Logistikcontrolling: Regelkreis, Ablauf, Kennzahlen
Logistikcontrolling im Überblick: der Regelkreis aus Planen, Steuern, Messen und Korrektur, Unterschied zum PDCA-Zyklus und wichtige Kennzahlen.
Logistikcontrolling im Überblick: der Regelkreis aus Planen, Steuern, Messen und Korrektur, Unterschied zum PDCA-Zyklus und wichtige Kennzahlen.
Logistikcontrolling ist die Planung, Steuerung und Kontrolle der Logistik eines Unternehmens anhand von Kennzahlen. Sein Kern ist ein Regelkreis aus Zielvorgabe, Steuerung, Messung, Soll-Ist-Vergleich mit Abweichungsanalyse und Korrektur. So werden Kosten, Leistung, Qualität und Zeit von Transport, Lager und Umschlag laufend überwacht und verbessert.
Logistikcontrolling, auch Logistik-Controlling geschrieben, ist ein Teilbereich des Controllings. Es versorgt die Logistikleitung und die Geschäftsführung mit Informationen, um Material- und Informationsflüsse zu planen, zu steuern und zu kontrollieren. Controlling ist dabei mehr als Kontrolle: Es umfasst auch die Zielsetzung und die Steuerung von Maßnahmen.
Das strategische Logistikcontrolling unterstützt langfristige Entscheidungen, etwa über Standorte, Eigen- oder Fremdleistung und Investitionen. Das operative Logistikcontrolling überwacht das Tagesgeschäft, zum Beispiel Transportkosten, Bestände und Durchlaufzeiten. Erstreckt sich die Betrachtung über mehrere Unternehmen der Lieferkette, spricht man von Supply Chain Controlling.
Der Regelkreis stammt aus der Regelungstechnik. Eine Größe wird laufend gemessen, mit einem Sollwert verglichen und bei Abweichungen korrigiert. Die Messung wirkt auf die Steuerung zurück, deshalb spricht man von Rückkopplung. Ein bekanntes Beispiel ist die Heizung mit Thermostat.
Vom Regelkreis zu unterscheiden ist die Steuerkette. Sie gibt eine Vorgabe aus, ohne das Ergebnis zu messen und zurückzumelden. Das Controlling überträgt das Prinzip der Rückkopplung auf die Unternehmenssteuerung.
Danach beginnt der Kreis von vorn. Je kürzer die Zeit zwischen Messung und Korrektur, desto schneller lassen sich Abweichungen abstellen.
Der PDCA-Zyklus, auch Deming-Kreis genannt, besteht aus den Schritten Plan, Do, Check und Act. Er stammt aus dem Qualitätsmanagement und ist ein Werkzeug der kontinuierlichen Verbesserung, wie sie auch Kaizen verfolgt. Der Aufbau ähnelt dem Controlling-Regelkreis.
Der Unterschied liegt im Ziel. Der Controlling-Regelkreis soll einen Plan erreichen und Abweichungen ausgleichen. Der PDCA-Zyklus soll einen Ablauf dauerhaft verbessern und das Ergebnis als neuen Standard festschreiben. In der Praxis ergänzen sich beide. Auch in der Materialversorgung wird das Regelkreisprinzip genutzt, etwa bei Kanban.
Die Kennzahlen lassen sich nach den Zieldimensionen Kosten, Leistung, Qualität und Zeit ordnen:
Zwei allgemein verwendete Formeln: Die Termintreue ist die Zahl der termingerechten Lieferungen geteilt durch alle Lieferungen, mal 100. Die Lagerumschlagshäufigkeit ist der Lagerabgang eines Zeitraums geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand. Welche Zielwerte angemessen sind, hängt vom Unternehmen ab. Vergleichswerte liefert das Benchmarking.
Eine Spedition vereinbart mit einem Kunden eine Zustellung am nächsten Werktag. Gemessen wird die Termintreue über die Zustellmeldungen im TMS. Der Soll-Ist-Vergleich zeigt, dass Sendungen in einem Zustellgebiet häufiger verspätet ankommen. Die Analyse ergibt, dass die Fahrzeuge dort spät abfahren, weil Aufträge am Nachmittag erst spät erfasst werden.
Als Korrektur legt die Spedition einen Annahmeschluss fest und beschleunigt die Auftragserfassung. Im nächsten Monat zeigt die Messung, ob die Maßnahme wirkt. Voraussetzung ist, dass die Daten im TMS vollständig und richtig sind. Kennzahlen sind nur so verlässlich wie die erfassten Auftrags- und Statusdaten.
Ein Logistikcontroller plant Budgets und Ziele für die Logistik, erstellt Kennzahlenberichte und analysiert Abweichungen. Er bereitet Entscheidungen vor, etwa zu Kosten, Dienstleistern oder Investitionen, und berät die Logistikleitung.
Logistikcontrolling betrachtet die Logistik eines einzelnen Unternehmens. Supply Chain Controlling bezieht die vor- und nachgelagerten Partner der Lieferkette ein und bewertet Kosten und Leistungen über Unternehmensgrenzen hinweg.
Ein Regelkreis misst das Ergebnis und korrigiert bei Abweichungen, die Messung wirkt also zurück. Eine Steuerkette gibt nur eine Vorgabe aus, ohne das Ergebnis zu prüfen.