GRI: General Rate Increase in der Seefracht
GRI (General Rate Increase) in der Seefracht: warum Reedereien Raten anheben, welche Ankündigungsfrist gilt und was das für Spot- und Kontraktraten heißt.
GRI (General Rate Increase) in der Seefracht: warum Reedereien Raten anheben, welche Ankündigungsfrist gilt und was das für Spot- und Kontraktraten heißt.
Eine GRI (General Rate Increase) ist eine allgemeine Ratenerhöhung, mit der eine Reederei ihre Basisraten in einem Fahrtgebiet für alle Kunden anhebt. Anders als ein Zuschlag erscheint sie nicht als eigener Rechnungsposten. Sie wird etwa als fester Betrag je Container zu einem Stichtag angekündigt.
Eine GRI (General Rate Increase) ist eine allgemeine Ratenerhöhung, mit der eine Reederei ihre Basisraten in einem Fahrtgebiet anhebt. Sie gilt nicht für einen einzelnen Kunden, sondern für alle Sendungen auf der betroffenen Route, die zu Tarif- oder Spotraten gebucht werden. Angekündigt wird sie etwa als fester Betrag je Container, getrennt nach 20- und 40-Fuß-Einheiten, oder je TEU.
Von den Zuschlägen auf einer Seefrachtrechnung unterscheidet sich die GRI grundlegend: Sie erscheint nicht als eigener Posten, sondern erhöht die Basisrate selbst. Ein Hochsaisonzuschlag (PSS) ist befristet und wird gesondert ausgewiesen, ein Bunkerzuschlag oder ein Währungszuschlag (CAF) folgt einem Index. Eine GRI hat weder Enddatum noch Formel.
Ein Carrier nutzt die GRI, um das Ratenniveau an die Marktlage anzupassen. Mögliche Anlässe sind eine steigende Nachfrage, knappe Kapazität, eine erwartete Hochsaison oder dauerhaft höhere Betriebskosten.
Ob eine angekündigte GRI in voller Höhe am Markt ankommt, ist offen. Ist genug Laderaum vorhanden, kann es sein, dass Reedereien Erhöhungen nur teilweise oder gar nicht durchsetzen. Für Verlader und Speditionen ist eine GRI-Ankündigung deshalb ein Hinweis auf die erwartete Ratenentwicklung, aber keine Gewissheit.
Eine weltweit einheitliche Frist gibt es nicht. Für Verkehre mit den USA schreibt die Federal Maritime Commission vor, dass neue oder erhöhte Raten und Entgelte in einem Tarif frühestens 30 Kalendertage nach Veröffentlichung wirksam werden (46 CFR § 520.8). Senkungen dürfen sofort gelten.
In Europa ist die Lage eine andere. Linienkonferenzen dürfen für Verkehre von und nach der EU keine gemeinsamen Raten mehr festlegen; jede Reederei entscheidet allein. 2016 hat die EU-Kommission zudem Zusagen von vierzehn Containerreedereien für verbindlich erklärt: Sie verzichteten für drei Jahre auf reine GRI-Ankündigungen und veröffentlichten stattdessen vollständige Preisankündigungen mit den wesentlichen Preisbestandteilen, verbindlich als Höchstpreis und höchstens 31 Tage vor Inkrafttreten. Hintergrund war die Sorge, dass GRI-Ankündigungen den Wettbewerbern vor allem als Preissignal dienen.
Eine GRI trifft vor allem Sendungen, die zu Tarif- oder Spotraten gebucht werden. Gilt bei Raten am Spotmarkt die Rate am Tag der Verschiffung, schlägt eine GRI zwischen Angebot und Abfahrt voll durch. Kontraktraten sind für die Laufzeit des Vertrags vereinbart. Ob eine GRI dort zusätzlich gilt, steht im Vertrag; manche Verträge schließen sie aus, andere lassen sie ausdrücklich zu.
Ein Spediteur, der seinen Kunden eigene Raten anbietet, kann eine GRI des Carriers weitergeben, soweit seine Angebote das zulassen. Deshalb können Seefrachtangebote einen Hinweis enthalten, dass die Raten unter dem Vorbehalt allgemeiner Ratenerhöhungen stehen.
Eine Spedition hat einem Kunden Anfang des Monats eine Rate für einen 40-Fuß-Container von Fernost nach Hamburg genannt, gültig für Verschiffungen bis Monatsende und unter GRI-Vorbehalt. Die Reederei kündigt zur Monatsmitte eine GRI für das Fahrtgebiet an. Der Kunde bucht erst nach dem Stichtag. Die Spedition passt die Rate an und hält die Änderung im Auftrag fest, damit Kalkulation und Abrechnung im TMS übereinstimmen. Hätte der Kunde vor dem Stichtag gebucht, wäre die alte Rate maßgeblich geblieben.
GRI steht für General Rate Increase, auf Deutsch allgemeine Ratenerhöhung. Gemeint ist die Anhebung der Basisraten einer Reederei für ein ganzes Fahrtgebiet, etwa als fester Betrag je Container.
Für US-Verkehre gilt nach den Regeln der Federal Maritime Commission eine Frist von 30 Kalendertagen ab Veröffentlichung im Tarif. Für andere Fahrtgebiete gibt es keine einheitliche gesetzliche Frist; maßgeblich sind die Bedingungen der Reederei und der Vertrag.
Nein. Ob sich eine GRI am Markt durchsetzt, hängt von Angebot und Nachfrage ab. Bei freier Kapazität kann es sein, dass Erhöhungen nur teilweise umgesetzt, verschoben oder zurückgenommen werden.
Das regelt der Vertrag. Kontraktraten werden für die Laufzeit des Vertrags vereinbart; der Vertrag kann aber eine Klausel enthalten, nach der allgemeine Ratenerhöhungen zusätzlich berechnet werden.