Der Kombinierte Verkehr (KV) ist eine spezielle Form des intermodalen Verkehrs. Während beim intermodalen Verkehr allgemein verschiedene Verkehrsträger genutzt werden, unterliegt der Kombinierte Verkehr einer strengeren rechtlichen Definition: Der Großteil der zurückgelegten Strecke (der Hauptlauf) erfolgt per Eisenbahn, Binnen- oder Seeschiff. Der Straßentransport wird lediglich für den Vorlauf (Abholung) und den Nachlauf (Zustellung) genutzt und muss so kurz wie möglich gehalten werden. Ziel des KV ist es, die Flexibilität des LKW auf der „letzten Meile“ mit der hohen Kapazität und Umweltfreundlichkeit der Schiene oder des Wassers auf der Langstrecke zu vereinen.
Ein wesentlicher Anreiz für Unternehmen, den Kombinierten Verkehr zu nutzen, sind gesetzliche Sonderregelungen, die im reinen Straßengüterverkehr nicht gelten.
Damit ein Transport offiziell als „Kombinierter Verkehr“ gilt, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein:
In Deutschland liegt das zulässige Gesamtgewicht für LKW normalerweise bei 40 Tonnen. Im Kombinierten Verkehr ist jedoch ein maximales Gesamtgewicht von 44 Tonnen erlaubt. Dieser Gewichtsvorteil ermöglicht es Verladern, ca. 10 % mehr Ware pro Ladeeinheit zu transportieren, was die Wirtschaftlichkeit massiv steigert. Zudem sind KV-Transporte in vielen Fällen von der Kfz-Steuer befreit oder erhalten Erstattungen.
[Image: A infographic showing the weight limit difference: 40t for standard road transport vs. 44t for Combined Transport, with a train in the middle]
Für Speditionen und Industriebetriebe ist der Kombinierte Verkehr ein entscheidendes Instrument, um Klimaziele zu erreichen und dem Fahrermangel entgegenzuwirken.
Die größte Hürde ist die Verfügbarkeit von Kapazitäten im Schienennetz und die Leistungsfähigkeit der Terminals (z. B. in einem GVZ). Zudem erfordert die Planung eine hohe IT-Affinität, da die Ankunftszeiten (ETA) der Züge genau mit dem Nachlauf-LKW synchronisiert werden müssen. Hier helfen moderne TMS-Lösungen, die intermodale Ketten nahtlos abbilden.
Der Kombinierte Verkehr ist weit mehr als nur eine logistische Alternative; er ist die Antwort auf die ökologischen und infrastrukturellen Herausforderungen unserer Zeit. Durch die intelligente Verknüpfung der Verkehrsträger und die Nutzung der 44-Tonnen-Regelung schaffen Unternehmen eine Win-win-Situation: Sie senken ihre Kosten pro Einheit und verbessern gleichzeitig ihre CO2-Bilanz. Wer heute in KV-fähige Ladeeinheiten investiert, stellt die Weichen für eine zukunftssichere und nachhaltige Logistikstrategie.