Durchschnittliche Lagerdauer: Formel und Beispiel
Durchschnittliche Lagerdauer berechnen: Formel mit Umschlagshäufigkeit, Rechenbeispiel, Aussagekraft der Kennzahl und Ansätze zur Senkung.
Durchschnittliche Lagerdauer berechnen: Formel mit Umschlagshäufigkeit, Rechenbeispiel, Aussagekraft der Kennzahl und Ansätze zur Senkung.
Die durchschnittliche Lagerdauer ist eine Lagerkennzahl, die angibt, wie viele Tage ein Artikel oder ein Bestand im Mittel im Lager liegt, bevor er abgeht. Sie wird aus der Umschlagshäufigkeit berechnet und zeigt, wie lange Kapital in Vorräten gebunden ist und wie schnell Bestände umgeschlagen werden.
Die durchschnittliche Lagerdauer ist eine Lagerkennzahl, die angibt, wie viele Tage ein Artikel oder ein Bestand im Mittel im Lager liegt, bevor er abgeht. Sie wird aus der Umschlagshäufigkeit abgeleitet und ist eine der Grundkennzahlen im Bestandsmanagement. Die Kennzahl beschreibt den Zeitraum vom Wareneingang bis zum Abgang, also bis zum Verbrauch, Verkauf oder Versand.
Abzugrenzen ist sie von der Verweilzeit. Die Lagerdauer ist ein Durchschnittswert, der aus Bestands- und Abgangsdaten einer Periode berechnet wird. Die Verweilzeit misst dagegen allgemein, wie lange eine Sendung, ein Container oder ein Fahrzeug an einem bestimmten Ort verbringt, etwa an der Rampe oder im Terminal.
Die Berechnung erfolgt in zwei Schritten. Zuerst wird die Umschlagshäufigkeit ermittelt, danach die Lagerdauer:
Zusammengefasst ergibt sich: durchschnittliche Lagerdauer = 360 × durchschnittlicher Lagerbestand / Lagerabgang des Jahres. Statt 360 werden auch 365 Tage angesetzt. Wichtig ist, dass innerhalb eines Unternehmens immer dieselbe Konvention gilt, damit die Werte vergleichbar bleiben.
Den durchschnittlichen Lagerbestand berechnet man vereinfacht als (Anfangsbestand + Endbestand) / 2. Genauer wird der Wert, wenn der Jahresanfangsbestand und die zwölf Monatsendbestände addiert und durch 13 geteilt werden. Bestand und Abgang müssen in derselben Einheit vorliegen, also beide in Mengen, etwa Paletten oder Stück, oder beide in Werten zu Einstandspreisen.
Ein Lager hat im Jahresmittel einen Bestand von 500 Paletten eines Artikels. Im selben Jahr gehen 3.000 Paletten dieses Artikels ab. Die Umschlagshäufigkeit beträgt 3.000 / 500 = 6. Die durchschnittliche Lagerdauer liegt damit bei 360 / 6 = 60 Tagen. Jede Palette liegt also rechnerisch zwei Monate im Lager, bevor sie abgeht.
Die Kennzahl zeigt, wie lange Kapital in Vorräten gebunden ist. Mit steigender Lagerdauer wachsen die Lagerhaltungskosten: Zinsen auf das gebundene Kapital, Kosten für Fläche, Personal und Versicherung sowie Risiken wie Schwund, Beschädigung, Verderb und Veralterung.
Als Durchschnitt über das ganze Sortiment verdeckt die Kennzahl große Unterschiede zwischen einzelnen Artikeln. Aussagekräftiger ist sie, wenn sie je Artikel oder Artikelgruppe berechnet und über mehrere Perioden verglichen wird.
Die Lagerdauer sinkt, wenn bei gleichem Abgang weniger Bestand vorgehalten wird. Ansatzpunkte sind:
Wie weit sich die Lagerdauer senken lässt, hängt von Lieferzeiten, Bedarfsschwankungen und der geforderten Lieferbereitschaft ab. Ziel ist ein optimaler Lagerbestand, nicht ein möglichst niedriger Wert.
Für Speditionen mit Lagergeschäft bestimmt die Lagerdauer der eingelagerten Kundenware, wie viele Stellplätze dauerhaft belegt sind und wie viel Kapazität für neue Einlagerungen bleibt. In der Lagerlogistik fließt sie deshalb in die Kapazitätsplanung und in die Kalkulation von Lagerangeboten ein, etwa wenn Lagergeld je Stellplatz und Zeitraum vereinbart wird.
Beide Varianten sind gebräuchlich. Im kaufmännischen Rechnen wird das Jahr mit 360 Tagen angesetzt, in anderen Auswertungen mit 365 Tagen. Entscheidend ist, dass alle Vergleichswerte mit derselben Konvention berechnet werden.
Die Umschlagshäufigkeit gibt an, wie oft der durchschnittliche Bestand in einer Periode abgeht. Die durchschnittliche Lagerdauer rechnet diesen Wert in Tage um. Steigt die Umschlagshäufigkeit, sinkt die Lagerdauer.
Einen allgemeingültigen Zielwert gibt es nicht. Die angemessene Lagerdauer hängt von Branche, Artikel, Haltbarkeit, Lieferzeiten und Lieferbereitschaft ab. Sinnvoll ist der Vergleich mit eigenen Vorperioden und zwischen ähnlichen Artikelgruppen.
Nicht zwingend. Bei Saisonware, bei bewusst aufgebauten Vorräten oder bei langen Wiederbeschaffungszeiten kann eine höhere Lagerdauer gewollt sein. Sie verursacht aber Kapitalbindung und Lagerkosten, die diesem Nutzen gegenübergestellt werden sollten.