Lagerhaltungskosten: Bestandteile und Kostensatz
Lagerhaltungskosten (Inventarkosten): Kapitalbindung, Raum- und Risikokosten, Berechnung des Lagerhaltungskostensatzes und Wege zur Senkung.
Lagerhaltungskosten (Inventarkosten): Kapitalbindung, Raum- und Risikokosten, Berechnung des Lagerhaltungskostensatzes und Wege zur Senkung.
Lagerhaltungskosten sind alle Kosten, die durch das Vorhalten von Beständen entstehen. Dazu gehören die Zinsen auf das gebundene Kapital, die Kosten für Lagerraum, Einrichtungen und Personal sowie Risikokosten wie Schwund, Verderb und Veralterung. Teilweise wird dafür auch der Begriff Inventarkosten verwendet.
Lagerhaltungskosten sind alle Kosten, die dadurch entstehen, dass ein Unternehmen Bestände vorhält. Dazu gehören die Kosten für das in den Vorräten gebundene Kapital, für Lagerräume, Einrichtungen und Personal sowie für Risiken wie Schwund oder Veralterung. Ihre Höhe hängt von der Bestandsmenge, dem Wert der Ware, der Lagerdauer und der Art des Lagers ab.
Der Begriff Inventarkosten wird teilweise als Übersetzung des englischen inventory costs verwendet und meint dasselbe. In der deutschen Fachsprache ist Lagerhaltungskosten die übliche Bezeichnung. Im Rechnungswesen bezeichnet Inventar dagegen das Bestandsverzeichnis, das ein Kaufmann nach § 240 HGB aufstellen muss. Mit den Kosten der Lagerhaltung hat dieser Begriff nichts zu tun.
Abzugrenzen sind außerdem die Bestellkosten. Sie entstehen je Bestellvorgang, zum Beispiel für Einkauf, Wareneingang und Rechnungsprüfung, und sinken, wenn seltener in größeren Mengen bestellt wird. Die Lagerhaltungskosten steigen in diesem Fall.
Je nach Abgrenzung im Unternehmen werden auch die Kosten für Ein- und Auslagerung einbezogen. Sie können auch gesondert als Handlingkosten betrachtet werden.
Ein Teil der Lagerhaltungskosten ist fix, etwa Miete, Abschreibungen und Stammpersonal. Variabel sind vor allem die Kapitalbindungs- und Risikokosten, die mit Bestandshöhe und Lagerdauer steigen.
Die einzelnen Kostenarten werden aus der Kostenrechnung für einen Zeitraum zusammengetragen. Für die Kapitalbindung gilt:
Der Lagerhaltungskostensatz setzt die gesamten Lagerhaltungskosten, also einschließlich der Zinsen, ins Verhältnis zum durchschnittlichen Lagerbestandswert und wird in Prozent angegeben. Er zeigt, welcher Anteil des Warenwerts jährlich für die Lagerhaltung aufgewendet wird. Ein allgemeingültiger Wert lässt sich nicht nennen, denn er hängt von Zinsniveau, Lagerart, Ware und Kostenstruktur ab. Der Satz wird unter anderem für die Berechnung der optimalen Bestellmenge benötigt.
Dabei besteht ein Zielkonflikt: Niedrigere Bestände senken die Lagerhaltungskosten, erhöhen aber Bestellkosten und das Risiko von Fehlmengen. Ziel ist ein optimaler Lagerbestand.
Lagerkosten im engeren Sinn umfassen die Kosten für Raum, Einrichtungen, Personal, Versicherung und Risiken, aber keine Zinsen. Lagerhaltungskosten schließen zusätzlich die Zinsen auf das gebundene Kapital ein. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Begriffe auch gleichbedeutend verwendet.
Dafür gibt es keinen allgemeingültigen Wert. Jedes Unternehmen ermittelt seinen Lagerhaltungskostensatz aus den eigenen Kosten und dem durchschnittlichen Lagerbestandswert. Pauschale Prozentangaben aus Fremdquellen sind für die eigene Kalkulation nur bedingt brauchbar.
Beides. Miete, Abschreibungen und Stammpersonal sind weitgehend fix. Zinsen auf das gebundene Kapital und Risikokosten wie Schwund oder Verderb verändern sich mit Bestandshöhe und Lagerdauer.