Logistik lexikon

LCL (Less than Container Load): Ablauf und Kosten

LCL (Less than Container Load) in der Seefracht: Ablauf über die CFS, Kostenberechnung nach W/M, Vor- und Nachteile und Unterschied zu FCL.

LCL (Less than Container Load) ist eine Versandart in der Seefracht, bei der sich mehrere Versender einen Container teilen. Ein Consolidator bündelt die Sendungen in einer Container Freight Station, berechnet wird nach Volumen oder Gewicht. Im Deutschen heißt LCL auch Sammelcontainerdienst.

Was ist LCL in der Seefracht?

LCL steht für Less than Container Load und bezeichnet in der Seefracht Sendungen, die keinen ganzen Container füllen. Mehrere Versender teilen sich einen Container, jeder zahlt nur für Raum oder Gewicht seiner Sendung. Im Deutschen spricht man auch von Sammelcontainerdienst, Sammelcontainer oder Seefracht-Sammelgut. Das Gegenstück ist FCL (Full Container Load), bei dem ein Versender einen Container allein nutzt.

Das Prinzip entspricht dem Sammelgut im Straßengüterverkehr: Ein Spediteur bündelt viele kleine Sendungen zu einer wirtschaftlichen Ladeeinheit. Diese Konsolidierung übernimmt in der Seefracht ein Consolidator. Das ist eine Spedition oder ein NVOCC (Non-Vessel Operating Common Carrier), also ein Anbieter, der Seetransporte ohne eigene Schiffe verkauft und eigene Konnossemente ausstellt.

Wie funktioniert der LCL-Versand?

  1. Buchung: Der Versender oder seine Spedition bucht beim Consolidator Platz für eine bestimmte Abfahrt.
  2. Vorlauf: Die Ware wird beim Versender abgeholt und im Vorlauf zur Container Freight Station (CFS) gebracht, einer Packstation im oder nahe dem Hafen. Sie muss vor dem Closing dort sein.
  3. Stuffing: In der CFS werden Sendungen verschiedener Versender mit gleichem Zielhafen in einen Container gestaut.
  4. Hauptlauf: Der Sammelcontainer wird wie ein Vollcontainer verschifft.
  5. Stripping: Im Zielhafen wird der Container in einer CFS entladen, die Sendungen werden nach Empfängern getrennt.
  6. Verzollung und Nachlauf: Nach der Zollabfertigung wird jede Sendung im Nachlauf zugestellt oder vom Empfänger abgeholt.

Der Consolidator stellt dem Versender ein eigenes Transportdokument aus, etwa ein House Bill of Lading. Für den gesamten Container erhält er von der Reederei ein Master Bill of Lading. Hat eine Spedition auf einer Relation keine eigenen Sammelcontainer, lädt sie ihre Sendungen bei einem anderen Consolidator zu. Dieses Verfahren heißt Co-Loading.

Wie werden LCL-Kosten berechnet?

Die Seefracht für LCL wird nach dem Grundsatz W/M (Weight or Measurement) berechnet. Dabei werden ein Kubikmeter und eine Tonne (1.000 kg) gleichgesetzt, abgerechnet wird der höhere Wert. Die Einheit heißt Frachttonne oder Revenue Ton. Beispiel: Eine Sendung mit 0,6 Kubikmetern und 900 kg wird mit 0,9 Frachttonnen berechnet, weil das Gewicht überwiegt. Anbieter können eine Mindestmenge ansetzen.

Zur Seefracht kommen weitere Kosten hinzu, unter anderem:

  • CFS-Gebühren für Be- und Entladen des Containers in Abgangs- und Zielhafen
  • Terminal Handling Charges (THC)
  • Zuschläge wie Bunker- und Währungszuschläge
  • Dokumenten- und Zollabfertigungsgebühren
  • Kosten für Vor- und Nachlauf

Weil viele dieser Kosten pro Sendung anfallen, machen sie bei sehr kleinen Sendungen einen großen Teil der Gesamtkosten aus.

Welche Vorteile und Nachteile hat LCL?

Vorteile:

  • Bezahlt wird nur der genutzte Raum, nicht ein ganzer Container.
  • Kleinere Mengen können verschifft werden, ohne auf eine volle Containerladung zu warten.
  • Bestände lassen sich in kleineren Losen nachschieben, das senkt die Kapitalbindung im Lager.

Nachteile:

  • Längere Laufzeit, weil Konsolidierung und Dekonsolidierung in der CFS Zeit kosten.
  • Höheres Schadensrisiko durch zusätzliche Umschläge und die Zuladung fremder Ware.
  • Verzögerungen bei einer Sendung, etwa durch eine Zollkontrolle, können den gesamten Container betreffen.
  • Höhere Kosten je Kubikmeter als im Vollcontainer.

Was ist der Unterschied zwischen LCL und FCL?

Bei FCL bucht ein Versender einen kompletten Container zu einem Pauschalpreis, belädt ihn meist selbst, und der Container wird erst beim Empfänger wieder geöffnet. Bei LCL bucht er nur Teilraum, die Beladung übernimmt der Consolidator in der CFS. Ab welcher Menge FCL günstiger ist, hängt von den Raten für Container und LCL auf der jeweiligen Relation ab. Einen festen Schwellenwert gibt es nicht, Speditionen rechnen bei mittleren Mengen beide Varianten durch.

Welche Daten braucht die Spedition für einen LCL-Auftrag?

Für Buchung und Abrechnung braucht die Spedition die Anzahl der Packstücke, Maße, Gewichte, die Warenbeschreibung, Abgangs- und Zielhafen sowie Versender und Empfänger. Fehlen Maße oder sind sie falsch, stimmt die Frachtberechnung nach W/M nicht, und nach dem Aufmaß in der CFS folgen Nachbelastungen. Die Auftragserfassung ist deshalb bei LCL besonders wichtig. Solche Aufträge kommen häufig per E-Mail mit Packliste als PDF oder Excel-Datei. GM-DocuStream liest Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und E-Mail-Texten und gleicht Adressen mit den Stammdaten des TMS ab. Der Disponent prüft und gibt jeden Auftrag frei, danach wird er per API oder als Datei an das TMS übergeben.

Häufige Fragen

Was bedeutet CFS bei LCL?

CFS steht für Container Freight Station. Das ist eine Packstation im oder nahe dem Hafen, in der LCL-Sendungen mehrerer Versender in einen Container geladen und im Zielhafen wieder entladen und getrennt werden.

Wie lange dauert ein LCL-Transport?

Die reine Seereise dauert so lange wie bei einem Vollcontainer auf demselben Schiff. Hinzu kommt Zeit für die Anlieferung bis zum Closing, das Beladen und Entladen in der CFS und die Verzollung. Die konkrete Laufzeit für eine Relation nennt der Consolidator oder die Spedition.

Was ist ein Sammelcontainerdienst?

Sammelcontainerdienst ist die deutsche Bezeichnung für LCL. Ein Spediteur oder Consolidator fasst Sendungen verschiedener Versender in einem Container zusammen und verschifft sie gemeinsam.

Lohnt sich LCL für sehr kleine Sendungen?

Das hängt vom Einzelfall ab. Anbieter können eine Mindestmenge berechnen, und Gebühren wie CFS-, Dokumenten- und Zollkosten fallen pro Sendung an. Bei sehr kleinen oder eiligen Sendungen kann deshalb Luftfracht oder ein Paketdienst wirtschaftlicher sein.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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