Transportplanung: Ebenen, Aufgaben und Abgrenzung
Transportplanung erklärt: strategische, taktische und operative Ebene, Wahl des Verkehrsträgers und Unterschied zu Routen- und Tourenplanung.
Transportplanung erklärt: strategische, taktische und operative Ebene, Wahl des Verkehrsträgers und Unterschied zu Routen- und Tourenplanung.
Transportplanung ist die Planung, wie Güter mit welchen Verkehrsträgern, Fahrzeugen und Kapazitäten vom Absender zum Empfänger gelangen. Sie reicht von langfristigen Netz- und Verkehrsträgerentscheidungen bis zur täglichen Zuordnung von Aufträgen zu Fahrzeugen und umfasst Routen- und Tourenplanung als Teilaufgaben. In Speditionen wird sie überwiegend in der Disposition umgesetzt.
Transportplanung legt fest, wie eine Sendung oder ein Warenstrom befördert wird: mit welchem Verkehrsträger, über welche Stationen der Transportkette, mit eigenen oder fremden Fahrzeugen und zu welchen Terminen. Sie ist damit der Oberbegriff für mehrere Planungsaufgaben unterschiedlicher Reichweite. Zwei davon werden oft mit ihr verwechselt. Die Routenplanung bestimmt den Fahrweg zwischen zwei oder mehreren Punkten, etwa unter Berücksichtigung von Lkw-Durchfahrtshöhen oder Maut. Die Tourenplanung ordnet mehrere Aufträge einem Fahrzeug zu und legt die Reihenfolge der Stopps fest. Beide sind Teile der operativen Transportplanung, nicht ihr Synonym.
In der Logistik wird die Transportplanung üblicherweise in drei Ebenen gegliedert, die sich im Zeithorizont und in der Tragweite der Entscheidungen unterscheiden.
Eine zentrale Aufgabe ist die Wahl des Verkehrsträgers: Straße, Schiene, Wasser oder Luft, einzeln oder kombiniert. Daraus ergibt sich die Transportkette, also ob eine Sendung direkt befördert wird oder in Vorlauf, Hauptlauf und Nachlauf mit Umschlag dazwischen. Weitere Aufgaben sind:
In Speditionen wird die operative Transportplanung in der Disposition umgesetzt. Der Disponent plant nicht nur, sondern steuert die Ausführung: Er vergibt Aufträge an Fahrer oder Frachtführer, reagiert auf Verspätungen und plant bei Ausfällen um. Strategische und taktische Planung liegen dagegen meist bei Geschäftsführung, Niederlassungs- oder Verkehrsleitung.
Technische Grundlage ist ein Transport-Management-System (TMS). Es hält Aufträge, Fahrzeuge, Kapazitäten und Termine an einer Stelle zusammen und unterstützt die Planung, teils mit Funktionen zur Tourenoptimierung. Die Planung kann nur so gut sein wie die Daten, auf denen sie beruht. Fehlen Ladezeitfenster, Gewichte oder Lademeter oder stimmt eine Adresse nicht, entstehen falsche Touren. Die Auftragserfassung ist deshalb die Voraussetzung jeder operativen Transportplanung.
Viele Aufträge erreichen Speditionen als E-Mail mit PDF-Anhang oder Excel-Liste. GM-DocuStream liest diese Aufträge aus, gleicht die Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und legt sie dem Disponenten zur Prüfung und Freigabe vor. Freigegebene Aufträge werden per API oder als XML-, JSON- oder CSV-Datei an das TMS übergeben und stehen dort für die Planung bereit.
Ein Industriekunde vergibt regelmäßig Sendungen ins Ausland. Auf strategischer Ebene entscheidet die Spedition, die Verkehre über den Kombinierten Verkehr Straße–Schiene abzuwickeln. Taktisch legt sie feste Abfahrtstage und reservierte Stellplätze im Zug fest. Operativ plant der Disponent täglich, welches Fahrzeug die Sendungen beim Kunden abholt, wann es am Terminal sein muss und wie die Abholung mit weiteren Aufträgen zu einer Tour verbunden wird.
Transportplanung ist der Oberbegriff und umfasst auch langfristige Entscheidungen wie Verkehrsträger, Netz und Kapazitäten. Tourenplanung ist eine operative Teilaufgabe: Sie ordnet konkrete Aufträge Fahrzeugen zu und legt die Reihenfolge der Stopps fest.
Die tägliche Planung übernehmen die Disponenten. Grundsätzliche Entscheidungen über Netz, Verkehrsträger und Fuhrpark trifft in der Regel die Geschäfts-, Niederlassungs- oder Verkehrsleitung.
Speditionen planen meist in einem Transport-Management-System oder einer Speditionssoftware. Ergänzend kommen Programme für Touren- und Routenoptimierung sowie Telematik zur Verfolgung der Fahrzeuge zum Einsatz.
Für die Lkw-Planung sind Routenplaner nötig, die Fahrzeugmaße, Gewichte, Durchfahrtsbeschränkungen und Maut berücksichtigen. Ein Pkw-Routenplaner kennt diese Restriktionen nicht und berechnet keine Touren mit mehreren Aufträgen und Zeitfenstern.