Logistik lexikon

Dock Management: Rampen, Zeitfenster und Yard

Dock Management: wie Rampen und Tore belegt, Zeitfenster gebucht und Lkw auf dem Hof gesteuert werden und welche Daten Speditionen dafür liefern.

Dock Management ist die Planung und Steuerung der Laderampen und Tore eines Lagers oder Umschlagpunkts. Es legt fest, welches Fahrzeug wann an welchem Tor be- oder entladen wird, und verbindet dafür Zeitfensterbuchung, Avis, Hofsteuerung und Wareneingang. Im Deutschen spricht man auch von Rampenmanagement.

Was ist Dock Management?

Dock Management bezeichnet die Planung, Steuerung und Überwachung aller Vorgänge an den Laderampen eines Lagers, eines Werks oder eines Umschlagdepots. Dock ist der englische Begriff für die Laderampe beziehungsweise das Ladetor. Gleichbedeutend werden Rampenmanagement, Rampensteuerung und Torbelegungsplanung verwendet, im Englischen auch Dock Scheduling.

Zum Dock Management gehören die Vergabe von Zeitfenstern, die Zuweisung der Tore, die Steuerung der wartenden Fahrzeuge und die Erfassung der tatsächlichen Lade- und Entladezeiten. Nicht zu verwechseln ist es mit dem Cross-Docking. Dort geht es um den Umschlag von Ware ohne Einlagerung, nicht um die Organisation der Rampen. Die technische Ausstattung der Tore, etwa eine Anpassrampe zum Höhenausgleich, ist Voraussetzung, aber nicht Gegenstand der Planung.

Wie funktioniert Dock Management?

  1. Die Spedition oder der Lieferant bucht ein Zeitfenster und übermittelt ein Avis mit Kennzeichen, Referenznummern, Anzahl der Paletten und Lademitteln.
  2. Bei Ankunft meldet sich der Fahrer an der Pforte oder an einem Terminal an.
  3. Das System oder der Rampenkoordinator weist ein Tor zu oder schickt das Fahrzeug in den Wartebereich.
  4. Die Ware wird be- oder entladen und im Wareneingang oder Warenausgang gebucht.
  5. Der Fahrer erhält seine Papiere und meldet sich ab.

Bei der Torbelegung spielen mehrere Kriterien eine Rolle: die Torart, also Rampe, ebenerdiges Tor oder Seitenbeladung, Kühl- oder Gefahrgutbereiche, die Warengruppe und das verfügbare Personal. Das Dock Management kann mit der Lagerverwaltung (WMS) verbunden sein, damit der Wareneingang schon vor Ankunft weiß, welche Ware kommt.

Was ist der Unterschied zwischen Dock Management und Yard Management?

Yard Management steuert alles, was auf dem Betriebshof geschieht, bevor ein Fahrzeug an der Rampe steht oder nachdem es sie verlassen hat. Dazu gehören Zufahrt und Schranke, Stellplätze, abgestellte Auflieger und Wechselbrücken sowie Rangierfahrten. Dock Management betrifft die Rampen und Tore selbst. Werden beide Funktionen in einer Software zusammengefasst, spricht man von Dock und Yard Management.

Welche Rolle spielt die Zeitfensterbuchung?

Die Zeitfensterbuchung, auch Slot Booking genannt, ist der Teil des Dock Managements, mit dem Speditionen direkt zu tun haben. Empfänger und Versender können verlangen, dass für jede Anlieferung oder Abholung vorab ein Termin über ein Online-Portal gebucht wird. Für die Abholseite beschreibt der Eintrag Abholzeitfenster die Planung im Detail.

Verpasst ein Fahrzeug sein Zeitfenster, kann es sein, dass es auf einen freien Slot warten muss oder abgewiesen wird. Wartet umgekehrt der Frachtführer auf Grund vertraglicher Vereinbarung oder aus Gründen, die nicht in seinem Risikobereich liegen, über die Lade- oder Entladezeit hinaus, kann er nach § 412 HGB Abs. 3 Standgeld verlangen.

Welche Vorteile und Nachteile hat Dock Management?

  • Vorteil: Personal und Stapler können nach dem gebuchten Aufkommen eingeplant werden.
  • Vorteil: Fahrzeuge stauen sich seltener vor dem Tor, Wartezeiten werden kürzer und nachvollziehbar.
  • Vorteil: Tatsächliche Ankunfts-, Lade- und Abfahrtszeiten werden dokumentiert.
  • Nachteil: Feste Zeitfenster passen nicht immer zur Verkehrslage und zu den Lenkzeiten der Fahrer.
  • Nachteil: Speditionen müssen in vielen unterschiedlichen Portalen buchen, je nach Kunde und Ladestelle.

Was bedeutet Dock Management für Speditionen?

Für die Disposition ist das gebuchte Zeitfenster eine feste Vorgabe bei der Tourenplanung. Die Daten für die Buchung, etwa Referenznummern und Palettenanzahl, stammen aus dem Transportauftrag. Sind sie im TMS vollständig erfasst, lassen sie sich ohne erneute Eingabe für Avis und Buchung verwenden. Eine aktuelle ETA hilft, bei Verspätungen rechtzeitig ein neues Zeitfenster zu vereinbaren.

Rechtsgrundlagen

  • § 412 HGB: Verladen und Entladen, Lade- und Entladezeit, Standgeld

Häufige Fragen

Was ist ein Dock-Management-System?

Ein Dock-Management-System ist eine Software, mit der Lager und Werke Zeitfenster vergeben, Tore zuweisen und Ankünfte erfassen. Es kann über ein Portal für Speditionen und Lieferanten bedient und mit der Lagerverwaltung verbunden werden. Die Abkürzung DMS ist missverständlich, weil sie auch für Dokumentenmanagementsysteme steht.

Wer bezahlt die Wartezeit an der Rampe?

Nach § 412 Abs. 3 HGB kann der Frachtführer eine angemessene Vergütung als Standgeld verlangen, wenn er über die Lade- oder Entladezeit hinaus warten muss und die Ursache nicht in seinem Risikobereich liegt. Freie Standzeiten und Standgeldsätze können im Frachtvertrag geregelt werden.

Was passiert, wenn ein Lkw sein Zeitfenster verpasst?

Das regelt der Betreiber der Rampe. Das Fahrzeug kann auf ein freies Zeitfenster warten müssen oder an einem anderen Tag neu gebucht werden. Wer eine Verspätung früh meldet, kann unter Umständen noch umbuchen.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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