Advanced Planning System (APS): Aufbau und Nutzen
Advanced Planning System (APS): Funktionen und Module, Unterschied zu ERP und MRP II, Einsatz in Produktion und Supply Chain sowie Abgrenzung.
Advanced Planning System (APS): Funktionen und Module, Unterschied zu ERP und MRP II, Einsatz in Produktion und Supply Chain sowie Abgrenzung.
Ein Advanced Planning System (APS) ist eine Planungssoftware, die Material, Kapazitäten und Termine gemeinsam und unter Berücksichtigung tatsächlicher Kapazitätsgrenzen plant. Die Abkürzung steht auch für Advanced Planning and Scheduling. Ein APS ergänzt das ERP-System und wird in der Produktionsplanung und im Supply Chain Management eingesetzt.
Ein Advanced Planning System (APS) ist eine Planungssoftware für Produktion und Lieferkette. Die Abkürzung steht ebenso für Advanced Planning and Scheduling. Planning meint die mittelfristige Mengen- und Terminplanung, Scheduling die Feinplanung mit der Reihenfolge der Aufträge auf Maschinen oder Arbeitsplätzen. Ein APS übernimmt Stammdaten, Aufträge und Bestände aus dem ERP-System, berechnet daraus einen Plan unter Berücksichtigung der tatsächlichen Kapazitäten und gibt das Ergebnis an ERP- oder Fertigungssysteme zurück.
Nicht zu verwechseln ist die Abkürzung mit dem Allgemeinen Präferenzsystem der EU. Dort steht APS für Zollpräferenzen, die die EU Waren aus Entwicklungsländern gewährt. Mit Planungssoftware hat dieser Begriff nichts zu tun.
Ein APS ersetzt das ERP-System nicht, sondern ergänzt es um eine leistungsfähigere Planung. Das ERP bleibt das System für Buchungen und Stammdaten.
In der Fachliteratur ordnet die Supply-Chain-Planning-Matrix die Module eines APS nach Planungshorizont und Funktionsbereich. Dazu gehören:
Ein APS bildet die Restriktionen eines Betriebs ab: Maschinen- und Personalkapazitäten, Materialverfügbarkeit, Rüstzeiten, Lieferzeiten und Liefertermine. Mit Verfahren der mathematischen Optimierung und mit Heuristiken sucht es einen Plan, der diese Restriktionen einhält und ein Ziel verfolgt, etwa hohe Termintreue oder geringe Rüstzeiten. Ändert sich die Lage, zum Beispiel durch einen Eilauftrag oder eine ausgefallene Maschine, kann der Plan neu berechnet werden. Mit Szenarien lässt sich prüfen, wie sich Änderungen auswirken, bevor sie umgesetzt werden. Damit unterstützt ein APS die Kapazitätsplanung auf allen Ebenen.
Der Schwerpunkt liegt in der Industrie, besonders bei mehrstufiger, variantenreicher Fertigung mit Engpassmaschinen und in Unternehmen mit mehreren Werken. Dort verbindet ein APS die Produktionslogistik mit dem übergreifenden Lieferkettenmanagement (SCM).
Für Speditionen ist ein APS vor allem bei ihren Kunden relevant: Verlader planen damit Produktion und Distribution, und die Ergebnisse erreichen die Spedition als Mengenvorschau oder Transportaufträge. Die eigene Planung von Spedition und Transport läuft in einem Transport Management System (TMS), das Funktionen wie Tourenplanung, Disposition und Abrechnung abdeckt.
Voraussetzung für jedes APS sind gepflegte Daten. Fehlerhafte Arbeitspläne, Kapazitäten oder Bestände führen zu Plänen, die in der Praxis nicht umsetzbar sind. Hinzu kommen die Anbindung an das ERP-System und die Akzeptanz bei den Planern, die die Ergebnisse prüfen und freigeben.
In der Produktion steht APS für Advanced Planning and Scheduling oder Advanced Planning System. Gemeint ist Software, die Aufträge unter Berücksichtigung begrenzter Kapazitäten und der Materialverfügbarkeit einplant und ihre Reihenfolge festlegt.
Das hängt von der Komplexität der Planung ab. Bei wenigen Produkten und ausreichender Kapazität genügt die Planung im ERP-System. Bei vielen Varianten, Engpässen und mehreren Standorten liefert ein APS realistischere Termine, weil es Kapazitätsgrenzen und konkurrierende Aufträge berücksichtigt.
Finite Scheduling ist die Feinplanung gegen endliche, also begrenzte Kapazitäten. Ein Auftrag wird nur dann eingeplant, wenn die Ressource zu diesem Zeitpunkt frei ist. Das Gegenstück ist die Planung gegen unbegrenzte Kapazität, bei der Überlastungen erst nachträglich sichtbar werden.
Nein. Ein TMS ist auf Transportaufträge, Disposition, Tourenplanung und Abrechnung ausgerichtet. Ein APS plant vor allem Produktion und Materialfluss über die Lieferkette. Manche APS enthalten ein Modul zur Transportplanung, ersetzen aber nicht das operative TMS einer Spedition.