Logistik lexikon

Spotmarkt: Spotgeschäft, Kontraktmarkt und Preise

Spotmarkt in der Logistik: wie Spotpreise entstehen, was den Spotmarkt vom Kontraktmarkt unterscheidet und welche Rolle Frachtbörsen spielen.

Der Spotmarkt ist in der Logistik der Markt für Transporte, die kurzfristig, einzeln und zum aktuellen Marktpreis vergeben werden. Er ergänzt den Kontraktmarkt, auf dem Verlader Transportleistungen über Laufzeitverträge zu vereinbarten Raten einkaufen. Gehandelt wird am Spotmarkt vor allem über Frachtbörsen, Frachtmakler und direkte Anfragen bei Frachtführern.

Was ist der Spotmarkt in der Logistik?

Der Spotmarkt, auch Spotgeschäft oder Spotverkehr genannt, umfasst alle Transporte, die kurzfristig und als Einzelauftrag vergeben werden. Ein Verlader oder eine Spedition hat eine Ladung, für die kein fester Frachtführer vereinbart ist, holt Angebote ein und beauftragt den Transport zu dem Preis, der an diesem Tag am Markt erzielbar ist. Dieser Preis heißt Spotpreis oder Spotrate. Den Begriff gibt es im Straßengüterverkehr ebenso wie in der See- und Luftfracht.

Im Straßengüterverkehr betrifft das Spotgeschäft vor allem Komplettladungen und Teilladungen.

Was ist der Unterschied zwischen Spotmarkt und Kontraktmarkt?

Das Gegenstück zum Spotmarkt ist der Kontraktmarkt, auch Kontraktgeschäft oder Laufzeitgeschäft genannt. Dort vereinbaren Verlader und Dienstleister Preise und Kapazitäten für einen festgelegten Zeitraum, etwa in einem Rahmenvertrag. Die Raten können über eine Ausschreibung ermittelt werden: Der Verlader beschreibt Relationen, erwartete Mengen und Anforderungen und vergleicht die Angebote mehrerer Speditionen. Kontraktpreise können Anpassungsklauseln enthalten, etwa einen Dieselzuschlag (Dieselfloater) oder eine Regelung für Mautänderungen.

  • Spotmarkt: Einzelauftrag, Preis nach aktueller Marktlage, keine Mengenzusage, Kapazität nur verfügbar, wenn gerade ein Fahrzeug frei ist.
  • Kontraktmarkt: Laufzeitvertrag, vereinbarte Raten je Relation, erwartete Mengen, Kapazitätszusage des Dienstleisters im vereinbarten Rahmen.

Nicht zu verwechseln ist der Kontraktmarkt mit der Kontraktlogistik. Kontraktlogistik bezeichnet langfristig vereinbarte, oft kundenspezifische Leistungspakete aus Lager, Umschlag, Transport und Mehrwertdiensten. Der Begriff Kontraktmarkt beschreibt dagegen nur, wie Transportpreise vereinbart werden.

Wie entstehen Preise am Spotmarkt?

Spotpreise ergeben sich aus Angebot und Nachfrage auf einer bestimmten Relation zu einem bestimmten Zeitpunkt. Wichtige Einflussgrößen sind:

  • das Verhältnis von Ladungen zu freien Fahrzeugen in einer Region,
  • die Paarigkeit der Verkehre: Wo viele Fahrzeuge entladen werden, aber wenig Ladung abgeht, suchen Frachtführer eine Rückladung und bieten günstiger an. Wo viel Ladung abgeht und wenig Fahrzeuge ankommen, steigen die Preise,
  • saisonale Nachfragespitzen,
  • Kostenänderungen bei Kraftstoff, Maut und Personal,
  • Kurzfristigkeit und Besonderheiten der Ladung, zum Beispiel Gefahrgut, Temperaturführung oder ein fester Liefertermin.

Spotpreise schwanken deshalb stärker als Kontraktpreise. Je nach Marktlage liegen sie unter oder über dem Kontraktniveau. Einige Frachtbörsen und Marktbeobachter veröffentlichen Kennzahlen zur Entwicklung von Angebot und Nachfrage; konkrete Werte hängen stark von Relation, Zeitraum und Quelle ab.

