Code of Conduct: Verhaltenskodex in der Logistik
Code of Conduct in der Logistik: Inhalte eines Verhaltenskodex, Lieferantenkodex von Verladern und was Speditionen vor der Unterschrift prüfen.
Code of Conduct in der Logistik: Inhalte eines Verhaltenskodex, Lieferantenkodex von Verladern und was Speditionen vor der Unterschrift prüfen.
Ein Code of Conduct ist ein Verhaltenskodex, in dem ein Unternehmen verbindliche Regeln für das Verhalten seiner Mitarbeiter und Geschäftspartner festlegt, etwa zu Korruption, Wettbewerb, Arbeitsbedingungen und Umweltschutz. In der Logistik verlangen Verlader von Speditionen häufig, einen Lieferantenkodex (Supplier Code of Conduct) anzuerkennen.
Ein Code of Conduct, auf Deutsch Verhaltenskodex oder Verhaltensrichtlinie, abgekürzt CoC, ist ein Regelwerk, in dem ein Unternehmen festlegt, wie sich seine Mitarbeiter und Geschäftspartner verhalten sollen. Er fasst gesetzliche Pflichten und eigene Grundsätze in verständlichen Regeln zusammen. Zu unterscheiden sind zwei Formen:
Ein Code of Conduct ist ein Baustein eines Compliance-Managements, aber kein Nachweis dafür, dass die Regeln eingehalten werden. Für solche Nachweise gibt es Audits und Zertifizierungen, siehe Compliance-Zertifikat. Ein Unternehmensleitbild beschreibt dagegen Werte und Ziele, ohne konkrete Verhaltensregeln festzulegen.
Viele Kodizes verweisen auf internationale Rahmenwerke wie die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) oder die Prinzipien des UN Global Compact.
Industrie und Handel prüfen ihre Lieferketten zunehmend auf Risiken für Menschenrechte und Umwelt. Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet größere Unternehmen, solche Risiken in ihren Lieferketten zu ermitteln und ihnen vorzubeugen. Zur Lieferkette im Sinne des Gesetzes gehören auch Dienstleistungen wie Transporte. Ein Lieferantenkodex ist für Verlader ein Weg, ihre Erwartungen an Dienstleister verbindlich zu machen. Daneben spielen eigene Compliance-Regeln und die Erwartungen von Kunden und Investoren eine Rolle.
In der Praxis begegnet der Code of Conduct Speditionen vor allem in der Logistikausschreibung und beim Lieferantenonboarding. Er wird als Anlage zum Rahmenvertrag vereinbart oder separat unterschrieben. Typische Bestandteile sind neben den Verhaltensregeln Auditrechte, die Pflicht zur Weitergabe an eigene Subunternehmer, Mitwirkung bei Abhilfemaßnahmen und Kündigungsrechte bei Verstößen.
Hat die Spedition einen eigenen Verhaltenskodex, kann sie ihn dem Kunden vorlegen und abgleichen, ob er die Anforderungen bereits abdeckt.
Eine mittelständische Spedition erhält von mehreren Industriekunden Lieferantenkodizes. Statt jeden einzeln zu beantworten, erstellt die Geschäftsleitung einen eigenen Kodex. Er regelt unter anderem, welche Einladungen von Frachtführern Disponenten annehmen dürfen, wie mit Preisinformationen von Wettbewerbern umgegangen wird und welche Nachweise Subunternehmer zu Lizenz, Versicherung und Mindestlohn vorlegen müssen. Die Mitarbeiter werden geschult, Hinweise gehen an eine benannte Meldestelle.
Regeln zum Ordnungsverhalten der Mitarbeiter können der Mitbestimmung des Betriebsrats unterliegen (§ 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG). Verstöße gegen einen verbindlich eingeführten Kodex können arbeitsrechtliche Folgen bis zur Abmahnung oder Kündigung haben.
Eine allgemeine gesetzliche Pflicht zu einem Verhaltenskodex gibt es nicht. Viele Kunden verlangen aber, dass Dienstleister einen eigenen Kodex haben oder ihren Lieferantenkodex anerkennen. Ohne diese Anerkennung ist die Teilnahme an manchen Ausschreibungen nicht möglich.
Das hängt davon ab, wie er vereinbart wird. Ist ein Lieferantenkodex Vertragsbestandteil, sind seine Pflichten Vertragspflichten. Für Mitarbeiter wird ein interner Kodex verbindlich, wenn er wirksam eingeführt ist, etwa über Arbeitsvertrag, Weisung oder Betriebsvereinbarung.
Compliance bezeichnet die Einhaltung von Gesetzen und internen Regeln insgesamt. Der Code of Conduct ist ein Instrument dafür: Er beschreibt die Regeln. Zur Compliance gehören zusätzlich Risikoanalyse, Schulungen, Kontrollen und Meldewege.
Die Folgen ergeben sich aus dem Vertrag. Üblich sind die Aufforderung zur Abhilfe, zusätzliche Kontrollen und bei schweren oder wiederholten Verstößen die Kündigung der Geschäftsbeziehung.