Logistik lexikon

Überladebrücke (Anpassrampe): Bauarten und Normen

Überladebrücke (Anpassrampe, Ladebrücke): Funktion, Bauarten wie Vorschub- und Klapplippe, DIN EN 1398, max. 12,5 % Neigung, Torabdichtung.

Eine Überladebrücke ist eine Einrichtung an der Laderampe, die Höhenunterschied und Spalt zwischen Rampe und Ladefläche des Lkw ausgleicht. Sie wird auch Ladebrücke oder Anpassrampe genannt. Gabelstapler und Hubwagen können so direkt in das Fahrzeug fahren. Die Sicherheitsanforderungen regelt die Norm DIN EN 1398.

Was ist eine Überladebrücke?

Eine Überladebrücke ist eine Einrichtung an der Laderampe, die den Höhenunterschied und den Spalt zwischen Rampe und Ladefläche des Fahrzeugs ausgleicht. Über sie fahren Hubwagen und Gabelstapler direkt in den Laderaum. Gleichbedeutend werden die Begriffe Ladebrücke, Anpassrampe und bewegliche Verladerampe verwendet. Ortsveränderliche Varianten heißen Ladebleche.

Abzugrenzen ist die Ladebordwand: Sie ist am Fahrzeug montiert und hebt die Ware vom Boden auf Höhe der Ladefläche. Die Überladebrücke ist dagegen Teil des Gebäudes und setzt eine Rampe voraus. Sie wird vor allem bei der Heckbeladung genutzt.

Wie funktioniert eine Überladebrücke?

Bei der hydraulischen Bauart läuft der Vorgang so ab:

  1. Das Fahrzeug setzt rückwärts an die Rampe und wird gegen Wegrollen gesichert.
  2. Der Bediener hebt die Plattform an. Dabei klappt die Lippe aus oder wird nach vorn ausgefahren.
  3. Die Plattform senkt sich ab, bis die Lippe auf der Ladefläche aufliegt.
  4. Während des Be- und Entladens folgt die Brücke den Bewegungen des Fahrzeugs, das beim Befahren einfedert. Diese Stellung heißt Schwimmstellung.
  5. Nach dem Verladen fährt die Brücke in die Ruhestellung zurück, bevor das Fahrzeug abfährt.

Die Plattform muss auch seitliche Schieflagen ausgleichen, etwa wenn ein Fahrzeug ungleich beladen ist.

Welche Bauarten von Überladebrücken gibt es?

  • Ladebrücke mit Klapplippe: Die Lippe ist an der Plattform angelenkt und klappt beim Anheben aus. Sie eignet sich für Fahrzeuge, die dicht an die Rampe fahren.
  • Vorschubladebrücke: Die Lippe wird stufenlos nach vorn ausgefahren. So lässt sich die Auflage genau positionieren und die Ladefläche bis zur Kante nutzen, auch bei Fahrzeugen mit Abstand zur Rampe.
  • Klappkeil: eine kurze, an der Rampenkante klappbar befestigte Brücke.
  • Ladeblech: eine lose Platte, die bei Bedarf aufgelegt wird.

Fest eingebaute Ladebrücken sitzen entweder in einer Grube in der Rampe oder in einer Vorsatzschleuse vor der Gebäudewand. Die Vorsatzschleuse lässt die Halle frei und erlaubt die Nachrüstung an bestehenden Gebäuden.

Welche Normen und Sicherheitsregeln gelten für Überladebrücken?

Die Sicherheitsanforderungen an Ladebrücken regelt die europäische Norm DIN EN 1398 „Ladebrücken – Sicherheitsanforderungen“. Hinweise für Betrieb und Beschaffenheit gibt die DGUV Information 208-001 „Ladebrücken“. Wichtige Punkte sind:

  • Die Neigung einer angelegten Ladebrücke darf 12,5 % oder 7° nicht überschreiten.
  • Die Übergänge zur Rampe und zum Fahrzeug dürfen keine Absätze oder hochstehenden Kanten haben, begehbare Flächen müssen rutschhemmend sein.
  • Hochgestellte Brücken müssen gegen Umfallen oder Herabschlagen gesichert sein.

Aus der Neigungsgrenze folgt: Je größer der Höhenunterschied, desto länger muss die Plattform sein. Das ist relevant bei Fahrzeugen mit sehr niedrigem Ladeboden, etwa dem Jumbo-Lkw.

Welche Rolle spielen Torabdichtung und Torpuffer?

Eine Überladebrücke kann Teil einer kompletten Verladestelle sein. Torabdichtungen aus Planen oder aufblasbaren Kissen schließen den Spalt zwischen Fahrzeug und Gebäude. Das schützt vor Zugluft, Witterung und Wärmeverlust und ist besonders bei Kühlgut wichtig. Torpuffer fangen den Anprall des Fahrzeugs ab und schützen Gebäude und Ladebrücke.

Wie hängen Überladebrücke und Dock-Management zusammen?

Die Zahl der Verladestellen mit Überladebrücke begrenzt, wie viele Fahrzeuge gleichzeitig be- oder entladen werden können. Ein Dock-Management plant deshalb Rampen und Zeitfenster so, dass Wartezeiten kurz bleiben. Im Wareneingang gilt: Nur wenn bekannt ist, welches Fahrzeug wann kommt, kann die passende Rampe zugewiesen werden.

Häufige Fragen

Was ist eine Anpassrampe?

Anpassrampe ist eine andere Bezeichnung für eine Überladebrücke oder Ladebrücke. Gemeint ist die Einrichtung an der Laderampe, die den Höhenunterschied zwischen Rampe und Ladefläche des Lkw ausgleicht.

Was ist der Unterschied zwischen Vorschublippe und Klapplippe?

Die Klapplippe klappt beim Anheben der Plattform aus und liegt mit fester Länge auf. Die Vorschublippe wird stufenlos ausgefahren und lässt sich genau positionieren. Das ist hilfreich, wenn Fahrzeuge unterschiedlich weit von der Rampe entfernt stehen.

Wie steil darf eine Ladebrücke sein?

Nach der DGUV Information 208-001 darf die Neigung einer angelegten Ladebrücke 12,5 % oder 7° nicht überschreiten. Für größere Höhenunterschiede braucht es eine längere Plattform.

Wer darf eine Überladebrücke bedienen?

Bedienen sollten sie nur Personen, die in die Bedienung unterwiesen sind. Vor dem Verladen wird das Fahrzeug gegen Wegrollen gesichert, und es sollte erst abfahren, wenn die Brücke in die Ruhestellung zurückgefahren ist.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

Verwandte Begriffe

GM-DocuStream

Transportaufträge aus E-Mails automatisch ins TMS übernehmen

GM-DocuStream liest Auftragsmails, PDF-Anhänge und Excel-Listen aus, prüft sie gegen Ihre Stammdaten und übergibt den Auftrag nach der Freigabe an Ihr Speditionsprogramm.