Logistik lexikon

Trailer Drop: Auflieger abstellen und tauschen

Trailer Drop und Drop and Hook: wie das Abstellen und Tauschen von Aufliegern abläuft, Vor- und Nachteile, Abgrenzung zum Begegnungsverkehr und Haftung.

Ein Trailer Drop ist das Abstellen eines Sattelaufliegers beim Versender, beim Empfänger oder in einem Umschlagpunkt, ohne dass die Zugmaschine auf das Be- oder Entladen wartet. Nimmt der Fahrer dabei direkt einen anderen Auflieger auf, spricht man von Drop and Hook. Das Gegenstück ist das Live Loading mit wartendem Fahrer.

Was ist ein Trailer Drop?

Ein Trailer Drop ist das Abstellen eines Sattelaufliegers an einer Lade- oder Entladestelle, ohne dass Fahrer und Zugmaschine auf das Be- oder Entladen warten. Der abgestellte Auflieger wird auch Drop Trailer genannt. Nimmt der Fahrer direkt im Anschluss einen anderen, bereits beladenen oder leeren Auflieger auf, spricht man von Drop and Hook. Das Gegenstück ist das Live Loading beziehungsweise Live Unloading: Der Lkw steht an der Rampe, bis die Ware verladen ist.

Voraussetzung ist ein Fahrzeug, bei dem Zugmaschine und Ladungsträger getrennt werden können, also in erster Linie der Sattelzug. Ein ähnliches Prinzip nutzt die Wechselbrücke, die auf eigenen Stützbeinen abgestellt wird.

Wie läuft ein Trailer Drop ab?

  1. Der Frachtführer meldet die Ankunft an, etwa innerhalb eines vereinbarten Zeitfensters.
  2. Am Tor oder im Büro des Lagers wird ein Stellplatz auf dem Hof (Yard) zugewiesen.
  3. Der Fahrer stellt den Auflieger ab, fährt die Stützbeine aus, sichert ihn und kuppelt ab.
  4. Übergeben werden Papiere und Angaben zum Zustand, etwa Plomben- oder Siegelnummer und sichtbare Schäden.
  5. Der Fahrer übernimmt einen bereitstehenden Auflieger oder fährt solo weiter.
  6. Das Lager zieht den abgestellten Auflieger an eine freie Rampe, etwa mit einer eigenen Rangierzugmaschine, und be- oder entlädt ihn.

Für die Planung bleiben Abhol- und Ladezeitfenster wichtig, sie betreffen dann aber vor allem das Abstellen und Abholen der Auflieger. Die Steuerung von Rampen und Hofflächen wird unter Dock Management beschrieben.

Welche Vorteile und Nachteile hat ein Trailer Drop?

Vorteile:

  • Fahrer und Zugmaschine warten nicht an der Rampe; die Lenkzeit wird für Fahrten genutzt.
  • Das Lager kann laden, wenn Personal und Rampe frei sind, statt nach Ankunft der Lkw.
  • Abgestellte, beladene Auflieger dienen als Puffer, etwa für Ware, die am nächsten Morgen abgeholt wird.

Nachteile:

  • Es werden mehr Auflieger als Zugmaschinen benötigt, was Kapital bindet.
  • Der Standort braucht ausreichend Stellfläche und eine Organisation, die Auflieger auf dem Hof findet und bewegt.
  • Auflieger müssen zurückgeführt werden; passen die Verkehre nicht zusammen, entstehen Leerfahrten.
  • Wer für Ware und Auflieger während der Standzeit verantwortlich ist, muss vereinbart sein.

Was ist der Unterschied zwischen Trailer Drop und Begegnungsverkehr?

Beim Begegnungsverkehr treffen sich zwei Fahrer an einem Punkt zwischen den Standorten, etwa an einem Autohof oder Depot, und tauschen ihre Auflieger. Beide fahren danach zu ihrem Ausgangsort zurück. Der Tausch findet also unterwegs statt, während der Trailer Drop an der Lade- oder Entladestelle erfolgt. Verwandt ist auch der unbegleitete kombinierte Verkehr: Der Auflieger wird im Terminal abgestellt, per Bahn oder Schiff weiterbefördert und im Zielterminal von einer anderen Zugmaschine übernommen.

Wer haftet für einen abgestellten Auflieger?

Der Frachtführer haftet nach § 425 HGB für Verlust und Beschädigung des Gutes in der Zeit von der Übernahme bis zur Ablieferung. Ob die Ablieferung mit dem Abstellen des beladenen Aufliegers bereits erfolgt ist oder erst später, hängt von den Vereinbarungen ab. Gleiches gilt für einen leeren Auflieger, der zum Beladen beim Versender steht. In Rahmenverträgen oder Ladestellenvorgaben sollte daher geregelt sein, wann die Obhut wechselt, wie der Zustand dokumentiert wird und wer Auflieger und Ladung auf dem Hof sichert.

Beispiel: Trailer Drop im Pendelverkehr

Eine Spedition fährt täglich zwischen dem Werk eines Herstellers und dessen Zentrallager. Statt an beiden Rampen zu warten, stellt der Fahrer im Werk einen leeren Auflieger ab und nimmt einen beladenen mit. Im Zentrallager tauscht er den beladenen gegen einen leeren Auflieger und fährt zurück. In der Disposition werden dafür nicht nur Zugmaschinen und Fahrer, sondern auch die Auflieger als eigene Ressource geplant. Im TMS muss erkennbar sein, welcher Auflieger wo steht, ob er beladen ist und welcher Auftrag dazugehört.

Rechtsgrundlagen

  • § 425 HGB: Haftung des Frachtführers für Güterschäden von der Übernahme bis zur Ablieferung

Häufige Fragen

Was bedeutet Drop and Hook?

Drop and Hook bedeutet, dass der Fahrer seinen Auflieger abstellt (drop) und sofort einen anderen aufnimmt (hook). So verlässt die Zugmaschine den Standort ohne Wartezeit an der Rampe wieder mit Ladung oder einem Leerauflieger.

Was ist Live Loading?

Live Loading ist das Beladen, während Fahrer und Lkw an der Rampe warten; beim Entladen spricht man von Live Unloading. Es ist der Normalfall, wenn keine Auflieger getauscht werden können.

Wann lohnt sich ein Trailer Drop?

Vor allem bei regelmäßigen Verkehren zwischen festen Standorten, etwa im Pendelverkehr zwischen Werk und Lager. Dort lassen sich zusätzliche Auflieger gut auslasten und Rückführungen planen.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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