Trailer Drop: Auflieger abstellen und tauschen
Trailer Drop und Drop and Hook: wie das Abstellen und Tauschen von Aufliegern abläuft, Vor- und Nachteile, Abgrenzung zum Begegnungsverkehr und Haftung.
Trailer Drop und Drop and Hook: wie das Abstellen und Tauschen von Aufliegern abläuft, Vor- und Nachteile, Abgrenzung zum Begegnungsverkehr und Haftung.
Ein Trailer Drop ist das Abstellen eines Sattelaufliegers beim Versender, beim Empfänger oder in einem Umschlagpunkt, ohne dass die Zugmaschine auf das Be- oder Entladen wartet. Nimmt der Fahrer dabei direkt einen anderen Auflieger auf, spricht man von Drop and Hook. Das Gegenstück ist das Live Loading mit wartendem Fahrer.
Ein Trailer Drop ist das Abstellen eines Sattelaufliegers an einer Lade- oder Entladestelle, ohne dass Fahrer und Zugmaschine auf das Be- oder Entladen warten. Der abgestellte Auflieger wird auch Drop Trailer genannt. Nimmt der Fahrer direkt im Anschluss einen anderen, bereits beladenen oder leeren Auflieger auf, spricht man von Drop and Hook. Das Gegenstück ist das Live Loading beziehungsweise Live Unloading: Der Lkw steht an der Rampe, bis die Ware verladen ist.
Voraussetzung ist ein Fahrzeug, bei dem Zugmaschine und Ladungsträger getrennt werden können, also in erster Linie der Sattelzug. Ein ähnliches Prinzip nutzt die Wechselbrücke, die auf eigenen Stützbeinen abgestellt wird.
Für die Planung bleiben Abhol- und Ladezeitfenster wichtig, sie betreffen dann aber vor allem das Abstellen und Abholen der Auflieger. Die Steuerung von Rampen und Hofflächen wird unter Dock Management beschrieben.
Vorteile:
Nachteile:
Beim Begegnungsverkehr treffen sich zwei Fahrer an einem Punkt zwischen den Standorten, etwa an einem Autohof oder Depot, und tauschen ihre Auflieger. Beide fahren danach zu ihrem Ausgangsort zurück. Der Tausch findet also unterwegs statt, während der Trailer Drop an der Lade- oder Entladestelle erfolgt. Verwandt ist auch der unbegleitete kombinierte Verkehr: Der Auflieger wird im Terminal abgestellt, per Bahn oder Schiff weiterbefördert und im Zielterminal von einer anderen Zugmaschine übernommen.
Der Frachtführer haftet nach § 425 HGB für Verlust und Beschädigung des Gutes in der Zeit von der Übernahme bis zur Ablieferung. Ob die Ablieferung mit dem Abstellen des beladenen Aufliegers bereits erfolgt ist oder erst später, hängt von den Vereinbarungen ab. Gleiches gilt für einen leeren Auflieger, der zum Beladen beim Versender steht. In Rahmenverträgen oder Ladestellenvorgaben sollte daher geregelt sein, wann die Obhut wechselt, wie der Zustand dokumentiert wird und wer Auflieger und Ladung auf dem Hof sichert.
Eine Spedition fährt täglich zwischen dem Werk eines Herstellers und dessen Zentrallager. Statt an beiden Rampen zu warten, stellt der Fahrer im Werk einen leeren Auflieger ab und nimmt einen beladenen mit. Im Zentrallager tauscht er den beladenen gegen einen leeren Auflieger und fährt zurück. In der Disposition werden dafür nicht nur Zugmaschinen und Fahrer, sondern auch die Auflieger als eigene Ressource geplant. Im TMS muss erkennbar sein, welcher Auflieger wo steht, ob er beladen ist und welcher Auftrag dazugehört.
Drop and Hook bedeutet, dass der Fahrer seinen Auflieger abstellt (drop) und sofort einen anderen aufnimmt (hook). So verlässt die Zugmaschine den Standort ohne Wartezeit an der Rampe wieder mit Ladung oder einem Leerauflieger.
Live Loading ist das Beladen, während Fahrer und Lkw an der Rampe warten; beim Entladen spricht man von Live Unloading. Es ist der Normalfall, wenn keine Auflieger getauscht werden können.
Vor allem bei regelmäßigen Verkehren zwischen festen Standorten, etwa im Pendelverkehr zwischen Werk und Lager. Dort lassen sich zusätzliche Auflieger gut auslasten und Rückführungen planen.