Logistik lexikon

CAF: Currency Adjustment Factor in der Seefracht

CAF (Currency Adjustment Factor) in der Seefracht: wie der Währungszuschlag berechnet wird, wer ihn zahlt und wie er sich von BAF und THC unterscheidet.

Der CAF (Currency Adjustment Factor) ist ein Währungszuschlag in der Seefracht. Reedereien gleichen damit Wechselkursschwankungen zwischen der Frachtwährung, etwa US-Dollar, und den Währungen aus, in denen ihre Kosten anfallen. Höhe und Anpassung legt der jeweilige Carrier in seinem Tarif fest.

Was ist der CAF (Currency Adjustment Factor)?

Der CAF (Currency Adjustment Factor) ist ein Zuschlag, mit dem ein Carrier Wechselkursschwankungen zwischen der Währung seiner Frachtraten und den Währungen ausgleicht, in denen seine Kosten anfallen. Im Deutschen heißt er Währungszuschlag oder Währungsausgleichsfaktor. Kalkuliert eine Reederei die Seefracht in US-Dollar, bezahlt aber Hafenentgelte, Umschlag, Personal und Dienstleister in der jeweiligen Landeswährung, entsteht ein Währungsrisiko. Verliert der Dollar gegenüber diesen Währungen an Wert, sinken die Einnahmen im Verhältnis zu den Kosten. Der CAF soll diese Lücke schließen, ohne dass die Basisrate selbst geändert werden muss.

Der CAF ist kein Wechselkurs, zu dem eine Rechnung umgerechnet wird, sondern ein eigener Rechnungsposten. Er wird in der Seefracht erhoben.

Wie wird der CAF berechnet?

Eine einheitliche Berechnung gibt es nicht. Jede Reederei legt das Verfahren in ihrem Tarif fest. Ein Verfahren kann zum Beispiel so aussehen:

  • Bei der Kalkulation der Raten wird ein Referenzkurs festgelegt.
  • In festen Abständen vergleicht der Carrier den durchschnittlichen Kurs der Vorperiode mit diesem Referenzkurs.
  • Aus der Abweichung ergibt sich ein Prozentsatz, der für die nächste Periode gilt.

Der CAF kann als Prozentsatz ausgewiesen werden. Ob er nur auf die Basisfracht oder auch auf weitere Zuschläge angewendet wird, regelt der jeweilige Tarif; eine allgemeingültige Formel dafür gibt es nicht. Je nach Mechanismus kann der Faktor bei günstiger Kursentwicklung sinken, ganz entfallen oder als Abschlag ausgewiesen werden. Welcher Satz maßgeblich ist, etwa der zum Zeitpunkt der Verschiffung, regeln Tarif und Angebot.

Was ist der Unterschied zwischen CAF und BAF?

CAF und BAF sind beide Anpassungsfaktoren, gleichen aber unterschiedliche Risiken aus. Der Bunkerzuschlag (BAF) folgt dem Preis für Schiffskraftstoff, der CAF dem Wechselkurs. Weitere Posten auf einer Seefrachtrechnung haben wieder andere Ursachen:

  • CAF: Währungsrisiko des Carriers
  • BAF: Schwankungen der Bunkerpreise
  • THC: Umschlag des Containers im Terminal, abhängig vom Hafen
  • GRI: dauerhafte Anhebung der Basisrate in einem Fahrtgebiet
  • PSS: befristeter Aufschlag in Zeiten hoher Nachfrage

Der CAF ist damit der einzige dieser Posten, der sich allein aus der Kursentwicklung ergibt. Steigen Kraftstoffpreise oder Nachfrage, ändert sich der CAF nicht.

Wer zahlt den CAF?

Der CAF ist Teil der Fracht und wird von dem bezahlt, der nach dem Kaufvertrag die Seefracht trägt. Das richtet sich nach den vereinbarten Incoterms: Bei FOB oder FCA trägt der Käufer die Seefracht und damit auch den CAF, bei CFR oder CIF der Verkäufer. Wird die Fracht am Bestimmungsort bezahlt (Freight Collect), erscheint der CAF auf der Rechnung des Empfängers.

Verlader können All-in-Raten vereinbaren, in denen Währungs- und Bunkerzuschläge bereits enthalten sind. Das schafft Planungssicherheit, verschiebt das Kursrisiko aber nur in den Preis.

Dürfen Spediteure einen CAF gemeinsam festlegen?

Nein. Jeder Anbieter muss seine Zuschläge selbst kalkulieren. Die EU-Kommission hat 2012 Bußgelder gegen mehrere internationale Speditionen verhängt, die unter anderem abgestimmt hatten, wie sie nach der Freigabe des chinesischen Renminbi im Jahr 2005 einen Währungszuschlag einführen.

Beispiel: CAF im Seefrachtangebot

Eine Spedition fragt für einen Kunden eine Containerverschiffung von Asien nach Europa an. Das Angebot der Reederei nennt eine Basisrate in US-Dollar, dazu BAF, CAF und THC jeweils als eigene Positionen mit dem Hinweis, dass die Zuschläge gelten, die am Verschiffungstag gültig sind. Bis zum Abgang des Schiffs hat die Reederei den CAF neu festgesetzt. Die Spedition rechnet deshalb nicht mit dem Angebotswert ab, sondern mit dem aktuellen Satz. Damit diese Abweichung nachvollziehbar bleibt, werden Basisrate und Zuschläge im TMS als getrennte Kostenpositionen geführt und nicht zu einer Summe zusammengefasst.

Häufige Fragen

Was bedeutet CAF auf der Frachtrechnung?

CAF steht für Currency Adjustment Factor, auf Deutsch Währungszuschlag. Die Reederei gleicht damit Wechselkursschwankungen zwischen der Frachtwährung, etwa US-Dollar, und den Währungen aus, in denen ihre Kosten anfallen.

Wie oft ändert sich der CAF?

Den Rhythmus der Anpassung legt jeder Carrier in seinem Tarif fest. Welcher Satz abgerechnet wird, etwa der am Verschiffungstag gültige, ergibt sich aus Tarif und Angebot.

Kann der CAF auch negativ sein?

Das hängt vom Mechanismus des Anbieters. Manche Tarife sehen nur einen Zuschlag vor, der bei günstiger Kursentwicklung auf null sinkt. Andere weisen in diesem Fall einen Abschlag aus.

Ist der CAF in einer All-in-Rate enthalten?

Bei einer All-in-Rate sind die vereinbarten Zuschläge bereits im Preis enthalten. Welche Posten genau eingeschlossen sind, sollte im Angebot ausdrücklich stehen, weil die Abgrenzung je nach Anbieter unterschiedlich ist.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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