Assemble to Order (ATO): Montage auf Auftrag
Assemble to Order (ATO): Ablauf der Montage auf Auftrag, Unterschied zu Make to Stock, Make to Order und Engineer to Order sowie Vor- und Nachteile.
Assemble to Order (ATO): Ablauf der Montage auf Auftrag, Unterschied zu Make to Stock, Make to Order und Engineer to Order sowie Vor- und Nachteile.
Assemble to Order (ATO) ist eine Fertigungsstrategie, bei der standardisierte Komponenten und Baugruppen auf Vorrat gefertigt oder beschafft werden. Erst wenn ein Kundenauftrag eingeht, werden sie zum Endprodukt in der bestellten Variante montiert. ATO verbindet damit Elemente der Lagerfertigung und der Auftragsfertigung.
Assemble to Order (ATO), auf Deutsch Montage auf Auftrag oder auftragsbezogene Montage, ist eine Fertigungsstrategie für variantenreiche Produkte. Komponenten, Module und Baugruppen werden auf Basis einer Prognose hergestellt oder eingekauft und eingelagert. Die Endmontage beginnt erst, wenn ein Kunde bestellt hat. Der Kunde wählt dabei aus festgelegten Varianten und Optionen. Neue Teile werden für ihn nicht konstruiert.
Entscheidend ist die Lage des Kundenentkopplungspunkts (englisch Order Penetration Point oder Customer Order Decoupling Point). Er trennt den prognosegesteuerten Teil der Wertschöpfung vom auftragsgesteuerten Teil. Bei Assemble to Order liegt er unmittelbar vor der Endmontage. Eng verwandt ist Configure to Order (CTO): Der Kunde stellt sein Produkt aus vorgegebenen Optionen zusammen, die anschließend nach dem ATO-Prinzip montiert werden.
Voraussetzung ist ein modularer Produktaufbau, auch Baukastenprinzip genannt. Die Varianten müssen sich aus einer überschaubaren Zahl von Komponenten bilden lassen. ERP-Systeme und ein Advanced Planning System unterstützen bei Variantenstücklisten, Verfügbarkeitsprüfung und Montageplanung.
Je weiter der Kundenentkopplungspunkt vom Fertigprodukt in Richtung Rohmaterial rückt, desto individueller kann das Produkt sein und desto länger wird die Lieferzeit. Gleichzeitig sinkt der Bestand an fertigen Produkten.
Vorteile:
Nachteile:
Weil jeder Auftrag eine eigene Zusammenstellung von Komponenten braucht, ist die Materialbereitstellung ein zentraler Teil der Produktionslogistik. Beim Kitting werden die Teile für einen Auftrag als Satz zusammengestellt und gemeinsam an den Montageplatz geliefert. Das verringert Suchaufwand und Verwechslungen in der Montage.
In der Automobilindustrie werden Fahrzeuge nach Kundenauftrag aus vielen Varianten montiert. Dort liefern Modullieferanten Baugruppen wie Sitze oder Cockpits Just-in-Sequence (JIS), also in genau der Reihenfolge, in der die Fahrzeuge am Band montiert werden. Die mengen- und zeitgenaue Belieferung nach dem Just-in-Time-Prinzip ist dafür die Grundlage.
Ein Hersteller von Industriepumpen bietet seine Pumpen mit verschiedenen Motoren, Gehäusewerkstoffen und Steuerungen an. Statt jede Kombination fertig auf Lager zu legen, hält er Motoren, Gehäuse und Steuerungen in den gängigen Ausführungen vorrätig. Bestellt ein Kunde eine bestimmte Konfiguration, werden die passenden Komponenten kommissioniert, in der Endmontage zusammengebaut und geprüft.
Für die Versandlogistik bedeutet das: Der Liefertermin steht erst fest, wenn die Montage eingeplant ist. Der Transportauftrag an die Spedition kann deshalb erst kurz nach Montageende entstehen und muss schnell und vollständig übermittelt werden.
Bei Assemble to Order liegt der Kundenentkopplungspunkt direkt vor der Endmontage. Bis dahin wird nach Prognose gefertigt und eingelagert, ab dort erst nach Kundenauftrag.
Die Begriffe liegen eng beieinander. Configure to Order betont, dass der Kunde sein Produkt aus vorgegebenen Optionen konfiguriert. Gefertigt wird die gewählte Konfiguration dann nach dem Prinzip der Montage auf Auftrag.
Geeignet sind modular aufgebaute Produkte mit vielen Varianten, die sich aus einer überschaubaren Zahl von Komponenten bilden lassen. Typische Beispiele sind konfigurierbare Computer, Maschinen und Fahrzeuge.
Die Abkürzungen stehen für Make to Stock (Lagerfertigung), Assemble to Order (Montage auf Auftrag), Make to Order (Auftragsfertigung) und Engineer to Order (Auftragskonstruktion). Sie unterscheiden sich darin, ab welchem Schritt nach Kundenauftrag statt nach Prognose gearbeitet wird.