Logistik lexikon

LoLo: Lift-on/Lift-off im Containerumschlag

LoLo (Lift-on/Lift-off): wie der Umschlag mit Containerbrücke oder Bordkran funktioniert, Unterschied zu RoRo und ConRo, Vor- und Nachteile.

LoLo (Lift-on/Lift-off) ist ein Umschlagverfahren in der Schifffahrt, bei dem Ladung mit Kränen senkrecht an Bord gehoben und wieder an Land gesetzt wird. Es ist das Standardverfahren für Containerschiffe und wird auch für konventionelles Stückgut und Schwergut eingesetzt. Das Gegenstück ist RoRo, bei dem die Ladung über Rampen rollt.

Was ist LoLo?

LoLo steht für Lift-on/Lift-off und bezeichnet den senkrechten Umschlag von Ladung mit Kränen: Die Ladung wird an Bord gehoben (Lift-on) und beim Löschen wieder an Land gesetzt (Lift-off). Geschrieben wird der Begriff auch Lo/Lo oder LO-LO. LoLo ist das Standardverfahren in der Containerschifffahrt und wird ebenso für konventionelles Stückgut und Schwergut genutzt. Schiffe, die so beladen werden, heißen LoLo-Schiffe.

Abzugrenzen sind andere Umschlagverfahren:

  • RoRo (Roll-on/Roll-off): Die Ladung rollt über Rampen an Bord.
  • FloFlo (Float-on/Float-off): Halbtaucherschiffe senken ihr Deck ab, schwimmende oder sehr große Ladung wird aufgeschwommen.
  • LASH: Beladene Leichter werden mit dem Bordkran an Bord genommen, ein Sonderfall des Kranumschlags, siehe LASH-Schiff.

Wie funktioniert der LoLo-Umschlag im Containerterminal?

Am Kai stehen Containerbrücken, also große Portalkräne, die über das Schiff ausgefahren werden. Ein Spreader greift den Container an den vier oberen Eckbeschlägen und verriegelt ihn mit Drehzapfen. Im Laderaum von Vollcontainerschiffen gleitet der Container in senkrechte Zellführungen. An Deck wird er mit Twistlocks und Laschstangen gesichert.

Zwischen Kai und Stellfläche fahren Straddle Carrier, automatische Transportfahrzeuge oder Terminal-Lkw. Die Reihenfolge des Ladens legt ein Stauplan fest, der Hafenrotation, Gewicht und Gefahrgut berücksichtigt. Dafür muss vor der Verladung die verifizierte Bruttomasse (VGM) jedes Containers vorliegen; die Fristen dafür stehen unter Closing in der Seefracht. Allgemeine Grundlagen zu Umschlagvorgängen beschreibt der Eintrag Umschlag.

Welche Kräne werden für LoLo eingesetzt?

  • Containerbrücken (Ship-to-Shore-Kräne) in Containerterminals
  • Mobilhafenkräne in Mehrzweckhäfen für Container, Stückgut und Schwergut
  • Bordkräne auf Schiffen mit eigenem Ladegeschirr (Geared Vessels), die auch Häfen ohne Containerbrücken bedienen können
  • Schwergutkräne auf Spezialschiffen für besonders schwere Einzelstücke

Was ist der Unterschied zwischen LoLo und RoRo?

Bei LoLo wird gehoben, bei RoRo gerollt. LoLo braucht Kräne, nutzt den Laderaum aber dicht, weil Container in Zellen und an Deck übereinander stehen. RoRo braucht keine Kräne, sondern Rampen und befahrbare Decks. Es eignet sich für Fahrzeuge, Trailer und alles, was auf Rädern steht oder auf Roll-Trailer geladen wird. Schiffe, die beides kombinieren, heißen ConRo-Schiffe.

Für eine Spedition zeigt sich der Unterschied im Ablauf. Im LoLo-Verkehr wird der Container im Terminal vom Lkw getrennt, der Lkw fährt zurück. Im RoRo-Verkehr fährt der Lkw oder Trailer mit aufs Schiff.

Welche Vorteile und Nachteile hat LoLo?

Vorteile:

  • Hohe Stapeldichte und gute Ausnutzung des Laderaums
  • Genormte ISO-Container lassen sich überall mit demselben Gerät umschlagen
  • Die Ware bleibt im plombierten Container und wird nicht einzeln angefasst
  • Auch nicht rollfähige Güter können verladen werden

Nachteile:

  • Ohne passende Kräne an Land oder an Bord kein Umschlag
  • Jede Einheit wird einzeln bewegt, das Umstauen bereits geladener Container kostet Zeit
  • Schwere Einzelstücke brauchen ausreichende Hebekapazität und geeignete Anschlagpunkte

Die Kosten für den Kranumschlag im Terminal sind Teil der Terminal Handling Charges.

Was bedeutet LoLo für Speditionen im Vor- und Nachlauf?

Im LoLo-Verkehr endet die Arbeit des Lkw am Terminal. Der Fahrer liefert den Container an, er wird im Container Yard abgestellt und später vom Kran an Bord gehoben. Im Import läuft es umgekehrt. Für die Disposition zählen deshalb vor allem die Fristen und Referenzen des Terminals: Closing, Anlieferreferenz, Abholreferenz und gegebenenfalls ein gebuchtes Zeitfenster. Wann der Container tatsächlich an Bord geht, bestimmt der Stauplan, nicht die Ankunft des Lkw.

Häufige Fragen

Was ist ein Geared Vessel?

Ein Geared Vessel ist ein Schiff mit eigenen Bordkränen. Es kann Container oder Stückgut auch in Häfen laden und löschen, die keine Containerbrücken haben. Schiffe ohne eigenes Ladegeschirr heißen Gearless Vessels.

Was ist ein Spreader?

Der Spreader ist das Lastaufnahmemittel des Containerkrans. Er greift mit Drehzapfen in die oberen Eckbeschläge des Containers und verriegelt sich dort. Teleskop-Spreader lassen sich auf verschiedene Containerlängen einstellen.

Was kostet der LoLo-Umschlag?

Der Umschlag wird in der Containerschifffahrt über die Terminal Handling Charges abgerechnet, die die Reederei an Versender oder Empfänger weitergibt. Die Höhe unterscheidet sich je nach Hafen, Terminal, Reederei und Containertyp.

Werden Lkw im LoLo-Verfahren verschifft?

In der Regel nicht. Lkw und Sattelauflieger werden im RoRo-Verfahren über Rampen verladen. Im LoLo-Verkehr wird nur der Container gehoben, das Fahrzeug bleibt an Land.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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