LoLo: Lift-on/Lift-off im Containerumschlag
LoLo (Lift-on/Lift-off): wie der Umschlag mit Containerbrücke oder Bordkran funktioniert, Unterschied zu RoRo und ConRo, Vor- und Nachteile.
LoLo (Lift-on/Lift-off): wie der Umschlag mit Containerbrücke oder Bordkran funktioniert, Unterschied zu RoRo und ConRo, Vor- und Nachteile.
LoLo (Lift-on/Lift-off) ist ein Umschlagverfahren in der Schifffahrt, bei dem Ladung mit Kränen senkrecht an Bord gehoben und wieder an Land gesetzt wird. Es ist das Standardverfahren für Containerschiffe und wird auch für konventionelles Stückgut und Schwergut eingesetzt. Das Gegenstück ist RoRo, bei dem die Ladung über Rampen rollt.
LoLo steht für Lift-on/Lift-off und bezeichnet den senkrechten Umschlag von Ladung mit Kränen: Die Ladung wird an Bord gehoben (Lift-on) und beim Löschen wieder an Land gesetzt (Lift-off). Geschrieben wird der Begriff auch Lo/Lo oder LO-LO. LoLo ist das Standardverfahren in der Containerschifffahrt und wird ebenso für konventionelles Stückgut und Schwergut genutzt. Schiffe, die so beladen werden, heißen LoLo-Schiffe.
Abzugrenzen sind andere Umschlagverfahren:
Am Kai stehen Containerbrücken, also große Portalkräne, die über das Schiff ausgefahren werden. Ein Spreader greift den Container an den vier oberen Eckbeschlägen und verriegelt ihn mit Drehzapfen. Im Laderaum von Vollcontainerschiffen gleitet der Container in senkrechte Zellführungen. An Deck wird er mit Twistlocks und Laschstangen gesichert.
Zwischen Kai und Stellfläche fahren Straddle Carrier, automatische Transportfahrzeuge oder Terminal-Lkw. Die Reihenfolge des Ladens legt ein Stauplan fest, der Hafenrotation, Gewicht und Gefahrgut berücksichtigt. Dafür muss vor der Verladung die verifizierte Bruttomasse (VGM) jedes Containers vorliegen; die Fristen dafür stehen unter Closing in der Seefracht. Allgemeine Grundlagen zu Umschlagvorgängen beschreibt der Eintrag Umschlag.
Bei LoLo wird gehoben, bei RoRo gerollt. LoLo braucht Kräne, nutzt den Laderaum aber dicht, weil Container in Zellen und an Deck übereinander stehen. RoRo braucht keine Kräne, sondern Rampen und befahrbare Decks. Es eignet sich für Fahrzeuge, Trailer und alles, was auf Rädern steht oder auf Roll-Trailer geladen wird. Schiffe, die beides kombinieren, heißen ConRo-Schiffe.
Für eine Spedition zeigt sich der Unterschied im Ablauf. Im LoLo-Verkehr wird der Container im Terminal vom Lkw getrennt, der Lkw fährt zurück. Im RoRo-Verkehr fährt der Lkw oder Trailer mit aufs Schiff.
Vorteile:
Nachteile:
Die Kosten für den Kranumschlag im Terminal sind Teil der Terminal Handling Charges.
Im LoLo-Verkehr endet die Arbeit des Lkw am Terminal. Der Fahrer liefert den Container an, er wird im Container Yard abgestellt und später vom Kran an Bord gehoben. Im Import läuft es umgekehrt. Für die Disposition zählen deshalb vor allem die Fristen und Referenzen des Terminals: Closing, Anlieferreferenz, Abholreferenz und gegebenenfalls ein gebuchtes Zeitfenster. Wann der Container tatsächlich an Bord geht, bestimmt der Stauplan, nicht die Ankunft des Lkw.
Ein Geared Vessel ist ein Schiff mit eigenen Bordkränen. Es kann Container oder Stückgut auch in Häfen laden und löschen, die keine Containerbrücken haben. Schiffe ohne eigenes Ladegeschirr heißen Gearless Vessels.
Der Spreader ist das Lastaufnahmemittel des Containerkrans. Er greift mit Drehzapfen in die oberen Eckbeschläge des Containers und verriegelt sich dort. Teleskop-Spreader lassen sich auf verschiedene Containerlängen einstellen.
Der Umschlag wird in der Containerschifffahrt über die Terminal Handling Charges abgerechnet, die die Reederei an Versender oder Empfänger weitergibt. Die Höhe unterscheidet sich je nach Hafen, Terminal, Reederei und Containertyp.
In der Regel nicht. Lkw und Sattelauflieger werden im RoRo-Verfahren über Rampen verladen. Im LoLo-Verkehr wird nur der Container gehoben, das Fahrzeug bleibt an Land.