Karusselllager: Umlaufregal und Paternosterregal
Karusselllager (Umlaufregal): horizontale und vertikale Bauform, Paternosterregal, Ware-zum-Mann-Prinzip und Unterschied zum Liftsystem.
Karusselllager (Umlaufregal): horizontale und vertikale Bauform, Paternosterregal, Ware-zum-Mann-Prinzip und Unterschied zum Liftsystem.
Ein Karusselllager ist ein Lagersystem, dessen Fächer auf einer geschlossenen Bahn umlaufen und zur Entnahmestelle gefahren werden. Der Fachbegriff lautet Umlaufregal. Es gibt eine horizontale Bauform und eine vertikale, das Paternosterregal. Beide arbeiten nach dem Ware-zum-Mann-Prinzip: Der Mitarbeiter bleibt an der Entnahmestelle, und die Ware kommt zu ihm.
Ein Karusselllager ist ein Lagersystem, bei dem die Lagerfächer auf einer geschlossenen Umlaufbahn bewegt werden, bis das gesuchte Fach an der Entnahmestelle steht. Der Fachbegriff für diese Bauart ist Umlaufregal, die Anlage als Ganzes heißt auch Umlaufregallager. Technisch handelt es sich um einen Umlaufförderer: Eine Kette oder ein Antrieb bewegt alle Fächer gemeinsam.
Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff Karusselllager die horizontale Bauform. Die vertikale Bauform heißt Paternosterregal oder Vertikalkarussell. Beide arbeiten nach dem Prinzip Ware-zum-Mann: Der Mitarbeiter bleibt an der Entnahmestelle, das Fach kommt zu ihm. Beim klassischen Fachbodenregal ist es umgekehrt.
Der Mitarbeiter ruft einen Artikel am Bedienteil auf oder die Anlage erhält den Auftrag direkt aus der Lagerverwaltung. Die Steuerung kennt den Lagerplatz und bewegt die Fächer auf dem kürzesten Weg zur Entnahmeöffnung. Dort kann eine Anzeige Fach und Menge angeben. Nach der Entnahme bestätigt der Mitarbeiter, und die Anlage fährt das nächste Fach an.
Die Leistung hängt stark von der Reihenfolge der Zugriffe ab. Werden mehrere Aufträge gebündelt und in Lagerplatzreihenfolge abgearbeitet, entfallen unnötige Fahrten in Gegenrichtung.
Beim Liftsystem, auch Vertikallift oder Lagerlift genannt, stehen die Tablare fest in zwei Regalsäulen. Ein Lift in der Mitte holt nur das angeforderte Tablar und bringt es an die Entnahmeöffnung. Beim Paternosterregal bewegt sich dagegen immer die gesamte Kette mit allen Fächern. Das Liftsystem kann die Abstände der Tablare an die Höhe der Ware anpassen und so den Raum dichter nutzen. Das Paternosterregal hat eine einfachere Mechanik und kurze Wege zwischen benachbarten Fächern. Vom automatischen Kleinteilelager unterscheiden sich beide durch ihre Größe: Sie sind kompakte Einzelgeräte, während ein AKL eine Anlage mit Gassen, Bediengeräten und Fördertechnik ist.
Vorteile:
Nachteile:
Eine Werkstatt lagert Kleinteile wie Dichtungen, Filter und Schrauben in einem Paternosterregal. Der Mitarbeiter gibt die Artikelnummer ein, die Anlage fährt das Fach an die Öffnung, eine Leuchte zeigt den Platz. So ist auch bei vielen verschiedenen Teilen eine schnelle Entnahme möglich. Schnelldreher liegen auf Fächern, die nahe an der Öffnung stehen. Eine Positionsanzeige an der Entnahmestelle unterstützt die Null-Fehler-Kommissionierung, ersetzt aber keine Kontrolle der entnommenen Menge.
Ein Umlaufregal ist ein Regal, dessen Fächer auf einer geschlossenen Bahn umlaufen und zur Entnahmestelle gefahren werden. Es gibt eine horizontale Bauform, das Karusselllager, und eine vertikale Bauform, das Paternosterregal.
Ein Paternosterregal ist ein vertikales Umlaufregal. Die Fachböden laufen wie bei einem Paternoster-Aufzug senkrecht um und werden auf Abruf zur Entnahmeöffnung gefahren. Es nutzt die Raumhöhe auf kleiner Grundfläche.
Beim Ware-zum-Mann-Prinzip, auch Ware-zur-Person genannt, kommt die Ware zum Mitarbeiter und nicht umgekehrt. Er bleibt an einem festen Arbeitsplatz, die Lagerfächer oder Behälter werden automatisch dorthin gebracht.
Für kleine und mittelgroße Artikel mit begrenztem Gewicht, die häufig in kleinen Mengen entnommen werden. Beispiele sind Ersatzteile, Werkzeuge, Elektronikbauteile, Arzneimittel oder Akten.