Tiefkühletiketten: Klebstoff, Material und Kühlkette
Tiefkühletiketten: welche Anforderungen Klebstoff und Material erfüllen, Etikettieren vor oder nach dem Einfrieren und lesbare Barcodes in der Kühlkette.
Tiefkühletiketten: welche Anforderungen Klebstoff und Material erfüllen, Etikettieren vor oder nach dem Einfrieren und lesbare Barcodes in der Kühlkette.
Tiefkühletiketten sind Selbstklebeetiketten, deren Klebstoff und Material für das Aufbringen auf tiefgekühlte Ware oder für die Lagerung bei Minustemperaturen ausgelegt sind. Sie kennzeichnen Verpackungen, Packstücke, Paletten und Lagerplätze in der Tiefkühlkette und müssen auch bei Kälte, Kondenswasser und Temperaturwechseln sicher haften und mit Barcode lesbar bleiben.
Tiefkühletiketten sind Etiketten, die für das Aufbringen auf tiefgekühlte Ware oder für die Lagerung im Tiefkühlbereich ausgelegt sind. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Gefrieretiketten, TK-Etiketten oder Freezer-Etiketten. Eingesetzt werden sie auf Verkaufsverpackungen, Umkartons und Paletten mit tiefgekühlten Lebensmitteln und anderen Produkten, die gefroren gelagert werden, sowie als Lagerplatzetiketten in Tiefkühllagern.
Abzugrenzen sind Etiketten mit Temperaturindikator. Sie sollen sichtbar machen, ob eine Ware einer zu hohen Temperatur ausgesetzt war. Ein Tiefkühletikett dagegen dient der Kennzeichnung der Ware und muss unter Kältebedingungen zuverlässig haften und lesbar bleiben.
Herkömmliche Haftklebstoffe werden bei niedrigen Temperaturen steif und verlieren an Haftung. Das Etikett kann sich dann an den Kanten lösen oder ganz abfallen. Für Tiefkühletiketten werden deshalb Klebstoffe verwendet, die auch bei Kälte haftfähig bleiben. Daneben muss das Obermaterial passen: Papier und Folie verhalten sich bei Feuchtigkeit unterschiedlich, und das Druckbild darf durch Kondenswasser oder Reibung nicht verwischen.
Für die Auswahl sind zwei Angaben aus dem Datenblatt des Herstellers wichtig:
Beide Werte sind nicht gleichzusetzen. Ein Etikett, das bei tiefen Temperaturen hält, lässt sich nicht zwangsläufig bei diesen Temperaturen aufbringen.
Beides kommt vor, und davon hängt die Wahl des Etiketts ab. Wird vor dem Einfrieren etikettiert, haftet das Etikett auf einer trockenen Oberfläche bei normaler Temperatur an und muss danach die Kälte aushalten. Wird erst nach dem Einfrieren etikettiert, etwa bei der Kommissionierung im Tiefkühllager, muss das Etikett ausdrücklich für das Aufbringen auf kalte Oberflächen geeignet sein.
In beiden Fällen stören Reif, Eis und Kondenswasser auf der Oberfläche, weil sie den direkten Kontakt zwischen Klebstoff und Verpackung verhindern. Kondenswasser entsteht auch, wenn tiefgekühlte Ware in wärmere Bereiche gelangt, etwa an der Rampe oder im Wareneingang.
Auf Paletten und Packstücken tragen Tiefkühletiketten Barcodes, zum Beispiel ein Logistiketikett nach GS1-128 mit der NVE (SSCC) und Angaben wie Charge und Mindesthaltbarkeit. Damit der Barcode lesbar bleibt, müssen Druckverfahren, Farbband und Etikettenmaterial zueinander passen. Reif auf dem Etikett, Feuchtigkeit oder abgeriebener Druck führen dazu, dass der Handscanner den Code nicht erfasst. Dann muss die Sendung von Hand erfasst werden, was Zeit kostet und Fehler im Bestand begünstigt.
Bei Kühlgut und Tiefkühlware muss die Temperatur vom Hersteller bis zum Empfänger eingehalten werden. Das Etikett trägt dabei die Informationen, über die Sendungen, Chargen und Haltbarkeiten zugeordnet werden. Löst sich ein Etikett oder ist es unlesbar, fehlt diese Zuordnung; die Ware muss gesondert geprüft oder neu etikettiert werden.
Ein Beispiel: Ein Hersteller von Tiefkühlbackwaren etikettiert die Umkartons nach dem Verpacken, bevor die Ware in den Froster geht. Die fertigen Paletten erhalten im Tiefkühllager ein Palettenetikett mit NVE. Die Spedition übernimmt die Paletten im temperaturgeführten Fahrzeug, und im Zentrallager des Händlers werden die NVE beim Wareneingang gescannt. Damit dieser Ablauf funktioniert, müssen beide Etikettentypen für ihren jeweiligen Aufbringzeitpunkt geeignet sein.
Normale Etiketten können bei Kälte ihre Haftung verlieren und sich lösen. Für Ware, die tiefgekühlt gelagert wird, sollten Etiketten verwendet werden, deren Gebrauchstemperatur laut Datenblatt den vorgesehenen Bereich abdeckt.
Gefrieretiketten ist eine andere Bezeichnung für Tiefkühletiketten. Der Begriff ist auch für Etiketten im Haushalt gebräuchlich, etwa für Gefrierbeutel und -dosen.
Aufbringtemperatur und Gebrauchstemperatur stehen im technischen Datenblatt des Etiketten- oder Materialherstellers. Diese Werte gelten für die dort genannten Bedingungen und sollten bei neuen Verpackungen im eigenen Ablauf getestet werden.
Entscheidend ist, dass Drucker, Druckverfahren und Etikettenmaterial zusammenpassen. Bei Thermotransferdruck muss das Farbband auf das Material abgestimmt sein, damit der Druck auch bei Kälte und Feuchtigkeit nicht verwischt.