Logistik lexikon

Container Yard (CY): Abholung, Rückgabe und Closing

Container Yard (CY) in der Seefracht: Unterschied zur CFS, CY-Closing, Leercontainer-Depot sowie Abholung und Rückgabe im Vor- und Nachlauf.

Ein Container Yard (CY) ist die Abstellfläche eines See- oder Binnenterminals, auf der volle und leere Container zwischengelagert und an Lkw, Bahn oder Schiff übergeben werden. Er ist der übliche Übergabeort zwischen Reederei und Landverkehr, vor allem bei FCL-Sendungen im Vor- und Nachlauf.

Was ist ein Container Yard (CY)?

Der Container Yard, kurz CY, ist die Abstellfläche eines Containerterminals, auf der Container zwischen Schiff und Landverkehr zwischengelagert werden. Exportcontainer warten dort auf die Verladung, Importcontainer auf die Abholung durch Lkw, Bahn oder Binnenschiff. Im Deutschen ist auch von Containerlager oder Stellfläche die Rede. Der Begriff wird außerdem für Containerflächen im Hinterland verwendet, etwa an Binnenterminals oder in Depots.

Im CY werden ganze Container bewegt, keine einzelnen Packstücke. Gestapelt und umgesetzt werden sie mit Portalkränen, Straddle Carriern oder Reach Stackern. Das Terminal vergibt jedem Container einen Stellplatz und plant die Stapel so, dass möglichst wenig umgesetzt werden muss.

Was ist der Unterschied zwischen CY und CFS?

Die Container Freight Station (CFS) ist eine Packstation, in der Stückgut in Container gestaut oder aus Containern entladen wird. Sie gehört zum LCL-Verkehr, bei dem sich mehrere Versender einen Container teilen. Der CY ist dagegen der Übergabeort für fertig gepackte Container, also typisch für FCL-Sendungen. In Buchungen und Konnossementen beschreiben Kürzel, wo die Reederei die Ladung übernimmt und abgibt:

  • CY/CY: Die Reederei übernimmt den gepackten und plombierten Container im CY des Abgangshafens und stellt ihn im CY des Bestimmungshafens bereit. Packen und Entladen übernehmen Versender und Empfänger.
  • CFS/CFS: Die Ware wird lose an der Packstation übergeben und am Ziel wieder an einer Packstation ausgeliefert.
  • CFS/CY oder CY/CFS: Mischformen, etwa wenn mehrere Lieferanten an einer CFS gesammelt werden und der Container beim Empfänger als ganzer ankommt.

Was bedeutet CY-Closing?

Das CY-Closing, auch CY-Cut-off, ist der späteste Zeitpunkt, bis zu dem ein beladener Exportcontainer am Terminal angeliefert sein muss, damit er auf das gebuchte Schiff kommt. Die Reederei nennt die Frist in der Buchungsbestätigung. Wird sie verpasst, kann der Container auf eine spätere Abfahrt umgebucht werden. Weitere Fristen, etwa für Verschiffungsanweisungen und die verifizierte Bruttomasse, beschreibt der Eintrag Closing in der Seefracht.

Welche Rolle spielt das Leercontainer-Depot?

Leere Container werden auch in Leercontainer-Depots (Empty Depots) der Reederei oder unabhängiger Depotbetreiber abgestellt. Dort werden sie gelagert, geprüft, gereinigt und bei Bedarf repariert. Die Reederei legt bei der Buchung fest, in welchem Depot ein Leercontainer abgeholt und wohin er nach dem Import zurückgegeben wird. Eine Rückgabe am falschen Ort kann abgelehnt werden und zu zusätzlichen Fahrten führen.

Wie laufen Abholung und Rückgabe am Container Yard ab?

Im Export holt der Lkw im Vorlauf einen Leercontainer im Depot ab, bringt ihn zum Verlader und liefert ihn beladen am Terminal an. Im Import holt er im Nachlauf den vollen Container am Terminal ab, sobald Reederei und Zoll ihn freigegeben haben, stellt ihn beim Empfänger zu und gibt ihn leer im Depot zurück. Dafür braucht der Fahrer bestimmte Angaben:

  • Pick-up-Referenz: Abhol- oder Freistellungsreferenz (Release), mit der das Terminal oder Depot den Container herausgibt.
  • Drop-off-Referenz: Anlieferreferenz, unter der Terminal oder Depot den Container annimmt.
  • Zeitfenster: Terminals können für Lkw eine vorab gebuchte Ankunftszeit (Slot) verlangen.

Bei jeder Ein- und Ausfahrt wird der Zustand des Containers im EIR festgehalten. Bleibt ein Container länger als die vereinbarte Free Time im Terminal oder beim Kunden, fallen Demurrage und Detention an.

Was braucht die Spedition für die Auftragserfassung?

Ein Containertransport im Vor- oder Nachlauf lässt sich nur disponieren, wenn Containernummer oder Containertyp, Reederei, Abhol- und Anlieferort mit den jeweiligen Referenzen, Closing, Ladestelle, Ladetermin und Gewicht bekannt sind. Fehlt eine Referenz oder ist das Depot falsch übernommen, gibt das Terminal oder Depot den Container am Gate nicht heraus oder nimmt ihn nicht an. Diese Daten kommen häufig per E-Mail oder als PDF vom Auftraggeber und müssen in der Auftragserfassung vollständig übernommen werden.

GM-DocuStream liest solche Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und dem Text von E-Mails, gleicht Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und legt jeden Auftrag dem Disponenten zur Prüfung und Freigabe vor. Danach wird er per API oder als XML-, JSON- oder CSV-Datei an das TMS übergeben.

Häufige Fragen

Was ist ein On-Dock- und ein Off-Dock-Container-Yard?

Ein On-Dock-CY liegt direkt im Terminal am Kai. Ein Off-Dock-CY liegt außerhalb des Terminals, etwa im Hafengebiet oder im Hinterland, und dient als zusätzliche Stellfläche oder als Depot.

Wie lange darf ein Container im Container Yard stehen?

Das richtet sich nach der Free Time, die Reederei und Terminal festlegen. Sie unterscheidet sich je nach Hafen, Reederei und Vertrag. Danach fallen Standgebühren an, die je nach Vereinbarung als Demurrage oder Lagergeld berechnet werden.

Wer zahlt die Kosten im Container Yard?

Die Kosten für den Umschlag im Terminal stellt die Reederei als Terminal Handling Charges in Rechnung. Wer sie am Ende trägt, ergibt sich aus der vereinbarten Lieferklausel, etwa den Incoterms.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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