Logistik lexikon

Umlagerung: Gründe, Ablauf und Buchung im Lager

Umlagerung im Lager: Gründe wie Nachschub und Schnelldreher, Ablauf vom Umlagerauftrag bis zur Buchung im LVS, Umlagerung zwischen Standorten.

Eine Umlagerung ist die Bewegung von Ware von einem Lagerplatz an einen anderen, ohne dass die Ware das Unternehmen verlässt. Sie findet innerhalb eines Lagers oder zwischen Standorten statt und wird im Lagerverwaltungssystem als Ausbuchung am Quellplatz und Einbuchung am Zielplatz erfasst.

Was ist eine Umlagerung?

Eine Umlagerung ist die Bewegung von Ware von einem Lagerplatz an einen anderen, ohne dass die Ware das Unternehmen verlässt. Die Bestandsmenge ändert sich dabei nicht, nur der Ort. Unterschieden werden zwei Formen:

  • Interne Umlagerung: Die Ware wird innerhalb eines Lagers bewegt, etwa von einem Reserveplatz im Regal auf einen Kommissionierplatz oder von einer Lagerzone in eine andere.
  • Standortübergreifende Umlagerung: Die Ware wird zwischen zwei Lagern oder Werken desselben Unternehmens bewegt. Dafür ist ein Transport nötig.

Abzugrenzen ist die Umlagerung von der Einlagerung, bei der Ware aus dem Wareneingang erstmals einen Lagerplatz erhält, und von der Auslagerung, bei der Ware das Lager in Richtung Versand oder Produktion verlässt.

Welche Gründe gibt es für eine Umlagerung?

  • Nachschub: Ist ein Kommissionierplatz fast leer, wird Ware vom Reserveplatz nachgefüllt.
  • Anpassung an die Umschlaghäufigkeit: Entwickelt sich ein Artikel zum Schnelldreher, wird er auf einen Platz mit kurzen Wegen zur Vorzone verlegt. Artikel, die selten bewegt werden, kommen auf weiter entfernte Plätze. Grundlage kann eine ABC-Analyse sein.
  • Platzoptimierung: Mehrere Anbruchpaletten desselben Artikels werden zusammengeführt, um Lagerplätze freizumachen.
  • Qualitätssicherung: Ware mit Verdacht auf Mängel oder mit Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums wird in einen Sperrbereich gebracht.
  • Bestandsausgleich: Bei mehreren Standorten wird Ware dorthin verlegt, wo sie gebraucht wird.
  • Umbau oder Räumung: Lagerbereiche werden für Umbauten, neue Kunden oder Inventuren freigemacht.

Wie läuft eine Umlagerung ab?

  1. Auslösung: Die Umlagerung wird manuell angelegt oder vom Lagerverwaltungssystem (LVS) erzeugt, zum Beispiel durch eine Nachschubregel bei Unterschreiten einer Mindestmenge am Kommissionierplatz.
  2. Umlagerauftrag: Der Auftrag enthält Artikel, Menge, Quellplatz und Zielplatz. In der chaotischen Lagerhaltung vergibt das System den Zielplatz nach freien Kapazitäten.
  3. Entnahme: Der Mitarbeiter scannt Quellplatz und Ware und bestätigt die entnommene Menge.
  4. Transport: Die Ware wird mit Stapler, Hubwagen oder Fördertechnik zum Zielplatz gebracht.
  5. Ablage und Quittierung: Mit dem Scan des Zielplatzes ist die Bewegung abgeschlossen, und der Bestand ist im System umgebucht.

Was ist der Unterschied zwischen Umlagerung und Umbuchung?

Bei einer Umlagerung wird Ware physisch bewegt und die Bewegung in der Lagerverwaltung gebucht. Eine Umbuchung ändert dagegen nur die Buchung, ohne dass die Ware bewegt wird, zum Beispiel wenn sich der Bestandsstatus von gesperrt auf frei verwendbar ändert oder ein Bestand einem anderen Artikel oder Eigentümer zugeordnet wird. Wichtig ist, dass Bewegung und Buchung zusammenpassen. Wird Ware umgelagert, aber nicht gebucht, steht sie im System am alten Platz, und es entsteht eine Fehlmenge am Quellplatz und ein nicht gebuchter Bestand am Zielplatz.

Umlagerung zwischen Standorten: Was ist beim Transport zu beachten?

Bei einer standortübergreifenden Umlagerung wird aus der Lagerbewegung ein Transport. Für die Spedition ist das ein normaler Transportauftrag mit Abholort, Zustellort, Packstücken und Gewicht. Speditionen, die selbst Lager betreiben, führen solche Umlagerungen zwischen eigenen Standorten oder im Auftrag ihrer Einlagerer durch. Wird ein externer Frachtführer eingesetzt, gelten für diesen Transport die Regeln des Frachtvertrags. Im abgebenden Lager wird die Ware ausgebucht, im empfangenden Lager über den Wareneingang wieder eingebucht.

Wie lassen sich unnötige Umlagerungen vermeiden?

Jede Umlagerung kostet Arbeitszeit und Fahrwege und birgt das Risiko von Beschädigungen und Buchungsfehlern. Viele Umlagerungen deuten darauf hin, dass Ware bei der Einlagerung nicht auf einen passenden Platz gekommen ist. Eine Einlagerstrategie, die Umschlaghäufigkeit, Abmessungen und Gewicht berücksichtigt, senkt den Bedarf. Nachschub und Platzoptimierung lassen sich zudem in Zeiten legen, in denen in der Kommissionierung wenig los ist.

Häufige Fragen

Was ist eine Nachschubumlagerung?

Bei einer Nachschubumlagerung wird Ware von einem Reserveplatz auf den Kommissionierplatz desselben Artikels gebracht. Ausgelöst wird sie durch das Lagerverwaltungssystem, wenn die Menge am Kommissionierplatz eine festgelegte Mindestmenge unterschreitet, oder durch einen Mitarbeiter.

Wie wird eine Umlagerung im Lagerverwaltungssystem gebucht?

Die Menge wird am Quellplatz ausgebucht und am Zielplatz eingebucht. In Lagern mit Scannern geschieht das durch den Scan von Quellplatz, Ware und Zielplatz. Ohne Scan erfolgt die Buchung manuell anhand eines Umlagerbelegs.

Ist eine Umlagerung zwischen zwei Lagern ein Transportauftrag?

Ja, sobald die Ware über öffentliche Straßen zu einem anderen Standort gebracht wird, ist ein Transport zu organisieren. Die Spedition erhält dafür einen Transportauftrag wie für jede andere Sendung.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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