Logistik lexikon

Logistik: Definition, Ziele und Teilbereiche

Logistik: Was der Begriff bedeutet, woher er stammt, welche Ziele die 7 R beschreiben und welche Teilbereiche zur Unternehmenslogistik gehören.

Logistik ist die Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle von Material- und Warenflüssen sowie der dazugehörigen Informationen von der Quelle bis zum Ziel. Kern sind Transport, Umschlag und Lagerung. Betrachtet man die Logistik aus Sicht eines einzelnen Betriebs, spricht man von Unternehmenslogistik.

Was ist Logistik?

Logistik umfasst alle Tätigkeiten, mit denen Güter so bewegt, gelagert und bereitgestellt werden, dass sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar sind. Die physischen Kernprozesse werden in der Fachsprache als TUL-Prozesse bezeichnet: Transport, Umschlag und Lagerung. Hinzu kommen Kommissionierung, Verpackung und Etikettierung. Parallel dazu läuft ein Informationsfluss mit Aufträgen, Lieferscheinen, Avisen und Statusmeldungen, der dem Warenfluss oft vorausgeht.

Logistik ist mehr als Transport. Der Transport ist ein Teilprozess, die Logistik koordiniert die gesamte Abfolge. Vom Supply Chain Management unterscheidet sie sich im Blickwinkel: Das Supply Chain Management steuert die Lieferkette über mehrere Unternehmen hinweg und schließt Einkauf, Absatzplanung und Finanzflüsse ein. Die Logistik ist darin der Teil, der den physischen Fluss und die zugehörigen Daten organisiert.

Woher kommt der Begriff Logistik?

Der Begriff stammt aus dem Militärwesen. Dort bezeichnete Logistik die Versorgung, Unterbringung und Bewegung von Truppen. Der Militärtheoretiker Antoine-Henri Jomini beschrieb die Logistik im 19. Jahrhundert als eigenen Teil der Kriegskunst. Für die Herkunft des Wortes werden zwei Wurzeln genannt: das griechische logistikós (rechnerisch, berechnend) und das französische loger (unterbringen, einquartieren). Erst im 20. Jahrhundert wurde der Begriff auf Unternehmen übertragen und ist heute vor allem betriebswirtschaftlich geprägt.

Welche Ziele verfolgt die Logistik?

Als Merkregel für die Ziele der Logistik sind die „7 R“ verbreitet. Sie stammen aus Lehrbüchern und Schulungen, nicht aus einer Norm, und werden in leicht unterschiedlichen Fassungen genannt. Eine häufige Aufzählung lautet:

  1. das richtige Produkt
  2. in der richtigen Menge
  3. im richtigen Zustand beziehungsweise in der richtigen Qualität
  4. am richtigen Ort
  5. zur richtigen Zeit
  6. für den richtigen Kunden
  7. zu den richtigen Kosten

In manchen Fassungen ersetzt „die richtigen Informationen“ einen der Punkte. Hinter der Regel steht ein Zielkonflikt: Ein hoher Lieferservice mit kurzen Lieferzeiten und hoher Termintreue kann höhere Bestände und Transportkosten verursachen. Aufgabe der Logistik ist es, beides gegeneinander abzuwägen. Als weiteres Ziel kommt die Verringerung von Emissionen und Leerfahrten hinzu.

Welche Teilbereiche hat die Logistik?

Nach den Phasen des Warenflusses in einem Industriebetrieb lässt sich die Logistik in vier Teilbereiche gliedern:

  • Beschaffungslogistik: Warenfluss vom Lieferanten bis zur Bereitstellung im eigenen Betrieb
  • Produktionslogistik: Materialfluss durch die Fertigungsstufen bis zum Fertigwarenlager
  • Distributionslogistik: Weg der fertigen Ware zum Kunden, einschließlich Auslieferungslager und Transport
  • Entsorgungslogistik: Rückführung von Leergut, Verpackungen, Reststoffen und Abfällen; zusammen mit Retouren und Reparaturrückläufen spricht man von Reverse Logistics

Quer zu diesen Phasen stehen Funktionsbereiche wie die Intralogistik für den innerbetrieblichen Materialfluss, die Lagerlogistik und die Transportlogistik.

Was ist Unternehmenslogistik?

Unternehmenslogistik ist die Logistik aus Sicht eines einzelnen Unternehmens. Sie umfasst alle Material- und Informationsflüsse, die in diesem Unternehmen und an seinen Grenzen zu Lieferanten und Kunden anfallen, und ist damit eine Querschnittsfunktion zwischen Einkauf, Produktion und Vertrieb. Inhaltlich deckt sie die vier oben genannten Teilbereiche ab. Der Begriff wird oft gleichbedeutend mit Logistik verwendet, betont aber die einzelbetriebliche Perspektive.

In der Fachliteratur wird diese Ebene auch Mikrologistik genannt. Davon abgegrenzt werden die Makrologistik, die das Güterverkehrssystem einer ganzen Volkswirtschaft betrachtet, und die Metalogistik, die sich mit der Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen befasst, etwa in Kooperationen von Speditionen. Ein Industrie- oder Handelsunternehmen kann seine Logistik selbst betreiben oder Teile an Logistikdienstleister vergeben, zum Beispiel an einen Third Party Logistics Provider (3PL).

Welche Rolle spielt die Spedition in der Logistik?

Ein Beispiel zeigt, wie die Teilbereiche ineinandergreifen: Ein Maschinenbauer lässt Zukaufteile von einer Spedition bei mehreren Lieferanten abholen (Beschaffung). Im Werk werden die Teile eingelagert und an die Montage geliefert (Produktion). Die fertigen Maschinen gehen per Komplettladung an Kunden im In- und Ausland (Distribution), leere Gitterboxen fahren zurück zu den Lieferanten (Entsorgung beziehungsweise Leergutrückführung).

Die Spedition organisiert in diesem Ablauf die Transporte außerhalb des Werks. Sie nimmt die Aufträge des Verladers an, plant die Touren im Transport-Management-System (TMS), erstellt die Begleitpapiere und meldet den Status zurück. Für den Verlader ist sie damit ein Teil seiner Unternehmenslogistik, auch wenn sie rechtlich ein eigenständiger Auftragnehmer ist.

Häufige Fragen

Was bedeutet Logistik einfach erklärt?

Logistik sorgt dafür, dass Waren zur richtigen Zeit in der richtigen Menge am richtigen Ort ankommen. Dazu plant und steuert sie Transport, Umschlag und Lagerung sowie die Informationen, die diese Abläufe begleiten.

Was bedeutet TUL in der Logistik?

TUL steht für Transport, Umschlag und Lagerung. Diese drei Prozesse gelten als die physischen Kernaufgaben der Logistik. Kommissionierung und Verpackung werden häufig ergänzend dazugezählt.

Was ist der Unterschied zwischen Logistik und Spedition?

Logistik ist das Fachgebiet, also die Organisation von Warenflüssen insgesamt. Eine Spedition ist ein Unternehmen, das im Auftrag eines Versenders die Beförderung von Gütern besorgt und dafür Frachtführer einsetzt oder selbst fährt. Viele Speditionen bieten zusätzlich Lagerung und weitere Logistikleistungen an.

Was ist der Unterschied zwischen Logistik und Supply Chain Management?

Die Logistik organisiert den physischen Fluss von Gütern und die dazugehörigen Informationen. Supply Chain Management ist weiter gefasst und steuert die gesamte Lieferkette über Unternehmensgrenzen hinweg, einschließlich Einkauf, Bedarfsplanung und Finanzflüssen.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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