No-Read: Nicht lesbare Barcodes im Lager
No-Read in Lager und Umschlag: was ein No-Read ist, warum Scanner Barcodes nicht lesen, wie der Klärplatz arbeitet und wie man vorbeugt.
No-Read in Lager und Umschlag: was ein No-Read ist, warum Scanner Barcodes nicht lesen, wie der Klärplatz arbeitet und wie man vorbeugt.
Ein No-Read ist ein Lesevorgang, bei dem ein automatischer Scanner den Barcode, das Label oder den RFID-Tag eines Packstücks oder Teils nicht erfassen kann. No-Read-Teile kann das System keinem Auftrag oder Ziel zuordnen, sodass sie ausgeschleust und manuell geklärt werden müssen.
Ein No-Read (englisch für „nicht gelesen“) entsteht, wenn ein automatisches Identifikationssystem ein Packstück, einen Behälter oder ein Teil nicht erkennt. Das kann ein stationärer Barcode-Leser an der Fördertechnik sein, ein Kamerasystem an einem Sorter oder ein RFID-Gate. Die betroffenen Objekte heißen No-Read-Teile oder No-Read-Packstücke. Auch Paketdienste verwenden den Begriff, wenn ein Paketschein in ihrem System nicht lesbar ist.
Vom No-Read zu unterscheiden ist die Fehllesung (englisch Misread): Dabei liest der Scanner einen Wert, aber einen falschen. Eine Fehllesung ist kritischer, weil das System sie zunächst nicht bemerkt. Ein No-Read dagegen ist sofort als Fehler sichtbar. Der Anteil erfolgreicher Lesungen an allen Lesevorgängen heißt Leserate.
Kann die Fördertechnik einem Packstück kein Ziel zuordnen, wird es auf eine Sonderendstelle oder an einen Klärplatz ausgeschleust. Dort erfassen Mitarbeiter den Code mit einem Handscanner, lesen die Klarschrift auf dem Etikett ab oder etikettieren das Packstück neu. Danach wird es wieder in den Materialfluss eingeschleust oder manuell weitergeleitet. Jede Klärung sollte im System gebucht werden, damit Status und Bestand stimmen.
Manche Sortieranlagen nutzen Video Coding: Kameras nehmen das Packstück auf, ein Mitarbeiter liest die Angaben am Bildschirm ab und gibt Zielcode oder Adresse ein.
Ein lesbarer Code allein reicht nicht. Zu jeder gescannten Nummer müssen im System auch die Sendungsdaten vorliegen. Diese entstehen bei der Auftragserfassung oder kommen per Datenübertragung vom Versender. Fehlen sie, ist das Packstück zwar gelesen, kann aber trotzdem keinem Auftrag zugeordnet werden.
No-Read heißt, dass der Paketschein im Sortierzentrum nicht automatisch gelesen werden konnte. Das Paket muss dann manuell erfasst werden, was den Transport verzögern kann.
Beim No-Read liefert der Scanner kein Ergebnis, der Fehler ist sofort erkennbar. Bei einer Fehllesung liest er einen falschen Wert, sodass das Packstück unbemerkt falsch zugeordnet werden kann.
Die Leserate ist der Anteil erfolgreicher Lesungen an allen Lesevorgängen einer Lesestelle. Sie dient als Kennzahl für die Qualität von Etiketten und Identifikationstechnik.
Ein Klärplatz ist ein Arbeitsplatz an der Fördertechnik, an dem ausgeschleuste Packstücke manuell bearbeitet werden. Dort werden Codes nacherfasst, Labels ersetzt oder Fehler geklärt, bevor die Packstücke wieder in den Materialfluss gehen.