Container Yard (CY): Abholung, Rückgabe und Closing
Container Yard (CY) in der Seefracht: Unterschied zur CFS, CY-Closing, Leercontainer-Depot sowie Abholung und Rückgabe im Vor- und Nachlauf.
Container Yard (CY) in der Seefracht: Unterschied zur CFS, CY-Closing, Leercontainer-Depot sowie Abholung und Rückgabe im Vor- und Nachlauf.
Ein Container Yard (CY) ist die Abstellfläche eines See- oder Binnenterminals, auf der volle und leere Container zwischengelagert und an Lkw, Bahn oder Schiff übergeben werden. Er ist der übliche Übergabeort zwischen Reederei und Landverkehr, vor allem bei FCL-Sendungen im Vor- und Nachlauf.
Der Container Yard, kurz CY, ist die Abstellfläche eines Containerterminals, auf der Container zwischen Schiff und Landverkehr zwischengelagert werden. Exportcontainer warten dort auf die Verladung, Importcontainer auf die Abholung durch Lkw, Bahn oder Binnenschiff. Im Deutschen ist auch von Containerlager oder Stellfläche die Rede. Der Begriff wird außerdem für Containerflächen im Hinterland verwendet, etwa an Binnenterminals oder in Depots.
Im CY werden ganze Container bewegt, keine einzelnen Packstücke. Gestapelt und umgesetzt werden sie mit Portalkränen, Straddle Carriern oder Reach Stackern. Das Terminal vergibt jedem Container einen Stellplatz und plant die Stapel so, dass möglichst wenig umgesetzt werden muss.
Die Container Freight Station (CFS) ist eine Packstation, in der Stückgut in Container gestaut oder aus Containern entladen wird. Sie gehört zum LCL-Verkehr, bei dem sich mehrere Versender einen Container teilen. Der CY ist dagegen der Übergabeort für fertig gepackte Container, also typisch für FCL-Sendungen. In Buchungen und Konnossementen beschreiben Kürzel, wo die Reederei die Ladung übernimmt und abgibt:
Das CY-Closing, auch CY-Cut-off, ist der späteste Zeitpunkt, bis zu dem ein beladener Exportcontainer am Terminal angeliefert sein muss, damit er auf das gebuchte Schiff kommt. Die Reederei nennt die Frist in der Buchungsbestätigung. Wird sie verpasst, kann der Container auf eine spätere Abfahrt umgebucht werden. Weitere Fristen, etwa für Verschiffungsanweisungen und die verifizierte Bruttomasse, beschreibt der Eintrag Closing in der Seefracht.
Leere Container werden auch in Leercontainer-Depots (Empty Depots) der Reederei oder unabhängiger Depotbetreiber abgestellt. Dort werden sie gelagert, geprüft, gereinigt und bei Bedarf repariert. Die Reederei legt bei der Buchung fest, in welchem Depot ein Leercontainer abgeholt und wohin er nach dem Import zurückgegeben wird. Eine Rückgabe am falschen Ort kann abgelehnt werden und zu zusätzlichen Fahrten führen.
Im Export holt der Lkw im Vorlauf einen Leercontainer im Depot ab, bringt ihn zum Verlader und liefert ihn beladen am Terminal an. Im Import holt er im Nachlauf den vollen Container am Terminal ab, sobald Reederei und Zoll ihn freigegeben haben, stellt ihn beim Empfänger zu und gibt ihn leer im Depot zurück. Dafür braucht der Fahrer bestimmte Angaben:
Bei jeder Ein- und Ausfahrt wird der Zustand des Containers im EIR festgehalten. Bleibt ein Container länger als die vereinbarte Free Time im Terminal oder beim Kunden, fallen Demurrage und Detention an.
Ein Containertransport im Vor- oder Nachlauf lässt sich nur disponieren, wenn Containernummer oder Containertyp, Reederei, Abhol- und Anlieferort mit den jeweiligen Referenzen, Closing, Ladestelle, Ladetermin und Gewicht bekannt sind. Fehlt eine Referenz oder ist das Depot falsch übernommen, gibt das Terminal oder Depot den Container am Gate nicht heraus oder nimmt ihn nicht an. Diese Daten kommen häufig per E-Mail oder als PDF vom Auftraggeber und müssen in der Auftragserfassung vollständig übernommen werden.
GM-DocuStream liest solche Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und dem Text von E-Mails, gleicht Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und legt jeden Auftrag dem Disponenten zur Prüfung und Freigabe vor. Danach wird er per API oder als XML-, JSON- oder CSV-Datei an das TMS übergeben.
Ein On-Dock-CY liegt direkt im Terminal am Kai. Ein Off-Dock-CY liegt außerhalb des Terminals, etwa im Hafengebiet oder im Hinterland, und dient als zusätzliche Stellfläche oder als Depot.
Das richtet sich nach der Free Time, die Reederei und Terminal festlegen. Sie unterscheidet sich je nach Hafen, Reederei und Vertrag. Danach fallen Standgebühren an, die je nach Vereinbarung als Demurrage oder Lagergeld berechnet werden.
Die Kosten für den Umschlag im Terminal stellt die Reederei als Terminal Handling Charges in Rechnung. Wer sie am Ende trägt, ergibt sich aus der vereinbarten Lieferklausel, etwa den Incoterms.