Logistik lexikon

Handlingkosten: Bestandteile und Abrechnung

Handlingkosten im Lager und Umschlag: welche Tätigkeiten dazugehören, wie die Kosten je Palette oder Position berechnet und abgerechnet werden.

Handlingkosten sind die Kosten für das physische Bewegen und Bearbeiten von Waren, etwa beim Entladen, Ein- und Auslagern, Kommissionieren, Umschlagen und Verladen. Sie entstehen im Lager und an Umschlagpunkten und werden von den Transportkosten und den Kosten für die Lagerung selbst abgegrenzt.

Was sind Handlingkosten?

Handlingkosten sind die Kosten für das physische Bewegen und Bearbeiten von Waren, etwa beim Entladen, Ein- und Auslagern, Kommissionieren, Umschlagen und Verladen. Sie werden auch Umschlagskosten genannt. In Angeboten und Rechnungen werden sie auch als Handlinggebühr oder Handling Charge bezeichnet.

Handlingkosten sind von zwei anderen Kostenarten abzugrenzen:

  • Transportkosten entstehen für die Beförderung zwischen zwei Orten.
  • Lagerungskosten entstehen für das Aufbewahren der Ware, also für Fläche, Regalplatz und Zeit. Sie können als Lagergeld je Stellplatz und Zeitraum berechnet werden. Einzelheiten zu den Kosten der Bestandshaltung stehen unter Lagerhaltungskosten.

In der Kostenrechnung eines Lagers lassen sich die Lagerkosten in Umschlags-, Lagerungs-, Verwaltungs- und Kommissionierkosten gliedern.

Welche Tätigkeiten verursachen Handlingkosten?

  • Entladen, Mengen- und Sichtprüfung im Wareneingang
  • Einlagern auf den Lagerplatz und Auslagern
  • Kommissionierung, Verpacken und Bereitstellen
  • Verladen in den Lkw, Container oder Wechselbehälter
  • Umschlag ohne Einlagerung, zum Beispiel im Stückgutdepot oder per Cross-Docking
  • Zusatzleistungen wie Etikettieren oder Umpacken, siehe Mehrwertdienste (VAS)

In der Seefracht werden die Kosten für das Umschlagen von Containern im Hafen als Terminal Handling Charges (THC) berechnet.

Wie setzen sich Handlingkosten zusammen?

  • Personalkosten für Lagermitarbeiter, Staplerfahrer und Kommissionierer
  • Gerätekosten für Stapler, Fördertechnik und Scanner: Abschreibung, Zinsen, Energie, Wartung und Reparatur
  • Flächenkosten für Rampen, Bereitstell- und Umschlagszonen
  • Verbrauchsmaterial wie Folie, Etiketten und Packmittel
  • IT-Kosten für Lagerverwaltung und Datenerfassung

Ein großer Teil dieser Kosten ist fix. Sinkt die bearbeitete Menge, steigen deshalb die Handlingkosten je Einheit.

Wie werden Handlingkosten berechnet?

Die Kosten je Einheit ergeben sich aus den Kosten des Bereichs in einem Zeitraum, geteilt durch die Zahl der in diesem Zeitraum bearbeiteten Einheiten. Als Bezugsgröße dienen je nach Tätigkeit Paletten, Packstücke, Sendungen, Positionen, Picks oder Gewicht, zum Beispiel je 100 kg. Werden die Kosten für einzelne Tätigkeiten getrennt ermittelt, etwa für Einlagerung, Auslagerung und Kommissionierung, spricht man von Prozesskostensätzen. Sie zeigen genauer, welcher Kunde oder welcher Auftrag welche Kosten verursacht.

Wie werden Handlingkosten abgerechnet?

Im Lagergeschäft und in der Kontraktlogistik können Handlingleistungen getrennt vom Lagergeld vereinbart werden. Mögliche Abrechnungseinheiten sind:

  • Einlagerung und Auslagerung je Palette oder Packstück
  • Kommissionierung je Auftrag, Position oder Pick
  • Umschlag je Sendung oder nach Gewicht
  • Zusatzleistungen je Vorgang oder nach Zeitaufwand

Grundlage der Abrechnung sind die Mengen aus dem Auftrag und aus den Buchungen im Lager. Fehlt im erfassten Auftrag eine Palette oder ist die Zahl der Packstücke falsch, wird die Leistung falsch berechnet. Deshalb hängt eine korrekte Abrechnung auch von der Auftragserfassung ab. Kommen Aufträge per E-Mail, als PDF oder Excel-Liste, liest GM-DocuStream die Angaben aus, der Disponent prüft und gibt sie frei, und die Daten werden an das TMS übergeben.

Wie lassen sich Handlingkosten senken?

  • Unnötige Umschlag- und Umlagerungsvorgänge vermeiden
  • Häufig benötigte Artikel nahe am Warenausgang lagern, um Wege zu verkürzen
  • Einheitliche Ladungsträger und Barcodes einsetzen, damit Scannen und Buchen schneller gehen
  • Anlieferungen per Avis ankündigen lassen, damit Personal passend eingeplant werden kann

Häufige Fragen

Was kostet das Handling einer Palette?

Einen allgemeingültigen Preis gibt es nicht. Die Kosten hängen von der Tätigkeit, dem Gewicht und der Art der Ware, dem Automatisierungsgrad, dem Lohnniveau und der Menge ab. Sie werden zwischen Auftraggeber und Logistikdienstleister vertraglich vereinbart.

Was ist eine Handling Fee?

Handling Fee oder Handlinggebühr ist die englische bzw. eingedeutschte Bezeichnung für den Preis, den ein Dienstleister für Handlingleistungen berechnet. Was genau darin enthalten ist, ergibt sich aus Angebot oder Vertrag.

Wer trägt die Handlingkosten?

Das richtet sich nach den Verträgen zwischen den Beteiligten. Im internationalen Warenverkauf legen die vereinbarten Incoterms fest, bis zu welchem Punkt der Verkäufer die Kosten trägt, auch für Umschlag und Verladung.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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