Standardisierung: Normen, Ladungsträger, Daten
Standardisierung in der Logistik: Normen von DIN, CEN und ISO, Europalette und Container, Datenstandards wie EDIFACT und GS1 sowie Vorteile und Grenzen.
Standardisierung in der Logistik: Normen von DIN, CEN und ISO, Europalette und Container, Datenstandards wie EDIFACT und GS1 sowie Vorteile und Grenzen.
Standardisierung ist die Vereinheitlichung von Maßen, Ladungsträgern, Daten, Dokumenten und Abläufen. In der Logistik ermöglicht sie, dass Lager, Fahrzeuge, Software und Unternehmen entlang der Transportkette ohne Anpassung zusammenarbeiten. Grundlage sind Normen von DIN, CEN und ISO sowie Branchen- und Unternehmensstandards.
Standardisierung bezeichnet die Vereinheitlichung von Maßen, Ladungsträgern, Daten, Dokumenten und Abläufen. In der Logistik arbeiten viele Beteiligte an einer Sendung: Versender, Spedition, Frachtführer, Umschlaglager und Empfänger. Gemeinsame Standards sorgen dafür, dass Ware, Ladungsträger und Daten zwischen ihnen weitergegeben werden können, ohne dass jeder Übergang eigens abgestimmt werden muss.
Normung ist ein Teil davon. Normen entstehen in einem geregelten, auf Konsens ausgerichteten Verfahren bei anerkannten Normungsorganisationen. Standards im weiteren Sinn umfassen auch Vorgaben von Branchenorganisationen wie GS1 oder dem Verband der Automobilindustrie sowie unternehmensinterne Regeln, etwa Arbeitsanweisungen.
In Deutschland ist das Deutsche Institut für Normung (DIN) zuständig, auf europäischer Ebene das Europäische Komitee für Normung (CEN), international die International Organization for Standardization (ISO). Wird eine internationale Norm in das europäische und deutsche Normenwerk übernommen, trägt sie die Bezeichnung DIN EN ISO. Ein bekanntes Beispiel ist die DIN EN ISO 9001 für Qualitätsmanagementsysteme, nach der sich auch Speditionen zertifizieren lassen. Die Anwendung von Normen ist grundsätzlich freiwillig, sie kann aber vertraglich vereinbart oder durch Gesetze in Bezug genommen werden.
Die Europalette misst 1.200 × 800 mm. Auf diese Grundfläche sind Regale, Fördertechnik, Ladeflächen und Tauschsysteme ausgerichtet. Im Seeverkehr und im kombinierten Verkehr ist der Container der zentrale Standard: Abmessungen und Eckbeschläge sind in ISO-Normen festgelegt. Dadurch kann derselbe Container ohne Umladen der Ware von Schiff auf Bahn und Lkw wechseln. Weitere standardisierte Ladungsträger sind Gitterboxen, Kleinladungsträger und Wechselbrücken.
Neben diesen Formaten tauschen Unternehmen Daten auch über Programmierschnittstellen (APIs) aus. Auch dort entstehen Standards, wenn sich Beteiligte auf gemeinsame Datenfelder und Formate einigen.
Prozessstandards legen fest, wie eine Aufgabe ausgeführt wird: Arbeitsanweisungen für den Wareneingang, Checklisten für die Verladung, feste Pflichtangaben für die Auftragsannahme oder einheitliche Abläufe bei Schäden. Sie sind die Grundlage für Kaizen und Lean Management, denn nur ein festgelegter Ablauf lässt sich messen und gezielt verbessern. Jede gelungene Verbesserung wird wieder zum neuen Standard.
Standardisierung senkt Abstimmungsaufwand, erleichtert die Zusammenarbeit mit neuen Partnern, verringert Fehler und ist Voraussetzung für Automatisierung in Lager und Verwaltung. Mitarbeiter finden sich schneller ein, wenn Abläufe überall gleich sind.
Grenzen zeigen sich bei Sondergütern, die nicht auf Standardladungsträger passen, und bei Kunden mit besonderen Anforderungen. Etablierte Standards lassen sich zudem nur langsam ändern, weil viele Beteiligte mitziehen müssen. Bei Daten fehlt oft die Reichweite: Nicht jeder Auftraggeber sendet EDI-Nachrichten. Aufträge kommen auch als E-Mail, PDF-Dokument oder Excel-Liste in eigenem Aufbau. GM-DocuStream liest solche Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und Freitext in E-Mails, gleicht Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und übergibt sie nach Prüfung und Freigabe durch den Disponenten per API oder als XML-, JSON- oder CSV-Datei an das TMS.
Eine Norm wird von einer anerkannten Normungsorganisation wie DIN, CEN oder ISO in einem geregelten Verfahren erarbeitet. Standard ist der weitere Begriff und umfasst auch Vorgaben von Branchenorganisationen und Unternehmen.
Normen sind grundsätzlich Empfehlungen. Verbindlich werden sie, wenn sie vertraglich vereinbart werden oder ein Gesetz auf sie verweist.
Eine Europalette misst 1.200 × 800 mm. Regale, Fördertechnik und Ladeflächen sind auf diese Grundfläche abgestimmt.
Software kann Daten nur dann ohne Nacharbeit verarbeiten, wenn Felder, Formate und Bezeichnungen eindeutig festgelegt sind. Einheitliche Nummern für Artikel und Versandeinheiten sowie gemeinsame Nachrichtenformate sind deshalb Voraussetzung für automatisierte Abläufe.