Optimaler Lagerbestand: Berechnung und Kennzahlen
Optimaler Lagerbestand: wie Sicherheitsbestand, Meldebestand und Höchstbestand berechnet werden und welche Kennzahlen den Bestand steuern.
Optimaler Lagerbestand: wie Sicherheitsbestand, Meldebestand und Höchstbestand berechnet werden und welche Kennzahlen den Bestand steuern.
Optimaler Lagerbestand bezeichnet die Bestandsmenge, bei der die Lieferbereitschaft gesichert ist und die Summe aus Lagerhaltungs-, Bestell- und Fehlmengenkosten möglichst gering bleibt. Er ergibt sich aus Sicherheitsbestand, Bestellmenge und Wiederbeschaffungszeit und wird über Kennzahlen wie Meldebestand, Höchstbestand und Lagerumschlag gesteuert.
Optimaler Lagerbestand beschreibt das Bestandsniveau, das Lieferfähigkeit und Kosten ins Gleichgewicht bringt. Ein hoher Bestand sichert die Versorgung, bindet aber Kapital und Lagerfläche und verursacht Kosten für Versicherung, Handling, Schwund und Veralterung. Ein niedriger Bestand senkt diese Kosten, erhöht aber das Risiko von Fehlmengen, also von Bedarfen, die nicht sofort bedient werden können.
Einen einzigen richtigen Wert gibt es nicht. Der optimale Bestand unterscheidet sich je Artikel und verändert sich mit Nachfrage, Lieferzeiten und Kosten. Ihn festzulegen und laufend anzupassen, ist eine Kernaufgabe im Bestandsmanagement.
Für die Steuerung werden einige allgemein verwendete Formeln aus der Betriebswirtschaft genutzt:
Den Sicherheitsbestand setzen einfache Verfahren als Verbrauch für eine festgelegte Zahl von Tagen an. Genauere Verfahren leiten ihn statistisch aus der Schwankung von Nachfrage und Lieferzeit und dem angestrebten Servicegrad ab. Die Bestellmenge kann mit der Andler-Formel ermittelt werden, die Bestell- und Lagerhaltungskosten gegeneinander abwägt, siehe optimale Bestellmenge.
Angenommen, ein Großhändler verkauft von einem Schraubensortiment im Mittel 40 Packungen je Arbeitstag. Der Lieferant liefert fünf Arbeitstage nach der Bestellung. Als Sicherheitsbestand legt der Händler den Verbrauch von drei Tagen fest, also 120 Packungen. Der Meldebestand beträgt dann 40 × 5 + 120 = 320 Packungen. Bestellt der Händler jeweils 800 Packungen, liegt der Höchstbestand bei 120 + 800 = 920 Packungen und der durchschnittliche Lagerbestand bei etwa 120 + 400 = 520 Packungen. Steigt der Verbrauch dauerhaft oder wird die Lieferzeit länger, müssen alle drei Werte neu berechnet werden.
Das hängt davon ab, wie stark Verbrauch und Lieferzeit schwanken und welcher Servicegrad angestrebt wird. Bei gleichmäßigem Verbrauch und zuverlässigen Lieferanten reicht ein kleiner Puffer. Bei stark schwankender Nachfrage oder unsicheren Lieferzeiten muss er höher ausfallen.
Der Mindestbestand, auch Sicherheitsbestand, ist der Puffer, der im Normalfall nicht unterschritten werden soll. Der Meldebestand liegt darüber und ist der Bestand, bei dem nachbestellt wird. Er deckt den Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit plus den Sicherheitsbestand.
Ein zu hoher Bestand bindet Kapital, belegt Lagerfläche und verursacht Kosten für Personal, Versicherung, Energie und Verwaltung. Hinzu kommt das Risiko, dass Ware veraltet, verdirbt oder beschädigt wird.
Regelmäßig und immer dann, wenn sich Verbrauch, Lieferzeit oder Bestellmenge ändern. Warenwirtschaftssysteme können Meldebestände automatisch aus den Verbrauchsdaten berechnen, die Parameter sollten trotzdem fachlich geprüft werden.