Logistik lexikon

Lkw: Definition, Arten, Maße und Mehrzahl

Lkw (Lastkraftwagen): Definition und Fahrzeugklassen N1 bis N3, Bauarten, zulässige Maße und Gewichte in Deutschland und die Mehrzahl Lkw oder Lkws.

Ein Lkw (Lastkraftwagen) ist ein Kraftfahrzeug, das nach Bauart und Einrichtung zur Beförderung von Gütern bestimmt ist. Im EU-Fahrzeugrecht gehört er zu den Klassen N1 bis N3, abgestuft nach der zulässigen Gesamtmasse. Rechtlich zählen dazu auch Transporter bis 3,5 Tonnen.

Was ist ein Lkw?

Ein Lkw, ausgeschrieben Lastkraftwagen, ist ein Kraftfahrzeug, das nach seiner Bauart und Einrichtung zur Beförderung von Gütern bestimmt ist. Im Unterschied zum Pkw dient er nicht der Personenbeförderung. Das EU-Typgenehmigungsrecht ordnet Fahrzeuge zur Güterbeförderung den Klassen N zu:

  • N1: zulässige Gesamtmasse bis 3,5 t, zum Beispiel Kastenwagen und Transporter
  • N2: über 3,5 t bis 12 t, etwa Verteiler-Lkw im Nahverkehr
  • N3: über 12 t, darunter schwere Solo-Lkw und Sattelzugmaschinen

Rechtlich ist also auch ein Transporter unter 3,5 t ein Lkw. Für Fahrzeuge über 3,5 t gelten zusätzlich Lkw-Führerschein, Lkw-Maut und besondere Verkehrsregeln. Nutzfahrzeug ist der Oberbegriff, der neben Lkw auch Busse und Anhänger umfasst.

Heißt es die Lkw oder die Lkws?

Beides ist richtig. Der Duden führt als Mehrzahl „die Lkw“ und „die Lkws“, das Plural-s ist freigestellt. Dasselbe gilt im Genitiv: „des Lkw“ oder „des Lkws“. Die Form ohne s entspricht dem ausgeschriebenen Wort, denn auch „Lastkraftwagen“ bleibt in der Mehrzahl unverändert. Die Form mit s macht die Mehrzahl beim Lesen eindeutiger.

Bei der Schreibweise empfiehlt der Duden „Lkw“, die Großschreibung „LKW“ ist ebenfalls zulässig. Das Wort ist männlich: der Lkw. Innerhalb eines Textes sollte eine Form durchgehend verwendet werden.

Welche Lkw-Arten gibt es?

Nach der Fahrzeugkombination unterscheidet man:

  • Solo-Lkw: ein Motorwagen mit festem Aufbau, auch gerader Lkw genannt.
  • Sattelzug (Sattelkraftfahrzeug): Sattelzugmaschine mit Sattelauflieger.
  • Gliederzug (Hängerzug): Motorwagen mit Deichselanhänger.
  • Jumbo-Lkw: ein Lkw mit niedriger Ladefläche und besonders großem Ladevolumen, etwa als Gliederzug. Das Gegenstück beim Sattelzug ist der Mega-Trailer.

Nach dem Aufbau unterscheidet man unter anderem Planen- und Schiebeplanenaufbauten, Kofferaufbauten, Kühlkoffer für temperaturgeführte Ware, Kipper, Tank- und Silofahrzeuge, Containerchassis und Pritschen. Für kleinteilige Sendungen setzen KEP-Dienste auch Transporter der Klasse N1 ein.

Welche Maße und Gewichte gelten für Lkw in Deutschland?

