Feeder-Verkehr: Zubringer zwischen Hub und Hafen
Feeder-Verkehr in der Seefracht: wie Feederschiffe Hub-Häfen und Regionalhäfen verbinden, Transshipment, Unterschied zum Hauptlauf, Road Feeder Service.
Feeder-Verkehr in der Seefracht: wie Feederschiffe Hub-Häfen und Regionalhäfen verbinden, Transshipment, Unterschied zum Hauptlauf, Road Feeder Service.
Feeder-Verkehr ist der Zubringer- und Verteilverkehr zwischen großen Hub-Häfen und kleineren Häfen. Feederschiffe bringen Container zum Umladen auf große Schiffe im Hauptlauf oder verteilen sie von dort weiter, etwa von Hamburg oder Rotterdam in die Ostsee. In der Luftfracht gibt es das Prinzip ebenfalls.
Feeder-Verkehr ist der Zubringer- und Verteilverkehr zwischen großen Hub-Häfen und kleineren Häfen. Der Begriff kommt vom englischen to feed, also zuführen. Große Containerschiffe im Interkontinentalverkehr laufen nur wenige Häfen an. Kleinere Feederschiffe bringen Container aus Regionalhäfen zu diesen Hubs oder verteilen sie von dort weiter. Das Prinzip entspricht dem Hub-and-Spoke-Modell.
Ein Beispiel ist die Ostsee: Container aus Asien kommen mit dem großen Schiff in Hamburg, Bremerhaven oder Rotterdam an und werden dort auf Feederschiffe nach Skandinavien, Finnland, ins Baltikum oder nach Polen umgeladen.
Kern des Feeder-Verkehrs ist das Transshipment, die Umladung von Schiff zu Schiff im Hub-Hafen. Der Container wird vom Hauptschiff (Mutterschiff, Mainliner) gelöscht, im Terminal zwischengelagert und auf das Feederschiff geladen, im Export in umgekehrter Reihenfolge. Die Ware bleibt dabei im Container.
Feederdienste werden auf zwei Arten betrieben:
Organisiert die Hauptreederei den Feederlauf, kann sie ihn mit einem durchgehenden Konnossement abdecken. Der Umladehafen erscheint dann in Buchung und Sendungsdaten als Transshipment-Port, neben Verladehafen und Entladehafen.
Der Hauptlauf ist der längste Abschnitt der Transportkette, in der Seefracht die Strecke des großen Schiffs zwischen den Hub-Häfen. Der Feeder-Verkehr ist dagegen Zubringer und Verteiler auf See. Aus Sicht der gesamten Kette übernimmt er die Rolle eines Vor- oder Nachlaufs, nur eben per Schiff statt per Lkw oder Bahn. Der Feeder kann deshalb mit dem Landtransport ab dem Hub-Hafen konkurrieren.
Vorteile:
Nachteile:
Für die Spedition heißt das: Die ETA am Zielhafen hängt vom Feederanschluss ab und sollte nach dem Transshipment erneut geprüft werden, bevor der Nachlauf disponiert wird.
Ja. Auch Fluggesellschaften bündeln Luftfracht an großen Drehkreuzen und versorgen kleinere Flughäfen über Zubringer. Neben Zubringerflügen sind das vor allem Lkw-Verkehre, der Road Feeder Service (RFS). Diese Lkw-Fahrten zwischen Flughäfen können in den Flugplan der Airline eingebunden sein, eine Flugnummer tragen und auf dem Luftfrachtbrief laufen, siehe HAWB und MAWB.
Haftungsrechtlich unterscheidet die Rechtsprechung zwischen solchen Zubringerdiensten und Lkw-Transporten, die einen Flug vollständig ersetzen. Für einen solchen Luftfrachtersatzverkehr kann nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 10. Dezember 2015 (I ZR 87/14) Landfrachtrecht statt Luftfrachtrecht gelten.
Ein Feederschiff ist ein kleineres Containerschiff, das Container zwischen einem Hub-Hafen und Regionalhäfen befördert. Manche Feederschiffe haben eigene Bordkräne und können so auch Häfen ohne Containerbrücken anlaufen.
Short Sea Shipping ist der Oberbegriff für Seeverkehr über kürzere Strecken, etwa innerhalb Europas. Dazu gehören Feederdienste, aber auch Direktverbindungen ohne Umladung, zum Beispiel Ro-Ro-Fähren oder Containerdienste zwischen europäischen Häfen.
Das hängt vom Fahrplan des Anschlussschiffs und der Lage im Terminal ab. Passen die Abfahrten zusammen, geht der Container mit dem nächsten Feeder weiter; verpasst er den Anschluss, wartet er bis zur folgenden Abfahrt. Die geplante Umladung steht in den Fahrplänen der Reedereien.
Die Hauptreederei, wenn der Feederlauf Teil ihres Angebots bis zum Bestimmungshafen ist. Versender oder Spediteure können Feederstrecken aber auch getrennt bei einer Feederreederei buchen. Dann tragen sie selbst das Risiko, dass ein Anschluss nicht erreicht wird.