Schnelldreher: Umschlagshäufigkeit und Lagerplatz
Schnelldreher im Lager: was Renner ausmacht, wie Umschlagshäufigkeit und ABC-/XYZ-Analyse sie erkennen und wo sie gelagert werden sollten.
Schnelldreher im Lager: was Renner ausmacht, wie Umschlagshäufigkeit und ABC-/XYZ-Analyse sie erkennen und wo sie gelagert werden sollten.
Ein Schnelldreher ist ein Artikel, der im Verhältnis zu seinem Bestand sehr häufig umgeschlagen wird und deshalb nur kurz im Lager liegt. Schnelldreher werden auch Renner oder Fast Mover genannt, ihr Gegenstück sind Langsamdreher. Sie erhalten bei der Lagerplatzvergabe die am schnellsten erreichbaren Plätze.
Ein Schnelldreher ist ein Artikel, der im Verhältnis zu seinem Bestand sehr häufig umgeschlagen wird. Er liegt nur kurz im Lager und wird oft entnommen. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Renner und, aus dem Englischen, Fast Mover. Das Gegenstück ist der Langsamdreher, umgangssprachlich auch Penner genannt. Dazwischen liegen Artikel mit mittlerer Umschlagshäufigkeit.
Einen allgemein gültigen Grenzwert, ab dem ein Artikel als Schnelldreher gilt, gibt es nicht. Jedes Unternehmen legt die Grenzen nach Sortiment und Lagerstruktur selbst fest. Schnelldreher sind auch nicht automatisch A-Artikel: Die klassische ABC-Analyse ordnet nach Verbrauchswert. Ein günstiges Verbrauchsmaterial kann deshalb Schnelldreher und zugleich C-Artikel sein.
Die wichtigste Kennzahl ist die Umschlagshäufigkeit:
Für die Lagerorganisation zählt zusätzlich die Zugriffshäufigkeit, also wie oft ein Lagerplatz in einem Zeitraum angefahren wird. Ein Artikel, der in kleinen Mengen sehr oft gepickt wird, belastet die Kommissionierung stärker als einer, der selten in ganzen Paletten ausgelagert wird.
Für die Lagerorganisation kann die ABC-Analyse deshalb nach Zugriffen statt nach Wert durchgeführt werden. Die XYZ-Analyse ergänzt, wie gleichmäßig der Bedarf ist. Ein Schnelldreher mit gleichmäßigem Bedarf (X) lässt sich gut planen. Ein Schnelldreher mit stark schwankendem Bedarf (Z) braucht mehr Sicherheitsbestand oder engere Überwachung.
Ziel der Lagerplatzvergabe ist, die Wege für häufige Zugriffe kurz zu halten. Mögliche Regeln sind:
Diese zonenbasierte Platzvergabe lässt sich mit der chaotischen Lagerhaltung kombinieren. Das Lagerverwaltungssystem wählt dann einen freien Platz innerhalb der passenden Zone. Mehr zur Kommissionierung steht unter Kommissionierung.
Schnelldreher brauchen kurze Wege, häufigen Nachschub und eine zuverlässige Bestandsüberwachung, da ein Fehlbestand schnell viele Aufträge betrifft. Langsamdreher binden dagegen Kapital und Fläche über lange Zeit und gehören eher auf entfernte oder schwer erreichbare Plätze. Ein gutes Lagerlayout trennt beide Gruppen, damit gut erreichbare Plätze nicht durch selten benötigte Ware belegt sind.
Nachfrage ändert sich durch Saison, Aktionen oder Sortimentswechsel. Ein Artikel, der im Sommer zu den Schnelldrehern gehört, kann im Winter kaum gefragt sein. Wird die Einteilung nicht angepasst, belegen ehemalige Schnelldreher die besten Plätze. Die Klassifizierung sollte deshalb regelmäßig geprüft und Artikel bei Bedarf verlagert werden. Mehr dazu unter Umlagerung. Die Kennzahlen dafür kommen aus dem Bestandsmanagement.
Ein Logistikdienstleister kommissioniert für einen Händler von Baubedarf mehrere tausend Artikel. Eine Auswertung der Picks zeigt, dass ein kleiner Teil der Artikel den Großteil der Zugriffe verursacht, darunter günstige Befestigungsmittel. Diese Schnelldreher werden in eine Zone nahe dem Packplatz verlegt und mit größeren Mengen je Platz bevorratet. Seltene Artikel wandern auf entferntere Plätze. Die Wege der Kommissionierer werden dadurch kürzer, ohne dass sich am Lagersystem selbst etwas ändert.
Renner ist ein anderer Ausdruck für Schnelldreher, also Artikel mit hoher Umschlagshäufigkeit. Penner bezeichnet umgangssprachlich Langsamdreher, die lange im Lager liegen und selten nachgefragt werden.
Nein. Die klassische ABC-Analyse ordnet Artikel nach ihrem Verbrauchswert. Ein günstiger Artikel kann sehr oft entnommen werden und trotzdem zur Klasse C gehören. Für die Lagerplatzvergabe kann deshalb eine eigene ABC-Analyse nach Zugriffshäufigkeit erstellt werden.
Man teilt den Lagerabgang eines Zeitraums durch den durchschnittlichen Lagerbestand im selben Zeitraum. Werden in einem Jahr 1.200 Stück entnommen und liegen im Durchschnitt 100 Stück auf Lager, beträgt die Umschlagshäufigkeit 12.