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Carbon Insetting: Warum die Zukunft der Logistik im eigenen Netzwerk liegt

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Matthäus Scheffner
Calender
January 15, 2026
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Kategorie
Innovation

Lange Zeit war „CO2-Kompensation“ das Schlagwort der Stunde. Unternehmen pflanzten Bäume in fernen Ländern, um ihre Emissionen auszugleichen. Doch 2026 hat sich der Fokus verschoben. Das neue Ziel heißt Carbon Insetting. Anstatt außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette nach Lösungen zu suchen, investieren Unternehmen direkt in ihre eigenen Prozesse. Aber was bedeutet das konkret für Transport und Logistik?

Was ist Carbon Insetting?

Carbon Insetting bezeichnet die Praxis, Emissionen direkt dort zu reduzieren, wo sie entstehen: innerhalb der eigenen Lieferkette.

Während beim Offsetting (Kompensation) Geld in externe Projekte fließt (z. B. Waldschutz in Südamerika), fließt beim Insetting das Kapital in die Dekarbonisierung der eigenen Logistikwege oder der Vorlieferanten.

Die 3 größten Vorteile für Logistikunternehmen

  1. Echte Emissionsreduktion: Insetting verbessert den realen CO2-Fußabdruck (Scope 3) deines Unternehmens, anstatt ihn nur auf dem Papier auszugleichen.
  2. Zukunftssicherheit: Durch Investitionen in grüne Technologien (z. B. E-Lkw oder Biokraftstoffe) machst du deine Flotte unabhängig von steigenden CO2-Preisen.
  3. Transparenz & Reporting: Im Rahmen des LkSG (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) und der CSRD fordern Kunden und Behörden immer genauere Daten. Insetting-Maßnahmen sind direkt nachweisbar.

Praxisbeispiele: So funktioniert Insetting in der Logistik

Wie sieht das in der Umsetzung aus? Hier sind drei gängige Ansätze:

  • Einsatz von Bio-Fuel (HVO100): Ein Spediteur nutzt nachhaltigen Biokraftstoff für seine Bestandsflotte. Die dadurch eingesparten Emissionen können direkt den transportierten Waren der Kunden zugerechnet werden.
  • Modernisierung der Subunternehmer: Ein Logistikdienstleister unterstützt seine Partner finanziell bei der Umstellung auf Elektro-Lkw oder Wasserstoffantriebe.
  • Optimierung der Lager-Infrastruktur: Investitionen in Photovoltaik-Anlagen auf Logistikzentren, die den Strom für die eigene E-Flotte liefern.

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist

Die regulatorischen Daumenschrauben ziehen an. Mit der Einführung von CBAM und strengeren Grenzwerten wird „grüne Logistik“ vom Marketing-Goodie zur harten Geschäftsanforderung. Wer heute in Insetting investiert, sichert sich die Aufträge der großen Verlader von morgen.

FazitCarbon Insetting ist mehr als nur ein Trend. Es ist die logische Weiterentwicklung des Klimaschutzes in einer globalisierten Welt. Es schafft echte Werte in der eigenen Lieferkette und stärkt die Resilienz gegenüber regulatorischen Änderungen.