Die Grenzen stehen in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Ohne Ausnahmegenehmigung gelten unter anderem:

  • Breite: 2,55 m, für Kühlfahrzeuge mit mindestens 45 mm dicken, wärmegedämmten Seitenwänden 2,60 m
  • Höhe: 4,00 m
  • Länge: 12,00 m für Einzelfahrzeuge, 16,50 m für Sattelkraftfahrzeuge, wenn der Auflieger die vorgeschriebenen Teillängen einhält, 18,75 m für Lastzüge
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 40 t für Fahrzeugkombinationen mit mehr als vier Achsen, bis zu 44 t für bestimmte Sattelkraftfahrzeuge im kombinierten Verkehr

Ladungen, die diese Grenzen überschreiten, gelten als Großraum- oder Schwertransport und brauchen eine Genehmigung.

Welche Regeln gelten für den Einsatz von Lkw?

  • Führerschein: Für Fahrzeuge über 3,5 t bis 7,5 t reicht die Klasse C1, darüber ist die Klasse C nötig. Mit einem Anhänger über 750 kg werden C1E beziehungsweise CE verlangt. Gewerbliche Fahrer brauchen, soweit keine Ausnahme greift, zusätzlich die Berufskraftfahrerqualifikation.
  • Lenk- und Ruhezeiten: Im Güterverkehr mit Fahrzeugen über 3,5 t gelten die Lenk- und Ruhezeiten nach EU-Recht, aufgezeichnet mit dem Fahrtenschreiber.
  • Sonn- und Feiertagsfahrverbot: Nach § 30 Abs. 3 StVO dürfen Lkw über 7,5 t zulässiger Gesamtmasse und Anhänger hinter Lkw an Sonn- und Feiertagen von 0 bis 22 Uhr keine Güter geschäftsmäßig oder gegen Entgelt befördern. Ausnahmen und Ferienreiseverordnung stehen unter Lkw-Fahrverbote.
  • Maut: Auf Autobahnen und Bundesstraßen ist für Lkw mit mehr als 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse Maut zu zahlen, soweit keine Ausnahme greift.

Welche Rolle spielt der Lkw in der Spedition?

Der Lkw kann Ware ohne Umschlag von Tür zu Tür bringen. Auch im kombinierten Verkehr übernimmt er Vor- und Nachlauf zum Terminal. In der Disposition wird entschieden, welcher Lkw welchen Auftrag fährt. Dafür müssen die Auftragsdaten zum Fahrzeug passen: Gewicht, Lademeter, Palettenzahl, Ladestellen und Sonderanforderungen wie Ladebordwand, Kühlung oder Kranverladung. Fehlen diese Angaben im Auftrag oder sind sie falsch erfasst, kommt das falsche Fahrzeug zur Ladestelle.

Rechtsgrundlagen

Häufige Fragen

Ab wie viel Tonnen ist ein Fahrzeug ein Lkw?

Rechtlich gibt es keine Untergrenze: Auch ein Transporter bis 3,5 t zulässiger Gesamtmasse ist als Fahrzeug der Klasse N1 ein Lkw. Regeln wie die Lkw-Maut und der Lkw-Führerschein greifen aber erst oberhalb von 3,5 t. Das Sonntagsfahrverbot gilt ab mehr als 7,5 t.

Was ist der Unterschied zwischen Sattelzug und Gliederzug?

Ein Sattelzug besteht aus einer Sattelzugmaschine ohne eigene Ladefläche und einem Sattelauflieger, der auf ihr aufliegt. Ein Gliederzug besteht aus einem Motorwagen mit eigener Ladefläche und einem Deichselanhänger.

Wie viele Paletten passen auf einen Lkw?

Ein Sattelauflieger mit 13,6 m Ladelänge fasst 33 Europaletten. Bei Gliederzügen und kleineren Lkw hängt die Zahl von der Länge der Ladeflächen ab. Neben der Fläche begrenzt auch die zulässige Nutzlast die Ladung.

Was bedeutet zulässige Gesamtmasse beim Lkw?

Die zulässige Gesamtmasse ist das höchste Gewicht, das ein Fahrzeug einschließlich Ladung, Fahrer und Betriebsstoffen haben darf. Zieht man das Leergewicht ab, ergibt sich die Nutzlast. Umgangssprachlich wird auch vom zulässigen Gesamtgewicht (zGG) gesprochen.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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