Logistik lexikon

Verladehafen (POL) und Entladehafen (POD)

Verladehafen (POL) und Entladehafen (POD): Bedeutung im Konnossement, Rolle bei FOB und CIF, Closing, Ausfuhr und Freistellung im Zielhafen.

Der Verladehafen, englisch Port of Loading (POL), ist der Hafen, in dem eine Sendung auf das Seeschiff des Hauptlaufs geladen wird. Sein Gegenstück ist der Entladehafen, der Port of Discharge (POD), in dem die Ladung gelöscht wird. Beide stehen im Konnossement und sind bei mehreren Incoterms der maßgebliche Lieferort.

Was ist ein Verladehafen (POL)?

Der Verladehafen, englisch Port of Loading (POL), ist der Hafen, in dem eine Sendung auf das Seeschiff des Hauptlaufs geladen wird. Gleichbedeutend sind die Begriffe Ladehafen und Verschiffungshafen. Vom Verladehafen zu unterscheiden ist der Übernahmeort (Place of Receipt), an dem die Reederei oder der Spediteur die Ware übernimmt, etwa ein Binnenterminal. Wird die Ladung unterwegs auf ein anderes Schiff umgeladen, heißt dieser Zwischenhafen Umschlaghafen (Port of Transshipment).

Was ist ein Entladehafen (POD)?

Der Entladehafen, englisch Port of Discharge (POD), ist der Hafen, in dem die Ladung vom Seeschiff gelöscht wird. Er wird auch Löschhafen oder Bestimmungshafen genannt. Er ist nicht immer der Bestimmungsort der Ware. Liegt der Empfänger im Binnenland, folgt auf den Entladehafen der Nachlauf per Lkw, Bahn oder Binnenschiff bis zum Ablieferungsort (Place of Delivery).

Die Abkürzung POD ist doppelt belegt. Im Landverkehr steht sie auch für Proof of Delivery, den Abliefernachweis. In Seefrachtbuchungen und im Konnossement steht POD für den Port of Discharge.

Welche Rolle spielen Verladehafen und Entladehafen im Konnossement?

Im Konnossement (Bill of Lading) werden Verladehafen und Entladehafen angegeben. Daneben stehen dort, sofern vereinbart, Übernahmeort und Ablieferungsort sowie Schiff und Reisenummer. Bei einem Bordkonnossement bestätigt die Reederei, dass die Ware im genannten Verladehafen an Bord genommen wurde. Bei Zahlungen per Akkreditiv müssen die Häfen im Konnossement genau mit den Akkreditivbedingungen übereinstimmen.

Häfen können in Buchungen und Datensätzen über den UN/LOCODE angegeben werden, zum Beispiel DEHAM für Hamburg. Eindeutige Codes vermeiden Verwechslungen bei Häfen mit ähnlichen Namen.

Was bedeutet der Verladehafen bei den Incoterms?

Bei den seefrachtspezifischen Incoterms wird ein Hafen ausdrücklich benannt:

  • FAS und FOB: benannter Verschiffungshafen. Bei FOB liefert der Verkäufer, sobald die Ware im Verladehafen an Bord ist. Dort gehen Gefahr und Kosten auf den Käufer über.
  • CFR und CIF: benannter Bestimmungshafen. Der Verkäufer zahlt die Seefracht bis zum Entladehafen, die Gefahr geht aber schon bei der Verladung im Verschiffungshafen über.

Für Container, die der Verkäufer bereits am Terminal übergibt, empfiehlt die Internationale Handelskammer statt FOB die Klausel FCA, weil die Ware dann vor dem Verladen an Bord den Besitz wechselt.

Wie läuft die Abwicklung im Verladehafen ab?

  1. Buchung: Der Versender oder sein Spediteur bucht Stellplatz auf einem Schiff mit festgelegtem Verladehafen und Entladehafen.
  2. Vorlauf: Der Container wird im Vorlauf beladen und zum Terminal gebracht, entweder von der Reederei (Carrier Haulage) oder vom Kunden (Merchant Haulage).
  3. Fristen: Container, Verschiffungsdaten und das verifizierte Bruttogewicht (VGM) müssen vor dem jeweiligen Closing vorliegen.
  4. Ausfuhr: Bei Ausfuhren aus der EU bestätigt die Ausgangszollstelle im Hafen den Ausgang der Ware.
  5. Verladung: Das Terminal lädt den Container nach dem Stauplan an Bord.

Was passiert im Entladehafen?

Für Einfuhren in die EU wird vor der Ankunft eine summarische Eingangsanmeldung abgegeben. Nach dem Löschen wird die Ware dem Zoll gestellt und befindet sich bis zur Zollanmeldung in vorübergehender Verwahrung, höchstens 90 Tage. Anschließend wird sie verzollt oder in ein Versandverfahren übergeführt. Die Reederei gibt den Container gegen Vorlage des Original-Konnossements oder nach einer Telex-Freigabe frei. Wird er nicht innerhalb der freien Zeit abgeholt, fallen Standgelder an, siehe Demurrage und Detention.

Seefrachtaufträge erreichen Speditionen oft als E-Mail oder PDF, in denen Häfen mal als Stadtname, mal als Code stehen. GM-DocuStream liest solche Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und E-Mail-Text aus. Der Disponent prüft und gibt jeden Auftrag frei, bevor er an das TMS übergeben wird. So stehen Verladehafen und Entladehafen nach der Auftragserfassung in einheitlicher Form im System.

Häufige Fragen

Was bedeuten POL und POD in der Seefracht?

POL steht für Port of Loading, den Verladehafen. POD steht für Port of Discharge, den Entladehafen, in dem die Ware vom Schiff gelöscht wird. Beide Angaben stehen in der Buchung und im Konnossement.

Was ist ein Umschlaghafen?

Ein Umschlaghafen (Port of Transshipment) liegt zwischen Verladehafen und Entladehafen. Dort wird die Ladung von einem Schiff auf ein anderes umgeladen, zum Beispiel von einem großen Überseeschiff auf ein Feederschiff.

Wer legt den Verladehafen fest?

Käufer und Verkäufer vereinbaren den Hafen im Kaufvertrag, bei FOB und FAS als benannten Verschiffungshafen. Der Spediteur oder Versender bucht dann bei der Reederei ein Schiff ab diesem Hafen.

Ist der Entladehafen dasselbe wie der Bestimmungsort?

Nicht unbedingt. Der Entladehafen ist der Hafen, in dem die Ware das Schiff verlässt. Der Bestimmungsort oder Ablieferungsort kann im Binnenland liegen und wird über einen anschließenden Landtransport erreicht.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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