Welche Rolle spielen Frachtbörsen am Spotmarkt?

Frachtbörsen, auch Laderaumbörsen genannt, sind ein wichtiger Handelsplatz für das Spotgeschäft. Verlader und Speditionen stellen dort Ladungen ein, Frachtführer bieten freien Laderaum an. Daneben vermitteln Frachtmakler Transporte, und Speditionen fragen auch bekannte Subunternehmer direkt per Telefon oder E-Mail an. Weil am Spotmarkt auch mit wechselnden Partnern gearbeitet wird, gehört die Prüfung von Erlaubnis oder Lizenz, Versicherung und Zuverlässigkeit des Frachtführers zum Ablauf.

Welche Vorteile und Nachteile hat der Spotmarkt?

  • Flexibilität: Bedarfsspitzen und unregelmäßige Verkehre lassen sich ohne Mengenzusage abdecken.
  • Preischancen: Bei Überkapazität sind Preise unter dem Kontraktniveau möglich.
  • Auslastung: Frachtführer schließen Lücken in ihrer Tourenplanung und vermeiden Leerfahrten.
  • Preisrisiko: Bei knappem Laderaum können Spotpreise deutlich über den Kontraktraten liegen.
  • Keine Kapazitätsgarantie: In Spitzenzeiten ist nicht sicher, dass sich überhaupt ein Fahrzeug findet.
  • Mehr Aufwand je Auftrag: Anfrage, Preisvergleich und Partnerprüfung fallen bei jedem Transport neu an.

Verlader können deshalb beide Märkte kombinieren: Grundmengen laufen über Kontrakte, Spitzen und Sonderverkehre über den Spotmarkt. Lehnt ein Kontraktpartner eine Ladung mangels Kapazität ab, wird sie ebenfalls am Spotmarkt vergeben.

Beispiel: Spotmarkt im Alltag einer Spedition

Eine Spedition fährt für einen Industriekunden feste Relationen zu Kontraktpreisen. Am Donnerstagnachmittag schickt der Kunde per E-Mail drei zusätzliche Komplettladungen für Montag, die im Vertrag nicht vorgesehen sind. Der Disponent prüft zuerst in der Disposition, ob eigene Fahrzeuge frei sind. Für eine Ladung reicht die Kapazität. Die beiden anderen stellt er in eine Frachtbörse ein und vergibt sie an Frachtführer, die nach einer Entladung in der Region eine Rückladung suchen. Mit dem Kunden vereinbart er für die Zusatzladungen vorab Einzelpreise außerhalb der Kontraktraten.

Bei solchen kurzfristigen Aufträgen zählt, wie schnell die Daten aus der E-Mail im TMS stehen. GM-DocuStream liest Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und Freitext in E-Mails, gleicht Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und übergibt sie nach Prüfung und Freigabe durch den Disponenten an das TMS.

Häufige Fragen

Was ist eine Spotrate?

Eine Spotrate ist der Preis für einen einzelnen, kurzfristig vergebenen Transport. Sie richtet sich nach der aktuellen Marktlage auf der jeweiligen Relation und gilt nur für diesen Auftrag. Im Gegensatz dazu ist eine Kontraktrate für einen vereinbarten Zeitraum festgelegt.

Wie lange laufen Kontraktpreise in der Logistik?

Die Laufzeit wird frei vereinbart. Anpassungsklauseln für Diesel oder Maut regeln, wie Kostenänderungen während der Laufzeit weitergegeben werden.

Ist der Spotmarkt teurer als der Kontraktmarkt?

Das hängt von der Marktlage ab. Bei viel freiem Laderaum können Spotpreise unter den Kontraktraten liegen, bei knapper Kapazität darüber. Dazu kommt der höhere Aufwand für Anfrage und Partnerprüfung je Auftrag.

Wo findet man Ladungen und Laderaum am Spotmarkt?

Die wichtigsten Wege sind Frachtbörsen, Frachtmakler und direkte Kontakte zu Verladern, Speditionen und Frachtführern. Daneben arbeiten Speditionen auch mit einem festen Kreis von Subunternehmern, die sie bei Bedarf kurzfristig anfragen.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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