Logistik lexikon

Lagerauslastung: Lagernutzungsgrad berechnen

Lagerauslastung berechnen: Belegungsgrad, Flächennutzungsgrad und Raumnutzungsgrad, Einflussfaktoren sowie Vor- und Nachteile hoher Auslastung.

Die Lagerauslastung ist eine Kennzahl, die in Prozent angibt, welcher Anteil der verfügbaren Lagerkapazität tatsächlich belegt ist. Je nach Bezugsgröße wird sie über Lagerplätze, Fläche oder Raum gemessen. Gleichbedeutend werden die Begriffe Lagernutzung, Lagernutzungsgrad und Lagerfüllgrad verwendet. Die Kennzahl dient der Kapazitätsplanung und der Bewertung der Lagerkosten.

Was ist die Lagerauslastung?

Die Lagerauslastung ist eine Kennzahl, die angibt, welcher Anteil der verfügbaren Lagerkapazität tatsächlich belegt ist. Sie wird in Prozent ausgedrückt. Gleichbedeutend werden die Begriffe Lagernutzung, Lagernutzungsgrad, Lagerfüllgrad oder Belegungsgrad verwendet. Je nachdem, worauf sich die Kapazität bezieht, unterscheidet man die Auslastung der Lagerplätze, der Fläche und des Raums.

Abzugrenzen ist die Lagerauslastung von der Umschlagshäufigkeit. Die Auslastung beschreibt, wie voll das Lager ist. Die Umschlagshäufigkeit beschreibt, wie schnell der Bestand bewegt wird. Ein Lager kann voll ausgelastet sein und trotzdem einen geringen Umschlag haben, wenn dort vor allem Langsamdreher liegen.

Wie berechnet man die Lagerauslastung?

Alle Varianten folgen demselben Prinzip: belegte Kapazität geteilt durch verfügbare Kapazität, multipliziert mit 100.

  • Belegungsgrad der Lagerplätze = belegte Lagerplätze / vorhandene Lagerplätze × 100. Diese Variante eignet sich für Palettenlager, weil Stellplätze direkt im Lagerverwaltungssystem gezählt werden können.
  • Flächennutzungsgrad = für die Lagerung genutzte Fläche / gesamte Lagerfläche × 100. Er zeigt, wie viel Fläche auf Gänge, Verkehrswege und Funktionszonen entfällt.
  • Raumnutzungsgrad = mit Ware belegtes Volumen / verfügbares Lagervolumen × 100. Er berücksichtigt zusätzlich die Höhe der Halle und der Regale.

Die Werte können zu einem Stichtag oder als Durchschnitt über einen Zeitraum ermittelt werden. Bei schwankenden Beständen ist der Verlauf über mehrere Wochen aussagekräftiger als ein einzelner Stichtag.

Beispiel: Lagerauslastung eines Palettenlagers

Ein Palettenregallager hat 2.000 Stellplätze. Am Stichtag sind 1.500 davon belegt. Der Belegungsgrad beträgt 1.500 / 2.000 × 100 = 75 Prozent. Sind viele Stellplätze nur mit einer Anbruchpalette oder mit niedrigen Paletten in hohen Fächern belegt, ist der Raumnutzungsgrad deutlich niedriger als der Belegungsgrad. Beide Kennzahlen zusammen ergeben daher ein genaueres Bild.

Was beeinflusst die Lagernutzung?

  • Lagerart: Ein Blocklager nutzt die Fläche dicht, erlaubt aber keinen direkten Zugriff auf jede Einheit. Ein Hochregallager nutzt vor allem die Höhe.
  • Lagerplatzvergabe: Bei fester Platzzuordnung bleiben reservierte Plätze leer, wenn der Artikel nicht vorrätig ist. Die chaotische Lagerhaltung vergibt freie Plätze flexibel.
  • Fachgrößen und Ladungsträger: Passen Fachhöhen nicht zur Höhe der Paletten, bleibt Raum ungenutzt.
  • Bestandsentwicklung: Saisonale Spitzen, Aktionsware und Langsamdreher verändern die Auslastung im Jahresverlauf.

Welche Vorteile und Nachteile hat eine hohe Lagerauslastung?

Eine hohe Lagerauslastung verteilt die Fixkosten für Gebäude, Regale und Technik auf mehr gelagerte Einheiten. Das senkt die Kosten je Stellplatz.

Gleichzeitig fehlt bei sehr hoher Auslastung Reserve. Unerwartete Anlieferungen im Wareneingang finden keinen Platz, Umlagerungen werden aufwendiger und Ware wird auf Ausweichflächen abgestellt. Für Logistikdienstleister ist deshalb nicht die maximale, sondern eine planbare Auslastung das Ziel. Dazu gehört, Einlagerungen über Avis-Daten frühzeitig zu kennen und in die Kapazitätsplanung zu übernehmen.

Wie lässt sich die Lagerauslastung verbessern?

  • Fachhöhen und Platztypen an das tatsächliche Artikel- und Palettenspektrum anpassen
  • Anbruchmengen desselben Artikels zusammenführen und Plätze freigeben
  • Langsamdreher und Restbestände regelmäßig prüfen und abbauen
  • Freie Plätze im Lagerverwaltungssystem aktuell führen, damit sie sofort vergeben werden können
  • Spitzen über Auslagerung in Zusatzflächen oder über eine Lagerbörse abfangen

Häufige Fragen

Welche Lagerauslastung ist optimal?

Einen allgemeingültigen Zielwert gibt es nicht. Die sinnvolle Auslastung hängt von Lagertechnik, Artikelspektrum, Bestandsschwankungen und der benötigten Reserve für Wareneingänge ab. Jedes Lager sollte seinen Zielkorridor aus eigenen Daten ableiten und über die Zeit beobachten.

Was ist der Unterschied zwischen Flächennutzung und Raumnutzung?

Die Flächennutzung bezieht sich nur auf die Bodenfläche. Die Raumnutzung berücksichtigt zusätzlich die Höhe und zeigt, wie gut das verfügbare Volumen ausgeschöpft wird. In Regallagern mit großer Höhe können beide Werte stark voneinander abweichen.

Wie misst man die Lagerauslastung im Lagerverwaltungssystem?

Ein Lagerverwaltungssystem kennt den Status jedes Lagerplatzes. Daraus lässt sich der Anteil belegter Plätze je Zone, Platztyp oder Kunde jederzeit auswerten. Für die Raumnutzung werden zusätzlich die Abmessungen der Plätze und der eingelagerten Einheiten benötigt.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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