Anbruchpalette: Teilmengen, Lagerplatz und Inventur
Anbruchpalette: Was sie ist, wie sie im Lager geführt und bei der Inventur gezählt wird und worin sie sich von der Mischpalette unterscheidet.
Anbruchpalette: Was sie ist, wie sie im Lager geführt und bei der Inventur gezählt wird und worin sie sich von der Mischpalette unterscheidet.
Eine Anbruchpalette ist eine Palette, von der bereits ein Teil der Ware entnommen wurde. Sie enthält nur noch eine Restmenge der ursprünglichen Ladeeinheit, etwa einzelne Kartons oder Lagen. Im Lager wird sie mit ihrer tatsächlichen Menge geführt und bei der Auslagerung gezielt berücksichtigt.
Eine Anbruchpalette ist eine angebrochene Palette: Von der ursprünglichen Ladeeinheit wurden bereits Kartons, Lagen oder Einzelstücke entnommen. Das Gegenstück ist die Vollpalette, die noch die vollständige Menge nach dem Packschema in den Artikelstammdaten enthält. Allgemein steht Anbruch für eine Menge, die kleiner ist als die Verpackungs- oder Bereitstelleinheit. Analog spricht man vom Anbruchkarton.
Anbruchpaletten entstehen bei der Kommissionierung. Bestellt ein Kunde weniger als eine volle Palette, wird eine Vollpalette angebrochen. Der Rest bleibt als Anbruchpalette im Lager, am Kommissionierplatz oder im Reservelager.
Bei der Anbruchpalette geht es um die Menge: Von einer Ladeeinheit wurde etwas entnommen. Bei der Mischpalette geht es um die Zusammensetzung: Auf ihr liegen verschiedene Artikel, zum Beispiel weil sie für einen Kundenauftrag aus mehreren Artikeln zusammengestellt wurde. Eine Mischpalette kann vollständig gepackt sein, eine Anbruchpalette ist immer unvollständig. Davon zu trennen ist die Mischladung, bei der verschiedene Güter gemeinsam in einem Fahrzeug befördert werden.
Das Lagerverwaltungssystem führt den Bestand je Ladeeinheit und Lagerplatz. Nach jeder Entnahme wird die Menge der Palette fortgeschrieben, die Palette behält ihre Kennung. Für die Lagerplatzlogik ergeben sich daraus mehrere Aufgaben:
Bei unversehrten Vollpaletten lässt sich die Menge aus dem Packschema ableiten. Eine Anbruchpalette muss dagegen einzeln gezählt werden. Deshalb sind Anbruchpaletten anfällig für Bestandsdifferenzen: Eine nicht gebuchte Entnahme oder eine falsch zurückgebuchte Restmenge fällt erst bei der Zählung auf. Eine Hilfe ist die Nullkontrolle beim Nulldurchgang: Wird der letzte Karton entnommen, prüft der Mitarbeiter, ob der Platz tatsächlich leer ist.
Eine angebrochene Palette hat keine vollständigen Lagen mehr und damit eine andere Form und einen anderen Schwerpunkt. Vor dem Versand wird sie neu gestapelt und mit Stretchfolie oder Umreifung gesichert, damit die Kartons auf dem Transport nicht verrutschen.
Für die Spedition zählt eine Anbruchpalette als ein Packstück, aber mit geringerem Gewicht als eine Vollpalette; auch die Höhe kann abweichen. Im Frachtbrief und in den Auftragsdaten müssen deshalb die tatsächlichen Werte stehen, nicht die Werte einer Vollpalette aus den Stammdaten. Das ist wichtig für Laderaumplanung, Abrechnung und Ladungssicherung.
Anbruch bezeichnet eine Menge, die kleiner ist als die Verpackungs- oder Bereitstelleinheit, also zum Beispiel eine angebrochene Palette oder ein angebrochener Karton. Der Bestand wird nicht mehr in vollen Einheiten, sondern in der tatsächlichen Restmenge geführt.
Eine Vollpalette enthält die vollständige Menge eines Artikels, wie sie im Packschema festgelegt ist, also alle Lagen mit der vorgesehenen Anzahl Kartons. Wird daraus etwas entnommen, wird sie zur Anbruchpalette.
Die Palette behält ihre Kennung, etwa die Lagereinheitennummer oder das Palettenetikett. Die neue Menge wird im System gebucht und kann zusätzlich auf einem aktualisierten Etikett vermerkt werden, damit Mitarbeiter den Anbruch auch vor Ort erkennen.