Demurrage und Detention: Free Time und Liegegeld
Demurrage und Detention: Was die Gebühren unterscheidet, wann die Free Time läuft, wie sie berechnet werden und wie Liegegeld und Standgeld abgrenzen.
Demurrage und Detention: Was die Gebühren unterscheidet, wann die Free Time läuft, wie sie berechnet werden und wie Liegegeld und Standgeld abgrenzen.
Demurrage und Detention sind Gebühren in der Containerschifffahrt für die Nutzung eines Containers über die Free Time hinaus. Demurrage betrifft den vollen Container im Terminal, Detention die Zeit außerhalb des Terminals bis zur Rückgabe. In der Charterschifffahrt bezeichnet Demurrage das Liegegeld für ein wartendes Schiff.
Demurrage und Detention sind Gebühren in der Containerschifffahrt, die eine Reederei erhebt, wenn ihr Container länger als vereinbart genutzt wird. Die gebührenfreie Zeit heißt Free Time. Erst nach ihrem Ablauf fallen Tagessätze an.
Im Export gilt dasselbe Prinzip in umgekehrter Richtung: Detention läuft ab Abholung des Leercontainers bis zur Anlieferung des beladenen Containers, Demurrage für die Standzeit des vollen Containers im Terminal bis zur Verladung. Manche Reedereien fassen beide Gebühren zu einer kombinierten Free Time zusammen (Combined Demurrage and Detention). Davon zu unterscheiden sind Lagergebühren des Terminalbetreibers (Storage), die zusätzlich anfallen können.
Ursprünglich stammt der Begriff Demurrage aus der Charterschifffahrt. Dort bezeichnet er das Liegegeld: Der Verfrachter erhält eine Vergütung, wenn das Schiff über die vereinbarte Lade- oder Löschzeit (Laytime) hinaus warten muss. Nach deutschem Recht beginnt die Ladezeit mit dem Tag, der auf die Anzeige der Ladebereitschaft (Notice of Readiness) folgt. Im deutschen Recht regelt § 530 HGB für den Reisefrachtvertrag diese Überliegezeit und das Liegegeld.
In der Containerschifffahrt bezieht sich Demurrage dagegen auf den Container, nicht auf das Schiff. Im Straßengüterverkehr heißt die vergleichbare Vergütung Standgeld. Nach § 412 Abs. 3 HGB kann der Frachtführer eine angemessene Vergütung verlangen, wenn er aufgrund vertraglicher Vereinbarung oder aus Gründen außerhalb seines Risikobereichs über die Lade- oder Entladezeit hinaus warten muss. Für Wartezeiten an der Rampe siehe auch Abholzeitfenster und Standgeld.
Grundlage sind die Tarife der Reederei für den jeweiligen Hafen, Containertyp und die Richtung (Import oder Export). Free Time und Tagessätze unterscheiden sich von Reederei zu Reederei und von Hafen zu Hafen. Die Sätze können gestaffelt sein und mit der Dauer der Überschreitung steigen.
Die Gebühr ergibt sich aus der Zahl der Tage nach Ablauf der Free Time, multipliziert mit dem Tagessatz der jeweiligen Staffel. Ob Wochenenden und Feiertage mitzählen, regeln die Bedingungen der Reederei. Längere Free Time kann bei der Buchung oder im Rahmenvertrag vereinbart werden.
Wer den Vor- und Nachlauf organisiert, ist für die Verantwortung entscheidend. Bei Merchant Haulage beauftragt der Kunde den Lkw-Transport selbst, bei Carrier Haulage übernimmt die Reederei die Landbeförderung. Einzelheiten dazu unter Haulage.
Bei FCL-Sendungen erhält der Kunde den Container exklusiv und trägt die Standzeiten entsprechend selbst. In der Speditionspraxis werden Demurrage, Detention und Terminal Handling Charges als eigene Kostenpositionen an den Auftraggeber weiterberechnet, wenn der Vertrag das vorsieht.
Die Reederei stellt die Gebühren ihrem Vertragspartner in Rechnung. Wer die Kosten wirtschaftlich trägt, ergibt sich aus dem Kaufvertrag, den vereinbarten Incoterms und dem Speditionsvertrag.
Eine einheitliche Free Time gibt es nicht. Sie hängt von Reederei, Hafen, Containertyp und Vertrag ab und kann bei der Buchung oder im Rahmenvertrag verlängert werden.
Demurrage wird mit Liegegeld oder Standgeld übersetzt. In der Charterschifffahrt ist damit die Vergütung für die Überliegezeit des Schiffs gemeint, in der Containerschifffahrt die Gebühr für den vollen Container im Terminal nach Ablauf der Free Time.
Dabei fasst die Reederei die freien Tage für Demurrage und Detention zu einem gemeinsamen Zeitraum zusammen. Wie dieser Zeitraum auf Terminal und Landtransport verteilt wird, bleibt dem Kunden überlassen.