PCTC und PCC: Autotransportschiffe im Ro-Ro-Verkehr
PCTC (Pure Car and Truck Carrier) und PCC: Aufbau von Autotransportschiffen, Unterschiede, Kapazität in CEU und RT43 sowie High-and-Heavy-Ladung.
PCTC (Pure Car and Truck Carrier) und PCC: Aufbau von Autotransportschiffen, Unterschiede, Kapazität in CEU und RT43 sowie High-and-Heavy-Ladung.
Ein PCTC (Pure Car and Truck Carrier) ist ein Ro-Ro-Schiff für den Seetransport von Fahrzeugen, das neben Pkw auch Lkw, Busse und rollende Schwergüter aufnimmt. Der ältere PCC (Pure Car Carrier) ist auf Pkw ausgelegt. Bei beiden rollen die Fahrzeuge über Rampen an Bord und stehen auf vielen geschlossenen Decks.
Ein PCTC (Pure Car and Truck Carrier) ist ein Spezialschiff für den Transport von Fahrzeugen über See. Es arbeitet nach dem Ro-Ro-Prinzip (Roll-on/Roll-off): Die Fahrzeuge fahren über Rampen an Bord und im Zielhafen wieder herunter, ein Kran wird nicht gebraucht. Im Deutschen spricht man auch von Autotransporter, Autotransportschiff oder Car Carrier. Typisch ist der kastenförmige Rumpf mit hoher Bordwand, der die Ladung über die gesamte Länge vollständig umschließt. Im Inneren liegen viele Fahrzeugdecks übereinander, ähnlich wie in einem Parkhaus. Beladen wird über Rampen, etwa eine Heckrampe und eine Seitenrampe.
Das Gegenstück zum Ro-Ro-Verfahren ist Lift-on/Lift-off, bei dem die Ladung mit Kranen an Bord gehoben wird, etwa Container. Von Ro-Ro-Fähren, die vor allem Lkw und Trailer im Linienverkehr befördern, unterscheidet sich der PCTC durch seine Spezialisierung auf Fahrzeuge als Ladung.
Der PCC (Pure Car Carrier) ist die ursprüngliche Bauform. Seine Decks haben feste, niedrige Höhen, die auf Pkw zugeschnitten sind. So passen möglichst viele Autos in den Rumpf, höhere Fahrzeuge aber nicht.
Der PCTC hat zusätzlich höhenverstellbare Decks (Liftable oder Hoistable Decks). Werden sie angehoben, entsteht auf den darunterliegenden Decks Platz für Lkw, Busse, Land- und Baumaschinen. Einige Decks und die Heckrampe sind für deutlich höhere Lasten ausgelegt. Werden Decks für hohe Ladung angehoben, sinkt die Zahl der Pkw-Stellplätze. Besonders große Schiffe dieser Art werden teilweise als LCTC (Large Car and Truck Carrier) bezeichnet. In der Praxis werden PCC und PCTC oft gleichbedeutend verwendet. Für die Buchung zählt, ob das eingesetzte Schiff Decks mit der nötigen Höhe und Tragfähigkeit hat.
Die Kapazität eines Autotransporters wird nicht in Tonnen, sondern in Stellplätzen angegeben. Üblich sind zwei Einheiten:
Wie viele Fahrzeuge tatsächlich an Bord passen, hängt vom Fahrzeugmix ab. Größere Pkw, Transporter oder Maschinen belegen mehr als eine Einheit. Für Lkw und Maschinen wird zusätzlich mit Spurmetern (Lane Meter), Deckshöhe und zulässiger Last je Deck gerechnet.
Als High and Heavy (H&H) bezeichnet man Ladung, die höher oder schwerer ist als ein Pkw: Lkw, Busse, Traktoren, Mähdrescher, Bagger oder Mobilkrane auf eigenen Rädern oder Ketten. Sie fährt selbst an Bord oder wird von Zugmaschinen geschleppt. Nicht rollfähige Güter wie Maschinenteile oder Transformatoren werden auf Roll-Trailern verladen und mit diesen an Bord gezogen. Solche Sendungen gelten als Breakbulk, besonders schwere Einheiten als Schwergut. Für die Buchung braucht die Reederei genaue Maße, Gewicht und gegebenenfalls Achslasten.
Hersteller, Händler oder Spediteure buchen Stellplätze bei einer Reederei, die Autotransporter im Liniendienst betreibt. Die Fahrzeuge kommen im Vorlauf per Autotransporter-Lkw oder Bahn zum Autoterminal im Verladehafen und werden dort bis zur Ankunft des Schiffes abgestellt. Fahrer bringen sie über die Rampe an Bord, wo sie dicht an dicht geparkt und mit Gurten gelascht werden. Im Zielhafen läuft der Vorgang umgekehrt. Als Transportdokument dient wie in der übrigen Seefracht das Konnossement oder ein Seefrachtbrief.
Vorteile des Transports auf PCTC und PCC sind der schnelle Umschlag ohne Kran und der Schutz der Fahrzeuge im geschlossenen Rumpf vor Seewasser und Witterung. Einzelne Fahrzeuge lassen sich alternativ im Container verschiffen. Das ist eine Option bei geringen Stückzahlen oder in Fahrtgebieten ohne Ro-Ro-Liniendienst.
PCC steht für Pure Car Carrier, ein Ro-Ro-Schiff, das ausschließlich für den Transport von Pkw gebaut ist. Seine Decks haben feste Höhen, die auf Personenwagen zugeschnitten sind. Für höhere Fahrzeuge wie Lkw oder Busse wird ein PCTC benötigt.
Das hängt von der Schiffsgröße und vom Fahrzeugmix ab. Die Kapazität wird in CEU angegeben; große Schiffe fassen mehrere tausend Pkw. Werden Lkw oder Maschinen geladen, sinkt die Zahl der Pkw-Stellplätze.
Ein Ro-Ro-Schiff (Roll-on/Roll-off) wird beladen, indem die Ladung über Rampen an Bord rollt. Dazu gehören Fähren für Lkw und Trailer ebenso wie Autotransporter vom Typ PCC und PCTC. Kraneinsatz ist dafür nicht nötig.
Ja. Einzelfahrzeuge können über einen Spediteur oder Agenten bei einer Ro-Ro-Reederei gebucht und im Hafen am Autoterminal angeliefert werden. Alternativ kann das Fahrzeug im Container verschifft werden.