Overnight-Transport: Nachtsprung und Ablauf
Overnight-Transport: wie der Nachtsprung im Stückgutnetz funktioniert, wie er sich von Expressdienst und Begegnungsverkehr abgrenzt und was er kostet.
Overnight-Transport: wie der Nachtsprung im Stückgutnetz funktioniert, wie er sich von Expressdienst und Begegnungsverkehr abgrenzt und was er kostet.
Ein Overnight-Transport ist eine Beförderung, bei der die Sendung am Nachmittag oder Abend abgeholt, in der Nacht transportiert und am nächsten Werktag zugestellt wird. Typisch ist der Nachtsprung zwischen den Depots von Stückgut- und Paketnetzen. Für zeitkritische Teile gibt es zusätzlich spezialisierte Nachtexpressdienste.
Ein Overnight-Transport nutzt die Nacht für den Hauptlauf. Die Ware wird tagsüber beim Versender abgeholt, abends verladen, nachts zwischen zwei Standorten befördert und am nächsten Werktag zugestellt. In Speditionen heißt dieser nächtliche Transport zwischen den Depots Nachtsprung. Weitere Bezeichnungen sind Overnight-Verkehr, 24-Stunden-Verkehr oder Next-Day-Zustellung.
Zu unterscheiden sind zwei Formen:
Stückgutkooperationen und Netze von Speditionen arbeiten nach einem festen Tagesrhythmus:
Das Prinzip gilt ebenso für Sammelgut. Ob der Nachtsprung gelingt, hängt von der Entfernung zwischen den Depots und von der Annahmeschlusszeit ab, bis zu der die Ware am Vortag bereitstehen muss.
Der Begegnungsverkehr ist eine Organisationsform für den nächtlichen Hauptlauf. Zwei Fahrzeuge starten in entgegengesetzter Richtung an beiden Enden einer Relation, treffen sich an einem Punkt in der Mitte und tauschen Auflieger oder Wechselbrücken. Jeder Fahrer fährt danach zu seinem Ausgangsort zurück. So lassen sich auch längere Strecken über Nacht bedienen, ohne dass Fahrer auswärts übernachten müssen. Der Overnight-Transport beschreibt dagegen das Ergebnis, also die Zustellung am nächsten Tag, unabhängig davon, wie der Hauptlauf organisiert ist.
Ein Expressdienst befördert eine Sendung so schnell wie möglich, häufig als Direktfahrt mit einem Fahrzeug nur für diesen Auftrag, und das zu jeder Tageszeit. Der Overnight-Transport ist dagegen an die festen Abfahrtszeiten eines Netzes gebunden und befördert die Sendung zusammen mit vielen anderen. Er ist deshalb weniger flexibel.
Spezialisierte Nachtexpressdienste liegen dazwischen. Sie stellen zum Beispiel Ersatzteile für Werkstätten und Servicetechniker zu. Solche Leistungen bieten auch KEP-Dienste an.
Im Stückgutverkehr richtet sich der Preis nach Gewicht, Anzahl der Palettenplätze oder Lademeter und der Entfernung beziehungsweise Zone. Hinzu kommen je nach Spedition Maut- und Dieselzuschläge sowie Zuschläge für Zusatzleistungen wie Terminzustellung, Hebebühne oder Avis.
Nachtsprung ist der nächtliche Transport zwischen zwei Depots eines Netzes. Die Ware wird abends im Versanddepot verladen und steht am frühen Morgen im Empfangsdepot für die Zustellung bereit. Er ist die Grundlage für die Zustellung am nächsten Werktag.
Im normalen Stückgut- und Paketverkehr nicht. Die Zustellung am nächsten Werktag ist dort die Regellaufzeit, keine feste Zusage. Wer einen verbindlichen Termin braucht, muss ein Termin- oder Expressprodukt vereinbaren.
Ob eine Zustellung am nächsten Tag möglich ist, hängt von der Entfernung, der Relation und dem Netz der Spedition ab.