EIR: Equipment Interchange Receipt im Containerverkehr
EIR (Equipment Interchange Receipt): Inhalt des Übergabeprotokolls bei Abholung und Rückgabe von Containern, Haftung für Schäden und digitaler EIR.
EIR (Equipment Interchange Receipt): Inhalt des Übergabeprotokolls bei Abholung und Rückgabe von Containern, Haftung für Schäden und digitaler EIR.
Der EIR (Equipment Interchange Receipt) ist das Übergabeprotokoll, das bei Abholung oder Rückgabe eines Containers am Terminal oder Depot erstellt wird. Er hält Containernummer, Zustand, Schäden, Plombe und Zeitpunkt fest und belegt, in welchem Zustand der Container übergeben wurde. Damit ist er ein wichtiges Beweismittel bei Streit über Containerschäden.
Der EIR (Equipment Interchange Receipt) ist das Übergabeprotokoll, das bei jeder Übergabe eines Containers zwischen Terminal oder Depot und Lkw erstellt wird. Equipment steht für das Transportgerät der Reederei, vor allem den Container, Interchange für den Wechsel der Obhut.
Der EIR betrifft den Container selbst, nicht die Ware darin. Er ist damit kein Frachtdokument wie Frachtbrief oder Konnossement. Ausgestellt wird er vom Terminal oder Depot im Auftrag der Reederei, der Fahrer erhält eine Ausfertigung oder eine digitale Kopie.
Ein EIR entsteht bei jeder Ein- und Ausfahrt am Container Yard oder Depot. Bei Export- und Importcontainern sind das zum Beispiel diese Vorgänge:
Zwischen Gate-out und Gate-in liegt der Container in der Obhut des Lkw-Unternehmens und des Kunden. Genau diesen Zeitraum grenzt der EIR ab.
Container gehören der Reederei oder einer Leasinggesellschaft. Wer für Schäden einstehen muss, ergibt sich nicht aus einem eigenen Gesetz, sondern aus den Verträgen, vor allem den Bedingungen der Reederei. Organisiert der Kunde den Landtransport selbst (Merchant Haulage), kann die Reederei Reparaturkosten für Schäden aus dieser Zeit ihrem Vertragspartner in Rechnung stellen. Dieser nimmt gegebenenfalls den beauftragten Frachtführer in Regress.
Der EIR ist dabei ein wichtiges Beweismittel. Ein Schaden, der beim Gate-out vermerkt ist, war schon vorher da. Ein Schaden, der erst beim Gate-in auftaucht, wird dem Zeitraum dazwischen zugerechnet. Fahrer sollten den Container deshalb vor der Ausfahrt rundum prüfen und vorhandene Schäden eintragen lassen. Nachträgliche Einwände sind schwer durchzusetzen.
Terminals und Depots können den EIR auch elektronisch erstellen. Dabei können Kameras an den Gates Containernummer und Kennzeichen per Texterkennung (OCR) erfassen und die Außenseiten fotografieren. Der Fahrer erhält den EIR als Ausdruck, PDF oder über ein Portal. Reedereien und Terminals tauschen Gate-Ereignisse zusätzlich elektronisch aus, zum Beispiel über die EDIFACT-Nachricht CODECO (Container Gate-in/Gate-out Report).
Für Speditionen sind die Gate-Zeiten aus dem EIR Statusmeldungen: Sie belegen Abholung und Rückgabe, starten oder beenden die Free Time und sind Grundlage für die Abrechnung von Standzeiten. Werden sie im TMS am Auftrag gespeichert, lassen sich Rückfragen der Reederei zu Schäden oder Fristen schnell beantworten.
Den Schaden vor der Ausfahrt im EIR vermerken lassen und mit Fotos dokumentieren. Ist der Container für die Ladung nicht geeignet, etwa wegen eines Lochs oder Verschmutzung, kann beim Depot ein anderer Container verlangt werden. Der Auftraggeber sollte sofort informiert werden.
Nein. Der Abliefernachweis (POD) bestätigt die Übergabe der Ware an den Empfänger. Der EIR dokumentiert die Übergabe des Containers an Terminal oder Depot und dessen Zustand.
Das Terminal oder Depot, an dem der Container ein- oder ausfährt, im Auftrag der Reederei. Der Fahrer bestätigt den Inhalt und erhält eine Ausfertigung, bei digitalen Verfahren als Datei oder im Portal.