Logistik lexikon

Transportplanung: Ebenen, Aufgaben und Abgrenzung

Transportplanung erklärt: strategische, taktische und operative Ebene, Wahl des Verkehrsträgers und Unterschied zu Routen- und Tourenplanung.

Transportplanung ist die Planung, wie Güter mit welchen Verkehrsträgern, Fahrzeugen und Kapazitäten vom Absender zum Empfänger gelangen. Sie reicht von langfristigen Netz- und Verkehrsträgerentscheidungen bis zur täglichen Zuordnung von Aufträgen zu Fahrzeugen und umfasst Routen- und Tourenplanung als Teilaufgaben. In Speditionen wird sie überwiegend in der Disposition umgesetzt.

Was ist Transportplanung?

Transportplanung legt fest, wie eine Sendung oder ein Warenstrom befördert wird: mit welchem Verkehrsträger, über welche Stationen der Transportkette, mit eigenen oder fremden Fahrzeugen und zu welchen Terminen. Sie ist damit der Oberbegriff für mehrere Planungsaufgaben unterschiedlicher Reichweite. Zwei davon werden oft mit ihr verwechselt. Die Routenplanung bestimmt den Fahrweg zwischen zwei oder mehreren Punkten, etwa unter Berücksichtigung von Lkw-Durchfahrtshöhen oder Maut. Die Tourenplanung ordnet mehrere Aufträge einem Fahrzeug zu und legt die Reihenfolge der Stopps fest. Beide sind Teile der operativen Transportplanung, nicht ihr Synonym.

Welche Ebenen der Transportplanung gibt es?

In der Logistik wird die Transportplanung üblicherweise in drei Ebenen gegliedert, die sich im Zeithorizont und in der Tragweite der Entscheidungen unterscheiden.

  • Strategisch: langfristige Entscheidungen über das Transportnetz, Standorte von Umschlagpunkten, die grundsätzliche Wahl der Verkehrsträger und die Frage, ob eigene Fahrzeuge oder beauftragte Frachtführer eingesetzt werden.
  • Taktisch: mittelfristige Festlegungen wie Linienverkehre und Abfahrtspläne, Rahmenverträge mit Frachtführern, vorzuhaltende Fahrzeug- und Personalkapazitäten sowie Liefer- und Abholrhythmen.
  • Operativ: die tägliche Planung der konkreten Aufträge, also Zuordnung zu Fahrzeugen, Touren- und Routenplanung, Ladezeiten und die Abstimmung von Zeitfenstern.

Welche Aufgaben umfasst die Transportplanung?

Eine zentrale Aufgabe ist die Wahl des Verkehrsträgers: Straße, Schiene, Wasser oder Luft, einzeln oder kombiniert. Daraus ergibt sich die Transportkette, also ob eine Sendung direkt befördert wird oder in Vorlauf, Hauptlauf und Nachlauf mit Umschlag dazwischen. Weitere Aufgaben sind:

  • Bündelung von Sendungen, etwa als Komplettladung, Teilladung oder Sammelgut
  • Planung von Fahrzeug-, Lade- und Personalkapazitäten
  • Berücksichtigung von Abhol- und Zustellzeitfenstern sowie Ladestellen-Öffnungszeiten
  • Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten nach Verordnung (EG) Nr. 561/2006
  • Vermeidung von Leerfahrten durch passende Rückladungen
  • Kalkulation der Transportkosten aus Strecke, Zeit, Maut und Fahrzeugtyp

Wie hängen Transportplanung, Disposition und TMS zusammen?

In Speditionen wird die operative Transportplanung in der Disposition umgesetzt. Der Disponent plant nicht nur, sondern steuert die Ausführung: Er vergibt Aufträge an Fahrer oder Frachtführer, reagiert auf Verspätungen und plant bei Ausfällen um. Strategische und taktische Planung liegen dagegen meist bei Geschäftsführung, Niederlassungs- oder Verkehrsleitung.

Technische Grundlage ist ein Transport-Management-System (TMS). Es hält Aufträge, Fahrzeuge, Kapazitäten und Termine an einer Stelle zusammen und unterstützt die Planung, teils mit Funktionen zur Tourenoptimierung. Die Planung kann nur so gut sein wie die Daten, auf denen sie beruht. Fehlen Ladezeitfenster, Gewichte oder Lademeter oder stimmt eine Adresse nicht, entstehen falsche Touren. Die Auftragserfassung ist deshalb die Voraussetzung jeder operativen Transportplanung.

Viele Aufträge erreichen Speditionen als E-Mail mit PDF-Anhang oder Excel-Liste. GM-DocuStream liest diese Aufträge aus, gleicht die Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und legt sie dem Disponenten zur Prüfung und Freigabe vor. Freigegebene Aufträge werden per API oder als XML-, JSON- oder CSV-Datei an das TMS übergeben und stehen dort für die Planung bereit.

Beispiel für Transportplanung in einer Spedition

Ein Industriekunde vergibt regelmäßig Sendungen ins Ausland. Auf strategischer Ebene entscheidet die Spedition, die Verkehre über den Kombinierten Verkehr Straße–Schiene abzuwickeln. Taktisch legt sie feste Abfahrtstage und reservierte Stellplätze im Zug fest. Operativ plant der Disponent täglich, welches Fahrzeug die Sendungen beim Kunden abholt, wann es am Terminal sein muss und wie die Abholung mit weiteren Aufträgen zu einer Tour verbunden wird.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Transportplanung und Tourenplanung?

Transportplanung ist der Oberbegriff und umfasst auch langfristige Entscheidungen wie Verkehrsträger, Netz und Kapazitäten. Tourenplanung ist eine operative Teilaufgabe: Sie ordnet konkrete Aufträge Fahrzeugen zu und legt die Reihenfolge der Stopps fest.

Wer ist in einer Spedition für die Transportplanung zuständig?

Die tägliche Planung übernehmen die Disponenten. Grundsätzliche Entscheidungen über Netz, Verkehrsträger und Fuhrpark trifft in der Regel die Geschäfts-, Niederlassungs- oder Verkehrsleitung.

Welche Software wird für die Transportplanung genutzt?

Speditionen planen meist in einem Transport-Management-System oder einer Speditionssoftware. Ergänzend kommen Programme für Touren- und Routenoptimierung sowie Telematik zur Verfolgung der Fahrzeuge zum Einsatz.

Reicht ein normaler Routenplaner für die Lkw-Planung?

Für die Lkw-Planung sind Routenplaner nötig, die Fahrzeugmaße, Gewichte, Durchfahrtsbeschränkungen und Maut berücksichtigen. Ein Pkw-Routenplaner kennt diese Restriktionen nicht und berechnet keine Touren mit mehreren Aufträgen und Zeitfenstern.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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