Lean Management: Prinzipien, Muda und Logistik
Lean Management einfach erklärt: die fünf Prinzipien nach Womack und Jones, die Verschwendungsarten (Muda) und die Anwendung in Lager und Transport.
Lean Management einfach erklärt: die fünf Prinzipien nach Womack und Jones, die Verschwendungsarten (Muda) und die Anwendung in Lager und Transport.
Lean Management ist ein Führungs- und Organisationsansatz, der alle Tätigkeiten am Nutzen für den Kunden ausrichtet und Verschwendung systematisch beseitigt. Er geht auf das Toyota-Produktionssystem zurück. In der Logistik zielt Lean Management auf kurze Durchlaufzeiten, geringe Bestände, wenige Fehler und einen gleichmäßigen Fluss von Aufträgen und Waren.
Lean Management ist ein Führungs- und Organisationsansatz, der jeden Arbeitsschritt daran misst, ob er für den Kunden einen Wert schafft. Alles andere gilt als Verschwendung und soll schrittweise beseitigt werden. Das englische Wort „lean“ bedeutet „schlank“. Der Ansatz stammt aus dem Toyota-Produktionssystem. Bekannt wurde er durch die Studie „The Machine That Changed the World“ von James P. Womack, Daniel T. Jones und Daniel Roos, die 1990 erschien.
Lean Production bezeichnet die Anwendung in der Fertigung, Lean Logistics die Übertragung auf Lager, Umschlag und Transport. Lean Management ist der Oberbegriff für das gesamte Unternehmen. Eng verwandt sind Kaizen, das für die kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten steht, und Six Sigma, das Fehler und Streuung in Prozessen verringern will.
Womack und Jones haben in ihrem Buch „Lean Thinking“ fünf Prinzipien beschrieben:
Verschwendung heißt auf Japanisch Muda. Das Toyota-Produktionssystem unterscheidet sieben Arten, in der westlichen Literatur kommt als achte das ungenutzte Wissen der Mitarbeiter hinzu. Übertragen auf die Logistik:
Neben Muda nennt der Ansatz Mura (Ungleichmäßigkeit) und Muri (Überlastung). Starke Schwankungen im Auftragseingang führen an einzelnen Tagen zu Überlastung und an anderen zu Leerlauf.
Das Toyota-Produktionssystem (TPS) entstand nach dem Zweiten Weltkrieg bei Toyota. Als sein wichtigster Gestalter gilt Taiichi Ohno. Das System stützt sich auf zwei Säulen: Just-in-Time und Jidoka. Jidoka bedeutet, dass ein Prozess anhält, sobald ein Fehler auftritt, damit fehlerhafte Teile nicht weitergegeben werden. Aus dem TPS stammen viele Werkzeuge, die heute zum Lean Management gehören, etwa die Wertstromanalyse (Value Stream Mapping), 5S für Ordnung am Arbeitsplatz, Poka Yoke für die Fehlervermeidung durch einfache technische Vorkehrungen und Kanban für die Steuerung nach dem Pull-Prinzip.
Im Lager setzt Lean am Materialfluss an: Artikel mit vielen Zugriffen liegen nah an der Packzone, Arbeitsplätze sind nach 5S geordnet, und für Wareneingang und Verladung gibt es feste Abläufe. Im Transport geht es um gebündelte Touren, wenige Leerkilometer, abgestimmte Rampenzeiten und eine Disposition, die mit vollständigen Daten arbeitet.
Verschwendung entsteht auch im Büro. Wenn Aufträge per E-Mail, PDF oder Excel eingehen und von Hand ins TMS übertragen werden, entstehen Wartezeiten, Doppelarbeit und Tippfehler. GM-DocuStream liest solche Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und Freitext in E-Mails, gleicht Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und übergibt jeden Auftrag nach Prüfung und Freigabe durch den Disponenten an das TMS.
Eine Spedition zeichnet den Wertstrom eines Auftrags vom Eingang der E-Mail bis zur Einplanung in die Tour auf. Dabei zeigt sich, dass Aufträge im Sammelpostfach liegen bleiben, Lieferadressen telefonisch nachgefragt werden und dieselben Daten zweimal eingegeben werden. Das Team legt fest, welche Pflichtangaben ein Auftrag enthalten muss, ordnet jedem Postfach eine Zuständigkeit zu und übernimmt die Daten aus der Auftragserfassung direkt in die Disposition. Nach einigen Wochen wird der Wertstrom erneut betrachtet und der nächste Engpass angegangen.
Lean bedeutet „schlank“. Gemeint ist eine Organisation ohne überflüssige Schritte, Bestände und Wartezeiten, nicht ein Abbau von Personal.
Lean Production beschreibt die Anwendung der Lean-Prinzipien in der Fertigung. Lean Management überträgt sie auf das ganze Unternehmen, also auch auf Verwaltung, Vertrieb und Logistik.
Muda steht für Verschwendung, Mura für Ungleichmäßigkeit und Muri für Überlastung von Menschen oder Anlagen. Lean Management versucht, alle drei zu verringern, weil sie sich gegenseitig verstärken.
Ein naheliegender Einstieg ist die Wertstromanalyse eines einzelnen, klar abgegrenzten Prozesses. Sie macht sichtbar, wo Wartezeiten und Doppelarbeit entstehen, und liefert die Grundlage für die ersten Verbesserungen.