Chaotische Lagerhaltung: Vorteile und Nachteile
Chaotische Lagerhaltung: wie die dynamische Lagerplatzvergabe funktioniert, Unterschied zum Festplatzsystem, Voraussetzungen, Vor- und Nachteile.
Chaotische Lagerhaltung: wie die dynamische Lagerplatzvergabe funktioniert, Unterschied zum Festplatzsystem, Voraussetzungen, Vor- und Nachteile.
Chaotische Lagerhaltung ist eine Form der Lagerplatzvergabe, bei der Artikel keinen festen Platz haben, sondern bei jeder Einlagerung einem passenden freien Platz zugeordnet werden. Ein Lagerverwaltungssystem speichert jede Zuordnung und führt Mitarbeiter bei der Auslagerung zum richtigen Platz. Andere Bezeichnungen sind Freiplatzsystem, dynamische Lagerplatzvergabe oder englisch Random Storage.
Chaotische Lagerhaltung ist eine Form der Lagerplatzvergabe, bei der Artikel keinen festen Platz haben. Bei jeder Einlagerung wird ein passender freier Platz bestimmt, und das System speichert die Zuordnung. Gleichbedeutend sind die Begriffe Freiplatzsystem, freie oder dynamische Lagerplatzvergabe und englisch Random Storage oder Chaotic Storage.
Der Name ist irreführend. Ungeordnet ist das Lager nicht, denn jede Ladeeinheit ist einem eindeutig adressierten Platz zugeordnet. Chaotisch wirkt nur das Bild im Regal: Nebeneinander stehen Artikel, die nichts miteinander zu tun haben, und derselbe Artikel kann an mehreren Stellen liegen.
Die Platzsuche folgt Regeln. Mögliche Kriterien sind Fachgröße und Traglast, Temperaturzone, Vorgaben zur Zusammenlagerung bei der Gefahrgutlagerung und die Zugriffshäufigkeit. Häufig gefragte Artikel, die eine ABC-Analyse nach Zugriffen als A-Artikel ausweist, landen bevorzugt auf Plätzen mit kurzen Wegen. Ein Artikel kann auch bewusst auf mehrere Bereiche verteilt werden (Querverteilung), damit er bei einer Störung in einem Gang weiter verfügbar bleibt.
Beim Festplatzsystem hat jeder Artikel einen festen Lagerplatz. Der Platz bleibt reserviert, auch wenn der Artikel gerade nicht vorrätig ist, und muss für den höchsten erwarteten Bestand ausgelegt sein. Dafür finden Mitarbeiter die Ware ohne System, und ein fehlender Bestand fällt beim Blick ins Regal auf. Bei der chaotischen Lagerhaltung wird jeder freie Platz sofort wieder genutzt, der Lagerort ist aber nur über das System bekannt.
Beide Verfahren lassen sich kombinieren. Ein Beispiel: Der Greifbereich für die Kommissionierung arbeitet mit festen Plätzen, damit Wege planbar bleiben. Das Reservelager, aus dem diese Plätze nachgefüllt werden, ist chaotisch organisiert.
Vorteile:
Nachteile:
Eine Spedition betreibt ein Palettenlager für mehrere Kunden. Im selben Regal stehen Getränkepaletten, Ersatzteile und Saisonware nebeneinander. Das Lagerverwaltungssystem ordnet jede Palette ihrem Eigentümer zu und weist im Wareneingang einen freien Platz zu, der zu Höhe und Gewicht passt. Steigt im Herbst der Bestand eines Kunden, nutzt das System die Plätze, die ein anderer Kunde gerade nicht belegt. Mit festen Plätzen je Kunde müsste die Spedition für jeden Kunden die Spitzenmenge vorhalten.
In der Praxis nicht. Weil sich die Zuordnung von Artikel und Platz ständig ändert, ist eine lückenlose, sofort aktualisierte Platzbuchhaltung nötig. Nur in sehr kleinen Lagern ließe sich das mit Listen nachbilden, mit hohem Fehlerrisiko.
Eingesetzt wird sie zum Beispiel im Versandhandel mit großen, wechselnden Sortimenten, bei Logistikdienstleistern mit mehreren Einlagerern und in automatischen Lagern wie Hochregallagern oder automatischen Kleinteilelagern.
Ohne System ist nicht bekannt, wo welche Ware liegt. Deshalb sollte die Lagerverwaltung abgesichert sein, etwa durch redundante Server und regelmäßig erzeugte Bestandslisten je Platz, mit denen ein Notbetrieb möglich ist.