Logistik lexikon

Fördertechnik: Stetigförderer und Unstetigförderer

Fördertechnik einfach erklärt: Stetigförderer und Unstetigförderer, Rollen-, Band- und Hängeförderer, FTS und Abgrenzung zu Staplern.

Fördertechnik ist die Technik, mit der Güter über begrenzte Entfernungen innerhalb eines Betriebs bewegt werden, etwa zwischen Wareneingang, Lager, Kommissionierung und Versand. Sie wird in Stetigförderer wie Rollen- und Bandförderer und Unstetigförderer wie Gabelstapler, Krane und fahrerlose Transportsysteme eingeteilt. Fördertechnik ist ein Kernbereich der Intralogistik.

Was ist Fördertechnik?

Fördertechnik umfasst alle Einrichtungen, die Güter innerhalb eines Betriebs von einem Ort zum anderen bewegen. Sie verbindet die Bereiche eines Lagers oder einer Produktion und ist ein Kernbereich der Intralogistik. Gleichbedeutend werden die Begriffe Fördersysteme, Förderer-Systeme oder Förderanlagen verwendet.

Abzugrenzen ist die Fördertechnik vom Gütertransport auf der Straße, der Schiene oder dem Wasser. Fördertechnik arbeitet innerhalb eines Geländes und über begrenzte Strecken. Bewegt werden Stückgüter wie Kartons, Behälter und Paletten, aber auch Schüttgüter wie Granulat oder Getreide.

Was ist der Unterschied zwischen Stetigförderern und Unstetigförderern?

Stetigförderer bewegen das Gut kontinuierlich auf einer festen Strecke. Sie sind ortsfest eingebaut, erreichen einen hohen Durchsatz und lassen sich gut automatisieren. Dafür sind sie an ihre Strecke gebunden und bei Änderungen im Layout aufwendig umzubauen.

Unstetigförderer bewegen das Gut in einzelnen Fahrten. Sie werden beladen, fahren zum Ziel, geben das Gut ab und fahren leer zurück oder übernehmen den nächsten Auftrag. Sie sind flexibel, weil sie nicht an eine Strecke gebunden sind, erreichen aber für sich genommen einen geringeren Durchsatz als eine durchgehende Förderstrecke.

Zusätzlich wird Fördertechnik nach der Anordnung eingeteilt: flurgebunden auf dem Boden, flurfrei an der Decke oder auf Kranbahnen und aufgeständert auf Stützen.

Welche Stetigförderer gibt es?

  • Rollenförderer: Das Gut läuft über Rollen, entweder durch Schwerkraft auf einer geneigten Bahn oder über angetriebene Rollen. Staurollenbahnen können Einheiten puffern, ohne dass sie sich gegenseitig drücken.
  • Bandförderer: Ein umlaufender Gurt trägt das Gut. Bandförderer eignen sich für kleine Teile, Steigungen und Schüttgut.
  • Kettenförderer: Ketten tragen schwere Ladeeinheiten wie Paletten und Gitterboxen.
  • Hängeförderer: Das Gut hängt an einer Schiene über dem Boden, zum Beispiel Kleidung auf Bügeln. Die Fläche darunter bleibt frei.
  • Schneckenförderer und pneumatische Förderer: Sie bewegen Schüttgut in geschlossenen Rohren oder Trögen.
  • Sorter: Sortieranlagen verteilen Stückgut automatisch auf verschiedene Ziele, etwa auf Verladetore oder Kommissionierstellen.

Welche Unstetigförderer gibt es?

  • Flurförderzeuge: Gabelstapler, Hubwagen und Schlepper fahren auf dem Boden. Sie werden von Personen gesteuert.
  • Krane: Brückenkrane und Portalkrane heben und bewegen Lasten flurfrei.
  • Regalbediengeräte: Sie fahren in den Gassen automatischer Lager und lagern Ladeeinheiten ein und aus.
  • Fahrerlose Transportsysteme (FTS): Automatisch gesteuerte Fahrzeuge übernehmen Transporte ohne Fahrer. Anders als ein Förderband brauchen sie keine fest eingebaute Strecke, ihre Routen lassen sich in der Steuerung ändern.

Wie wird Fördertechnik geplant?

Am Anfang steht das Fördergut: Abmessungen, Gewicht, Beschaffenheit der Unterseite und Empfindlichkeit bestimmen, welche Förderer in Frage kommen. Danach folgen der geforderte Durchsatz, die Strecken im Layout und die nötigen Puffer zwischen den Bereichen. Gesteuert werden automatische Anlagen über eine Anlagensteuerung und einen Materialflussrechner, der die Transportaufträge aus dem Lagerverwaltungssystem übernimmt und an die einzelnen Förderer verteilt. Zur Planung gehören außerdem Schutzeinrichtungen und Not-Halt sowie Wege für Wartung und Störungsbeseitigung.

Beispiel: Fördertechnik im Umschlag einer Spedition

In einer Umschlaghalle für Sammelgut werden Paletten mit Hubwagen und Gabelstaplern vom Lkw entladen und auf die Plätze der Ausgangsrelationen gestellt. Hier arbeiten Unstetigförderer, weil die Sendungen unterschiedlich groß sind und sich die Wege ständig ändern. Für Pakete und kleine Packstücke kommen dagegen Bandförderer und Sorter zum Einsatz. Die Anlage liest den Barcode, etwa die NVE, und leitet das Packstück zum richtigen Tor. Dafür braucht sie zu jedem Barcode die Sendungsdaten mit Empfänger und Relation. Diese Daten stammen aus der Auftragserfassung. Fehlt eine Sendung im System, landet das Packstück in der Fehlerablage.

Häufige Fragen

Ist ein Gabelstapler Fördertechnik?

Ja. Gabelstapler gehören zu den Flurförderzeugen und damit zu den Unstetigförderern. Sie bewegen Lasten in einzelnen Fahrten und sind nicht an eine feste Strecke gebunden.

Was ist ein fahrerloses Transportsystem?

Ein fahrerloses Transportsystem (FTS) besteht aus automatisch gesteuerten Fahrzeugen, die Güter ohne Fahrer transportieren, und einer Leitsteuerung, die die Fahraufträge verteilt. FTS zählen zu den Unstetigförderern und eignen sich, wenn sich Routen ändern oder Fahrwege frei bleiben sollen.

Was macht ein Materialflussrechner?

Der Materialflussrechner verbindet das Lagerverwaltungssystem mit der Steuerung der Förderanlagen. Er übernimmt Transportaufträge, legt die Wege durch die Anlage fest und meldet zurück, wann eine Einheit ihr Ziel erreicht hat.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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