LASH-Schiff: Leichter an Bord eines Trägerschiffs
LASH-Schiff: wie das Lighter-Aboard-Ship-System mit Leichtern und Heckkran funktioniert, welche Vorteile es hatte und warum es kaum noch fährt.
LASH-Schiff: wie das Lighter-Aboard-Ship-System mit Leichtern und Heckkran funktioniert, welche Vorteile es hatte und warum es kaum noch fährt.
Ein LASH-Schiff ist ein Trägerschiff, das schwimmfähige Leichter ohne eigenen Antrieb über See befördert. LASH steht für Lighter Aboard Ship. Ein Portalkran am Heck hebt die beladenen Leichter aus dem Wasser an Bord und setzt sie im Zielgebiet wieder ab, von wo sie über Binnenwasserstraßen weiterfahren.
Ein LASH-Schiff ist ein Seeschiff, das keine einzelnen Packstücke oder Container, sondern ganze Leichter transportiert. Leichter sind schwimmfähige, antriebslose Lastkähne, im Englischen Lighter oder Barge genannt. Die Abkürzung LASH steht für Lighter Aboard Ship, also „Leichter an Bord eines Schiffes“. Allgemeiner spricht man von Trägerschiffen oder Bargecarriern.
Das System wurde in den 1960er-Jahren in den USA entwickelt. Das erste LASH-Schiff, die Acadia Forest, kam 1969 in Fahrt. Ziel war es, Binnenwasserstraßen auf beiden Seiten eines Ozeans ohne Umladen der Ware miteinander zu verbinden. Das LASH-System gilt damit als frühe Form des intermodalen Verkehrs, bei dem der Leichter die Rolle der Ladeeinheit übernimmt.
Der Ablauf gliedert sich in drei Abschnitte:
Die Ware selbst wird dabei zwischen Binnen- und Seetransport nicht umgeschlagen. Ein Umschlag findet nur beim Be- und Entladen des Leichters statt.
Beide Konzepte arbeiten mit genormten Ladeeinheiten. Beim Containerschiff ist das der Container, der im Hafen per Kran im LoLo-Verfahren umgeschlagen wird und an Land per Lkw oder Bahn weiterfährt. Beim LASH-Schiff ist die Ladeeinheit der schwimmfähige Leichter, der auf dem Wasser bleibt. Das LASH-Schiff ist damit auf Regionen mit leistungsfähigen Binnenwasserstraßen ausgerichtet.
Neben LASH gab es weitere Systeme mit Trägerschiffen. Beim SEABEE-System wurden die Leichter über eine absenkbare Hubplattform am Heck an Bord genommen, nicht per Kran. Mit Ro-Ro-Schiffen wie PCTC, bei denen rollende Ladung über Rampen an Bord fährt, hat das LASH-System nichts gemein.
Vorteile:
Nachteile:
Mit der Durchsetzung des Containers hat das LASH-System seine Bedeutung weitgehend verloren. Der Container ließ sich über Straße, Schiene und Feederverkehre flexibler einsetzen. Die regelmäßigen LASH-Dienste wurden bis Ende der 2000er-Jahre eingestellt. Für Speditionen spielt das LASH-Schiff heute praktisch keine Rolle mehr. Der Begriff begegnet vor allem in der Fachliteratur und in der Ausbildung als Beispiel für frühe kombinierte Transportketten.
Ein Hersteller von Holz- und Papierprodukten an einem Fluss in den USA belädt einen Leichter direkt an seinem Werk. Ein Schubverband bringt den Leichter flussabwärts zum Sammelplatz an der Küste. Das LASH-Schiff nimmt ihn dort zusammen mit weiteren Leichtern an Bord und überquert den Atlantik. Auf der anderen Seite des Atlantiks setzt es die Leichter ab, und Schubboote bringen sie über Binnenwasserstraßen zu den Empfängern.
LASH steht für Lighter Aboard Ship. Gemeint ist ein Schiff, das Leichter, also antriebslose Lastkähne, als Ladung an Bord nimmt.
Ein Leichter ist ein Lastkahn ohne eigenen Antrieb, der von Schleppern oder Schubbooten bewegt wird. Ursprünglich diente er zum Leichtern, also zum Entladen von Schiffen, die nicht an die Kaje kommen konnten. Im LASH-System dient er als schwimmende Ladeeinheit.
Im regelmäßigen Liniendienst nicht mehr. Die letzten LASH-Dienste wurden Ende der 2000er-Jahre eingestellt.