Logistik lexikon

Kitting: Ablauf, Vorteile und Abgrenzung

Kitting in der Logistik: wie Teilesätze für Montage und Versand entstehen, Kitting im Lager und in der Produktion und der Unterschied zur Kommissionierung.

Kitting ist das Zusammenstellen mehrerer Einzelteile zu einem Teilesatz, dem Kit, der als Einheit bereitgestellt wird. In der Produktion erhält ein Montageplatz so alle Teile für einen Arbeitsgang in einem Behälter. Im Lager und im Versandhandel bezeichnet Kitting das Bündeln mehrerer Artikel zu einem Set mit eigener Artikelnummer.

Was ist Kitting?

Kitting bezeichnet das Zusammenstellen von Einzelteilen zu einem Kit, also einem Teile- oder Bausatz. Grundlage ist eine Stückliste, die festlegt, welche Teile in welcher Menge zu einem Kit gehören. Das fertige Kit wird als Einheit transportiert, gebucht und bereitgestellt. Im Deutschen spricht man auch von Bausatzbildung oder satzweiser Bereitstellung.

Der Begriff wird in zwei Zusammenhängen verwendet:

  • Kitting in der Produktion: Ein Kit enthält alle Teile, die für einen Arbeitsgang oder ein bestimmtes Produkt benötigt werden. Es wird an den Montageplatz geliefert, statt jedes Teil einzeln im Originalgebinde bereitzustellen.
  • Kitting im Lager und Versand: Mehrere Artikel werden zu einem Verkaufsset zusammengefasst, etwa ein Starterpaket aus Gerät, Zubehör und Anleitung. Das Set erhält eine eigene Artikelnummer.

Wie läuft Kitting ab?

  1. Bedarf ermitteln: Aus dem Fertigungsauftrag oder Kundenauftrag und der Stückliste ergibt sich, welche Kits benötigt werden.
  2. Teile entnehmen: Die Einzelteile werden aus ihren Lagerplätzen entnommen.
  3. Kit zusammenstellen: Die Teile werden in einen Kit-Behälter gelegt, etwa mit fester Fachbelegung, damit jedes Teil seinen Platz hat.
  4. Vollständigkeit prüfen: Scannen, Wiegen oder Sichtkontrolle stellen sicher, dass nichts fehlt. Ein leeres Fach fällt sofort auf.
  5. Kennzeichnen und buchen: Das Kit erhält eine Kennung, die Einzelteile werden in der Lagerverwaltung abgebucht.
  6. Bereitstellen oder versenden: Das Kit geht an den Verbauort oder in den Versand.

Was ist der Unterschied zwischen Kitting und Kommissionierung?

Die Kommissionierung stellt Teilmengen aus einem Gesamtsortiment nach einem Auftrag zusammen. Kitting ist eine besondere Form davon: Das Ergebnis ist kein beliebiger Auftrag, sondern ein festgelegter Teilesatz, der zu einem Produkt oder Arbeitsschritt gehört und etwa in einem eigenen Behälter mit fester Anordnung bereitgestellt wird. Das Kit bildet anschließend eine neue logistische Einheit.

Abzugrenzen ist auch Just-in-Sequence. Dabei werden Teile einer Art in der Reihenfolge der Produktion angeliefert. Beim Kitting werden verschiedene Teile zu einem Satz kombiniert. Beide Verfahren lassen sich verbinden, etwa wenn Kits in der Reihenfolge der Fertigungsaufträge an das Band gehen.

Wo findet Kitting statt: im Lager oder in der Produktion?

Kitting kann an verschiedenen Stellen der Intralogistik erfolgen:

  • im Zentrallager: Die Kits werden dort gebildet, wo die Teile ohnehin lagern.
  • in einem Supermarkt nahe der Produktion: Ein Pufferbereich mit kleinen Mengen dient als Quelle für die Kits, die dann zum Beispiel per Routenzug oder Milk Run ans Band gehen.
  • beim Logistikdienstleister: Im Rahmen der Kontraktlogistik übernehmen Dienstleister das Kitting als Mehrwertdienst für Industrie- oder Handelskunden.

In der Montage unterscheidet man stationäre Kits, die an einem festen Arbeitsplatz verbraucht werden, und mitlaufende Kits, die das Produkt über mehrere Stationen begleiten. Welche Variante passt, hängt vom Aufbau der Produktionslogistik ab.

Welche Vorteile und Nachteile hat Kitting?

Vorteile:

  • weniger Platzbedarf am Montageplatz, weil keine Originalgebinde dort stehen
  • keine Suchzeiten für Monteure, sie erhalten genau die benötigten Teile
  • Vollständigkeitskontrolle vor der Montage
  • einfachere Montage vieler Varianten an einem Arbeitsplatz

Nachteile:

  • zusätzlicher Arbeitsschritt mit eigenem Personal- und Flächenbedarf
  • Fehler im Kit wirken sich direkt auf die Montage aus
  • Kosten für spezielle Behälter und deren Rücklauf

Für Teile mit hohem, gleichmäßigem Verbrauch kann die Bereitstellung im Originalbehälter wirtschaftlicher sein. Kitting kommt besonders in Betracht bei vielen Varianten, kleinen Teilen und wenig Platz am Arbeitsplatz.

Beispiel für Kitting in der Montage

Ein Hersteller von Schaltschränken montiert viele kundenspezifische Varianten. Für jeden Schrank stellt das Lager anhand der Stückliste ein Kit mit Klemmen, Relais, Kabelkanälen und Befestigungsmaterial zusammen. Das Kit kommt in einem Behälter mit festen Fächern an den Montageplatz. Der Monteur arbeitet die Fächer ab und erkennt am Ende an einem vollen Fach sofort, dass ein Teil noch nicht verbaut wurde.

Häufige Fragen

Was bedeutet Kitting auf Deutsch?

Kitting kommt vom englischen Wort kit für Bausatz oder Satz. Im Deutschen wird es mit Bausatzbildung oder satzweiser Bereitstellung umschrieben oder als Kitting übernommen.

Was ist ein Kit in der Logistik?

Ein Kit ist ein festgelegter Satz von Teilen, der als Einheit bereitgestellt wird. Welche Teile in welcher Menge dazugehören, regelt eine Stückliste.

Wer übernimmt das Kitting?

Das Kitting kann das produzierende Unternehmen selbst in seinem Lager oder in einem Bereich nahe der Produktion übernehmen. Es kann auch an Logistikdienstleister vergeben werden, die es als Mehrwertdienst in der Kontraktlogistik anbieten.

Was kostet Kitting beim Logistikdienstleister?

Einen allgemeinen Preis gibt es nicht. Die Kosten hängen unter anderem von der Zahl der Teile je Kit, den Stückzahlen, der Prüftiefe und den benötigten Behältern ab.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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