Logistik lexikon

Seitenbeladung: Fahrzeuge, Ablauf und Abgrenzung

Seitenbeladung beim Lkw: welche Aufbauten sich eignen, wie das Beladen mit dem Stapler abläuft und wann sie Vorteile gegenüber der Heckbeladung bietet.

Seitenbeladung ist das Be- und Entladen eines Lkw oder Aufliegers über die Längsseite des Fahrzeugs. Sie setzt einen seitlich zu öffnenden Aufbau voraus, etwa einen Curtainsider mit Schiebeplanen, und wird mit Gabelstapler oder Kran durchgeführt. Das Gegenstück ist die Heckbeladung über die Rückseite an einer Rampe.

Was ist Seitenbeladung?

Seitenbeladung bezeichnet das Be- und Entladen eines Lkw, Anhängers oder Sattelaufliegers über die Längsseite des Fahrzeugs. Dafür muss sich der Aufbau seitlich öffnen lassen, und am Ladeort muss neben dem Fahrzeug genug ebene, befestigte Fläche für ein Flurförderzeug vorhanden sein. Das Gegenstück ist die Heckbeladung über die Rückseite des Fahrzeugs, die vor allem an Laderampen stattfindet. Daneben gibt es die Beladung von oben mit dem Kran.

Welche Fahrzeuge eignen sich für die Seitenbeladung?

  • Curtainsider: Planenaufbau mit seitlichen Schiebeplanen, die sich wie ein Vorhang über die ganze Länge zur Seite schieben lassen. Im deutschsprachigen Raum ist dafür auch der Begriff Tautliner gebräuchlich.
  • Pritsche mit Plane und Spriegel: Die Seitenplane wird gelöst und hochgerollt, Einstecklatten und gegebenenfalls Rungen werden entnommen.
  • Fahrzeuge mit Schiebeverdeck: Ein Edscha-Verdeck lässt sich nach vorn oder hinten schieben. Zusammen mit geöffneten Seiten ist dann die Beladung von oben und von der Seite möglich.
  • Offene Pritschen und Flachbettauflieger: ohne Aufbau und daher von allen Seiten zugänglich, etwa für Baustoffe, Stahl oder Maschinen.

Kofferaufbauten mit festen Wänden lassen sich dagegen nur über das Heck oder über eingebaute Seitentüren beladen.

Wie läuft die Seitenbeladung mit dem Stapler ab?

  1. Das Fahrzeug wird auf ebener, tragfähiger Fläche abgestellt und gegen Wegrollen gesichert.
  2. Planen werden geöffnet, Einstecklatten und störende Rungen entnommen.
  3. Der Gabelstapler nimmt die Ladeeinheiten quer zum Fahrzeug auf und setzt sie an der vorgesehenen Stelle ab. Lange Güter werden mit Seitenstapler, Mehrwegestapler oder Kran verladen.
  4. Nach dem Beladen wird die Ladung gesichert, danach werden Latten, Rungen und Planen wieder geschlossen.

Wichtig ist die Lastverteilung. Wer von der Seite lädt, setzt schwere Stücke leicht dort ab, wo der Stapler gerade steht. Achslasten und Schwerpunkt müssen trotzdem passen, siehe Laderaumoptimierung. Bei Standard-Planenaufbauten trägt die Plane nicht zur Ladungssicherung bei. Die Ladung muss daher mit Gurten, Antirutschmatten oder formschlüssig gesichert werden. Nur verstärkte Aufbauten mit entsprechender Zertifizierung dürfen einen Teil der Sicherungskräfte aufnehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Seitenbeladung und Heckbeladung?

Bei der Heckbeladung fährt das Fahrzeug rückwärts an eine Rampe. Die Ware wird mit Hubwagen oder Stapler über eine Überladebrücke ins Fahrzeug gebracht und von hinten nach vorn gestaut. Das funktioniert auch bei Kofferaufbauten und Kühlfahrzeugen und braucht wenig Platz neben dem Fahrzeug.

Die Seitenbeladung braucht keine Rampe, aber Platz neben dem Fahrzeug und ein Fahrzeug mit offener Seite. Dafür ist jede Stelle der Ladefläche direkt erreichbar.

Welche Vor- und Nachteile hat die Seitenbeladung?

  • Vorteil: Be- und Entladen ohne Rampe, etwa auf Baustellen, Lagerplätzen oder bei Empfängern ohne Ladeinfrastruktur.
  • Vorteil: Gezielter Zugriff auf einzelne Paletten, was bei mehreren Entladestellen auf einer Tour hilft.
  • Vorteil: Geeignet für Langgut, sperrige Teile und Güter, die sich nicht durch das Heck schieben lassen.
  • Vorteil: Mehrere Stapler können gleichzeitig an einem Fahrzeug arbeiten.
  • Nachteil: Öffnen und Schließen von Planen, Latten und Rungen kosten Zeit.
  • Nachteil: Arbeiten im Freien, abhängig von Witterung und Platz auf dem Gelände.
  • Nachteil: Die Ladungssicherung muss besonders sorgfältig erfolgen, weil die Plane bei Standardaufbauten keine Kräfte aufnimmt.

Beispiel: Seitenbeladung im Speditionsalltag

Ein Baustoffhändler beauftragt eine Spedition mit der Lieferung von Paletten mit Pflastersteinen an eine Baustelle ohne Rampe. Im Auftrag steht der Hinweis, dass nur Seitenentladung möglich ist und der Empfänger einen Stapler stellt. Die Disposition plant daraufhin einen Planenauflieger mit Schiebeplanen ein, keinen Kofferaufbau. Solche Ladebedingungen gehören in die Auftragserfassung. Gehen sie verloren, steht am Ende das falsche Fahrzeug vor Ort.

Häufige Fragen

Was bedeutet Seitenentladung im Transportauftrag?

Der Hinweis bedeutet, dass die Ware an der Ladestelle nur von der Seite be- oder entladen werden kann, etwa weil keine Rampe vorhanden ist. Die Spedition muss dann ein Fahrzeug mit seitlich zu öffnendem Aufbau einsetzen, etwa einen Curtainsider.

Kann man einen Kofferaufbau von der Seite beladen?

Nur, wenn der Koffer eine Seitentür hat. Ein Kofferaufbau mit festen Wänden wird über die Hecktüren beladen.

Wer stellt den Stapler bei der Seitenbeladung?

Das regeln die Beteiligten im Auftrag. Entweder stellt die Lade- oder Entladestelle den Stapler, oder es wird ein Fahrzeug mit Mitnahmestapler eingesetzt.

Was ist ein Curtainsider?

Ein Curtainsider ist ein Lkw-Aufbau oder Auflieger mit seitlichen Schiebeplanen, die sich wie ein Vorhang zur Seite ziehen lassen. Er eignet sich besonders für die Seitenbeladung von Palettenware.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

Verwandte Begriffe

GM-DocuStream

Transportaufträge aus E-Mails automatisch ins TMS übernehmen

GM-DocuStream liest Auftragsmails, PDF-Anhänge und Excel-Listen aus, prüft sie gegen Ihre Stammdaten und übergibt den Auftrag nach der Freigabe an Ihr Speditionsprogramm.