Logistik lexikon

UPC-Code: Aufbau, UPC-A, UPC-E und EAN

UPC-Code (Universal Product Code): Aufbau des UPC-A, Kurzform UPC-E, Unterschied zu EAN-13 und GTIN sowie Einsatz im Wareneingang und Lager.

Der UPC-Code (Universal Product Code) ist ein Strichcode zur Kennzeichnung von Handelsartikeln, der vor allem in den USA und Kanada verwendet wird. Die Standardversion UPC-A codiert eine zwölfstellige Artikelnummer, die GTIN-12. Der UPC gehört zum GS1-System und ist eng mit dem in Europa üblichen EAN-13 verwandt.

Was ist ein UPC-Code?

Der UPC-Code (Universal Product Code) ist ein eindimensionaler Barcode, mit dem Verkaufsartikel eindeutig gekennzeichnet werden. Er wurde Anfang der 1970er-Jahre in den USA für den Lebensmittelhandel entwickelt. Der erste Artikel mit UPC wurde im Juni 1974 in einem Supermarkt in Ohio an der Kasse gescannt. Heute verwaltet die Standardorganisation GS1 den UPC. Die Nummer, die ein UPC-A codiert, heißt im GS1-System GTIN-12.

Der UPC kennzeichnet vor allem die Verbrauchereinheit, also den einzelnen Artikel, wie er im Regal des Handels steht. Versandeinheiten wie Paletten erhalten dagegen eine NVE (SSCC), die etwa in einem GS1-128-Barcode auf dem Transportetikett steht.

Wie ist der UPC-Code aufgebaut?

Der UPC-A besteht aus zwölf Ziffern. Sie sind als Strichcode und darunter in Klarschrift abgebildet:

  • Basisnummer des Unternehmens (GS1 Company Prefix): Die ersten Stellen identifizieren das Unternehmen, dem die Nummer zugeteilt wurde. Sie wird von GS1 vergeben. Ursprünglich bestand dieser Teil aus einer Nummernsystem-Ziffer und einem fünfstelligen Herstellercode. Heute ist die Länge der Basisnummer variabel.
  • Artikelreferenz: Die folgenden Stellen vergibt das Unternehmen selbst, für jeden Artikel und jede Variante eine eigene Nummer.
  • Prüfziffer: Die zwölfte Stelle wird nach dem Modulo-10-Verfahren aus den übrigen Ziffern berechnet. Damit erkennt das System Lese- und Tippfehler.

Einige Werte an erster Stelle haben eine feste Bedeutung. So steht die 2 für Artikel mit variablem Gewicht, die der Handel selbst auszeichnet, etwa Fleisch oder Käse, und die 5 für Coupons.

Was ist UPC-E?

UPC-E ist eine verkürzte Form des UPC für sehr kleine Verpackungen, auf denen ein vollständiger UPC-A keinen Platz hat. Dabei werden Nullen aus der Nummer unterdrückt, sodass der Code nur sechs Nutzziffern enthält. Zusammen mit Nummernsystem und Prüfziffer ergibt sich eine achtstellige Darstellung. Ein Scanner oder ein Warenwirtschaftssystem kann den UPC-E wieder in die vollständige zwölfstellige Nummer umrechnen. Nicht jede Nummer lässt sich verkürzen, sie muss an den passenden Stellen Nullen enthalten.

Was ist der Unterschied zwischen UPC-Code und EAN?

Die in Europa übliche EAN-13 (European Article Number), im GS1-System GTIN-13 genannt, hat 13 Stellen. Der UPC-A ist eine Teilmenge davon: Wird einer zwölfstelligen UPC-Nummer eine Null vorangestellt, entsteht die gleichwertige EAN-13. Beide Codes beruhen auf demselben Strichcodeprinzip.

Unterschiede gibt es vor allem in der Vergabe. Unternehmen in Deutschland erhalten ihre Nummern bei GS1 Germany, der die Präfixe 400 bis 440 zugeordnet sind. Ob ein Händler in Nordamerika für seine Listung zusätzlich einen UPC verlangt, sollte vorab mit dem Händler geklärt werden. Mehr zu den Nummern selbst steht unter GTIN und EAN.

Welche Rolle spielt der UPC-Code in der Logistik?

Im Lager dient der UPC wie jede GTIN dazu, Artikel beim Scannen eindeutig zu erkennen. Typische Einsatzpunkte sind:

  • der Wareneingang, in dem gelieferte Artikel mit der Bestellung oder dem Lieferschein abgeglichen werden
  • die Kommissionierung, in der ein Scan prüft, ob der richtige Artikel entnommen wurde
  • Inventur und Umlagerungen
  • der Kassenvorgang im Handel

Voraussetzung ist, dass die Nummer im Artikelstamm der Lagerverwaltung oder Warenwirtschaft hinterlegt ist. Die GTIN ersetzt dabei nicht die interne Artikelnummer, sondern wird ihr zugeordnet. GS1 empfiehlt, GTINs in einem einheitlichen 14-stelligen Datenfeld mit führenden Nullen zu speichern. So lassen sich UPC- und EAN-Nummern gemeinsam verwalten.

Beispiel: UPC-Codes im Wareneingang

Ein Händler in Deutschland bezieht Werkzeuge von einem Hersteller aus den USA. Die Artikel tragen einen UPC-A. Im Wareneingang scannen die Mitarbeiter die Artikel, doch das Lagerverwaltungssystem findet sie zunächst nicht, weil im Artikelstamm nur EAN-13-Nummern gepflegt sind. Der Händler legt die UPC-Nummern zusätzlich im Artikelstamm an und speichert alle GTINs 14-stellig mit führenden Nullen. Danach werden die Artikel beim Scan unabhängig davon erkannt, ob sie einen UPC oder eine EAN tragen.

Häufige Fragen

Brauche ich einen UPC-Code, um Produkte in den USA zu verkaufen?

Das hängt vom jeweiligen Händler ab. Viele Händler verlangen eine GTIN, damit Artikel an der Kasse und im Lager gescannt werden können. Ob eine EAN-13 genügt oder ein UPC gefordert wird, legt der jeweilige Händler fest.

Wo bekommt man einen UPC-Code?

UPC- und andere GTIN-Nummern werden über die GS1-Organisationen vergeben, in Deutschland über GS1 Germany. Unternehmen erhalten dort eine Basisnummer und bilden daraus die Nummern für ihre Artikel.

Wie berechnet man die Prüfziffer eines UPC?

Die Ziffern an den Positionen 1, 3, 5, 7, 9 und 11 werden addiert und mit 3 multipliziert. Dazu kommt die Summe der Ziffern an den Positionen 2, 4, 6, 8 und 10. Die Prüfziffer ist der Wert, der diese Summe auf das nächste Vielfache von 10 ergänzt; ist die Summe bereits ein Vielfaches von 10, ist sie 0.

Können Scanner in Europa UPC-Codes lesen?

Ja, handelsübliche Barcodescanner können UPC-A, UPC-E und EAN-13 lesen. Ob ein Artikel danach im System gefunden wird, hängt davon ab, ob die Nummer im Artikelstamm hinterlegt ist.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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