Logistik lexikon

Heckbeladung: Ablauf, Rampe und Aufbauten

Heckbeladung beim Lkw: Ablauf an der Rampe, Ladebrücke und Ladebordwand, geeignete Aufbauten sowie Unterschiede zur Seiten- und Dachbeladung.

Heckbeladung ist das Be- und Entladen eines Lkw, Anhängers oder Containers über die Rückseite des Laderaums. Sie wird an Laderampen und bei geschlossenen Aufbauten wie Koffer, Kühlkoffer und Container eingesetzt. Die Ware wird von der Stirnwand nach hinten geladen und in umgekehrter Reihenfolge entladen.

Was ist Heckbeladung?

Heckbeladung ist das Be- und Entladen eines Lkw, Anhängers, Aufliegers oder Containers über die Rückseite des Laderaums, etwa durch Hecktüren oder eine Heckklappe. An Laderampen von Lagern, Umschlaghallen und Verteilzentren wird über das Heck be- und entladen. Im Transportauftrag kann sie als Vorgabe erscheinen, etwa „Heckentladung“ oder „Rampe vorhanden“.

Abzugrenzen sind zwei weitere Ladearten:

  • Seitenbeladung: Beladen über die geöffnete Seitenwand, etwa beim Planen- oder Schiebeplanenaufbau mit Stapler vom Boden aus.
  • Dachbeladung: Beladen von oben per Kran, etwa bei Aufliegern mit Schiebeverdeck für lange oder sperrige Güter.

Wie läuft eine Heckbeladung an der Rampe ab?

  1. Das Fahrzeug setzt rückwärts an das zugewiesene Tor. Eine Torabdichtung schließt den Spalt zwischen Gebäude und Aufbau.
  2. Das Fahrzeug wird gegen Wegrollen gesichert, etwa mit Unterlegkeilen.
  3. Eine Ladebrücke überbrückt Spalt und Höhenunterschied zwischen Rampe und Ladefläche.
  4. Stapler oder Hubwagen fahren in den Laderaum und stellen die Ware ab, beginnend an der Stirnwand.
  5. Die Ladung wird gesichert, die Ladebrücke zurückgefahren und das Tor geschlossen.

Ladeflächen sind je nach Fahrzeug unterschiedlich hoch, ein Volumenauflieger liegt zum Beispiel niedriger als ein Standardauflieger, ein Transporter noch tiefer. Ladebrücken gleichen das aus, solange die Neigung nicht zu steil wird; die DGUV Information 208-001 nennt als Grenze 12,5 Prozent. Größere Unterschiede gleicht eine höhenverstellbare Anpassrampe aus. Die Planung der Tore und Zeitfenster gehört zum Dock Management.

Wie funktioniert Heckbeladung ohne Rampe?

Fehlt eine Rampe, etwa bei Filialen, Baustellen oder Privatkunden, braucht das Fahrzeug eine Ladebordwand. Die Hebebühne am Heck hebt Paletten vom Boden auf Ladeflächenhöhe, ein Hubwagen bringt sie in den Laderaum. Alternativ werden mobile Verladerampen eingesetzt. Ob eine Ladebordwand nötig ist, muss vor der Fahrzeugwahl bekannt sein, sonst steht der Fahrer vor einer Ladestelle, an der er nicht entladen kann.

Für welche Aufbauten eignet sich die Heckbeladung?

  • Koffer: Geschlossener Aufbau, der über das Heck beladen wird, je nach Ausführung zusätzlich über eine Seitentür.
  • Kühlkoffer: Heckbeladung an der Rampe mit Torabdichtung, damit Kühlgut beim Umschlag möglichst wenig Wärme aufnimmt.
  • Plane: Heck- und Seitenbeladung möglich, mit Schiebeverdeck auch von oben.
  • Container und Wechselbrücke: Beladung über die Türen an der Stirnseite, also nach demselben Prinzip.

Welche Vorteile und Nachteile hat die Heckbeladung?

  • Vorteil: Passt zur Rampeninfrastruktur von Lagern, viele Fahrzeuge können parallel abgefertigt werden.
  • Vorteil: Ware und Personal sind beim Umschlag vor Witterung geschützt.
  • Vorteil: Geschlossene Aufbauten bieten mehr Schutz vor Diebstahl.
  • Nachteil: Zugriff nur von hinten. Was zuerst geladen wird, kommt zuletzt heraus (Last In, First Out).
  • Nachteil: Ohne Rampe ist eine Ladebordwand nötig.
  • Nachteil: Die Ladung muss nach hinten gesichert werden, damit beim Öffnen der Türen nichts herausfällt.

Heckbeladung in Tourenplanung und Auftragserfassung

Bei Touren mit mehreren Entladestellen bestimmt die Heckbeladung die Ladereihenfolge: Die Sendung für den letzten Empfänger kommt zuerst in den Laderaum. Die Tourenplanung gibt deshalb die Reihenfolge vor, und die Ladeliste wird in umgekehrter Folge abgearbeitet. Hinweise wie „nur Heckentladung“, „keine Rampe“ oder „Ladebordwand erforderlich“ können im Freitext von Kundenaufträgen stehen. Bei der Auftragserfassung müssen sie in die richtigen Felder des TMS übernommen werden, damit die Disposition das passende Fahrzeug einsetzt. GM-DocuStream liest Aufträge aus E-Mails, PDF-Anhängen und Excel-Listen und übergibt sie nach Prüfung durch den Disponenten an das TMS.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Heckbeladung und Seitenbeladung?

Bei der Heckbeladung wird über die Rückseite geladen, etwa an einer Rampe. Bei der Seitenbeladung wird die Seitenwand geöffnet und der Stapler lädt vom Boden aus. Seitenbeladung erlaubt den Zugriff auf jede Palette, Heckbeladung passt besser zu Lagern mit Rampen.

Was bedeutet Heckentladung im Transportauftrag?

Der Empfänger kann nur über das Heck entladen, etwa an einer Rampe. Die Spedition muss daher ein Fahrzeug mit Hecktüren einsetzen, das an die Rampe passt. Ein reiner Seitenlader oder ein Fahrzeug ohne Hecköffnung ist dann ungeeignet.

Wie steil darf eine Ladebrücke an der Rampe sein?

Nach der DGUV Information 208-001 darf die Neigung einer angelegten Ladebrücke 12,5 Prozent oder 7 Grad nicht überschreiten. Übergänge zur Rampe und zum Fahrzeug dürfen keine Absätze oder hochstehenden Kanten haben.

Kann ein Kühl-Lkw seitlich beladen werden?

Das hängt vom Aufbau ab. Es gibt Kühlkoffer mit zusätzlicher Seitentür, etwa für die Verteilung an mehrere Filialen. Jede Öffnung des Laderaums lässt Wärme herein, deshalb ist die Beladung an einer abgedichteten Rampe für Kühlgut von Vorteil.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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