Routenplanung: Lkw-Routen, Routenrechner, Beispiel
Routenplanung in der Logistik: Unterschied zur Tourenplanung, was ein Lkw-Routenrechner berücksichtigt, Arten der Planung und Beispiel aus der Spedition.
Routenplanung in der Logistik: Unterschied zur Tourenplanung, was ein Lkw-Routenrechner berücksichtigt, Arten der Planung und Beispiel aus der Spedition.
Routenplanung ist die Ermittlung des Fahrwegs zwischen Start, Zwischenstopps und Ziel. In der Logistik berücksichtigt sie neben Entfernung und Fahrzeit auch Fahrzeugmaße, Gewicht, Gefahrgut, Fahrverbote, Maut sowie Lenk- und Ruhezeiten. Sie ergänzt die Tourenplanung, die Aufträge zu Touren bündelt und die Reihenfolge der Stopps festlegt.
Routenplanung ist die Ermittlung des Fahrwegs zwischen einem Startpunkt, einem oder mehreren Zwischenstopps und einem Ziel. Ergebnis ist eine konkrete Strecke mit Entfernung, Fahrzeit und gegebenenfalls Kosten. Im Güterverkehr muss die Route zum Fahrzeug passen: Ein Lkw darf nicht jede Straße nutzen, die für einen Pkw geeignet ist.
Ein Werkzeug dafür ist der Routenrechner (auch Routen-Rechner oder Lkw-Routenplaner). Er berechnet die Strecke auf Basis digitaler Karten und fahrzeugbezogener Daten. In der Logistik kann er Teil einer Tourenplanungssoftware oder an das Transport Management System (TMS) angebunden sein.
Die Begriffe werden auch gleichbedeutend verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Aufgaben:
Beide Schritte greifen ineinander. Die Tourenplanung benötigt Fahrzeiten und Entfernungen aus der Routenberechnung, und die Route hängt von der Stoppreihenfolge der Tour ab. Beides gehört zur Disposition.
Ein Lkw-Routenplaner berücksichtigt neben der Entfernung zahlreiche Restriktionen:
Mathematisch beruht die Routenberechnung auf Kürzeste-Wege-Verfahren in einem Straßennetz. Das Ziel lässt sich gewichten, zum Beispiel nach kürzester Strecke, kürzester Fahrzeit oder geringsten Kosten aus Kraftstoff, Maut und Arbeitszeit. Die kürzeste Strecke ist dabei nicht immer die wirtschaftlichste.
Eine Spedition erhält einen Auftrag über eine Teilladung mit Gefahrgut von Mannheim zu einem Kunden in Norditalien. Der Disponent ordnet den Auftrag einem Sattelzug zu. Der Routenrechner wählt eine Strecke, die für das Fahrzeuggewicht zugelassen ist und keinen Tunnel mit einer ausschließenden Tunnelkategorie enthält. Er berechnet die Mautkosten für Deutschland, Österreich oder die Schweiz und Italien, plant die vorgeschriebene Pause ein und ermittelt eine voraussichtliche Ankunftszeit. Diese Ankunftszeit wird dem Empfänger mitgeteilt.
Die Qualität der Route hängt von den Auftragsdaten ab. Eine falsche Postleitzahl, ein fehlender Gefahrgutvermerk oder ein ungenaues Ladezeitfenster führen zu einer falschen Planung. Deshalb ist die Auftragserfassung der erste Schritt der Routenplanung. Gehen Aufträge per E-Mail, PDF oder Excel-Liste ein, liest GM-DocuStream die Daten aus, gleicht die Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und übergibt den vom Disponenten geprüften Auftrag per API oder Datei an das TMS.
Ein Routenrechner ist eine Software, die die Strecke zwischen zwei oder mehr Orten berechnet. Lkw-Routenrechner berücksichtigen zusätzlich Fahrzeugmaße, Gewicht, Gefahrgut, Fahrverbote und Maut. In der Spedition kann er Teil der Tourenplanung oder an das TMS angebunden sein.
Für die Disposition ist das nicht geeignet. Pkw-Routenplaner kennen keine Höhen- und Gewichtsbeschränkungen, keine Tunnelkategorien für Gefahrgut und keine Lkw-Fahrverbote. Dadurch können Routen entstehen, die der Lkw nicht fahren darf.
Benötigt werden vollständige Adressen der Lade- und Entladestellen, Zeitfenster, Fahrzeugdaten wie Maße, Gewicht, Achszahl und Emissionsklasse sowie Angaben zu Gefahrgut. Für die Fahrzeitberechnung kommen Lenk- und Ruhezeiten und gegebenenfalls Verkehrsdaten hinzu.
Der Routenrechner ermittelt die mautpflichtigen Streckenabschnitte je Land und multipliziert sie mit den Mautsätzen für die jeweilige Fahrzeugklasse. Maßgeblich sind unter anderem Gewicht, Achszahl und Emissionsklasse des Fahrzeugs.