbindet mehrere eigenständige Unternehmen mit einer gemeinsamen intermodalen Infrastruktur.
Vorteile:
Nachteile und Grenzen:
Das GVZ Bremen gilt als ältester GVZ-Standort in Deutschland. Zu den bekannten Standorten zählen neben Bremen das GVZ Nürnberg, das GVZ Berlin Süd in Großbeeren und das GVZ Leipzig. In den europäischen Standortvergleichen der Deutschen GVZ-Gesellschaft (DGG) lag das GVZ Bremen mehrfach auf den vorderen Plätzen.
Für eine Spedition ist ein Standort im GVZ vor allem dann interessant, wenn sie regelmäßig Ladeeinheiten im kombinierten Verkehr versendet oder empfängt. Die kurzen Wege zum Terminal senken den Aufwand im Vor- und Nachlauf. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Planung: Zugabfahrten, Annahmeschlusszeiten am Terminal und die Lkw-Touren im Nahbereich müssen aufeinander abgestimmt werden. Dafür brauchen Disposition und TMS vollständige Auftragsdaten zu Ladeeinheit, Gewicht und Terminen.
GVZ steht für Güterverkehrszentrum. Gemeint ist ein Standort, an dem sich Transport- und Logistikunternehmen ansiedeln und der an mindestens zwei Verkehrsträger angebunden ist, meist Straße und Schiene.
Ein GVZ wird meist von einer Entwicklungsgesellschaft geplant und vermarktet, an der häufig Kommunen, Länder oder Wirtschaftsförderungen beteiligt sind. Die einzelnen Betriebe im GVZ sind eigenständige Unternehmen, das KV-Terminal hat oft einen eigenen Betreiber.
Ein KV-Terminal ist eine Umschlaganlage des kombinierten Verkehrs. Dort werden Container, Wechselbrücken und kranbare Sattelauflieger mit Kränen oder Greifstaplern zwischen Lkw und Güterzug umgeschlagen.